Volksmusikkabarettisten "Sauglocknläutn" weihen die Kulturreihe "blaue Bühne" ein

Spitzzüngig und unterhaltsam

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Zünftig und schwungvoll: „Sauglocknläutn“ alias Peter Röckl (v. l.), Ritch Ermeier und Walter Zinkl eröffneten kürzlich die neue Kulturreihe „Die blaue Bühne“ in Hohenschwangau.

Schwangau – Obwohl Walter Zinkl, Ritch Ermeier und Peter Röckl erst ganz zum Schluss „So ist´s bei uns in Bayern“ anstimmten, dürfte den 100 Besuchern bei der Premiere der Kulturreihe „Die blaue Bühne“ im Schlossbräustüberl längst bewusst geworden sein, wie zünftig es im Freistaat manchmal zugeht.

Zum gemütlich idyllischen Ambiente am Ufer des Alpsees absolut passend, legten die drei Volksmusikkabarettisten von der Gruppe „Sauglocknläutn“ aus der Hallertau gute zwei Stunden lang ein manchmal kritisches, dennoch letztlich eindeutiges Bekenntnis zu ihrer weiß-blauen Heimat ab. 

Als Holledauern, die sich weder zu Ober- noch zu Niederbayern zugehörig fühlen, hatten Röckl, Ermeier und Zinkl in Hohenschwangau quasi eine Art Auswärtsspiel, dem sie sich jedoch mit ihrem „g´scherten“ Dialekt der Gegend zwischen Amper und Donau sehr selbstbewusst gewachsen zeigten. 

Mit Bass (Zinkl), Gitarre (Röckl) und Akkordeon (Ermeier) sowie ihrem Gesang servierten sie so nicht nur traditionelle bayerische Volksmusik, sondern nahmen vor allem auch Politik und Gesellschaft spitzzüngig aufs Korn. Unter dem Motto „glacht muaß wern, aa wenn de Welt no so schlecht is“ bekamen deshalb sowohl die Linken wie die Rechten und auch die politische Mitte ihr Fett ab. 

"Hauptsach es gibt a Bier" 

Gemäß dieser Fasson teilten „Sauglocknläutn” das Publikum in drei Gruppen ein und ließen es die Sätze: „Es werd Zeit, dass sich in Bayern was ändert“, „Des war so, des is so, des werd so bleiben“ und „Mir is des wurscht, Hauptsach´ es gibt a Bier“ skandieren. 

An Letzteres herrschte im Schlossbräustüberl jedenfalls kein Mangel, was wohl genauso zur guten Stimmung unter den Besuchern beitrug wie die Stücke „Prima Klima in Bavaria“, „Schneekanone“, „Das Wasser“ und „Sonntag 20.15 Uhr“. Laute Lacher ernteten die dre Musiker schließlich bei der Beantwortung der Frage „Was braucht man heutzutage zum Leben?“, die sie „am schönsten Ort der Welt“ stellten, als welchen der Marketingleiter des Wittelsbacher Ausgleichsfonds, Thomas Günter, Hohenschwangau bezeichnet hatte. 

Auch auf die Gefahr hin, dass es nicht jeder im Saal verstand, antwortete „Sauglocknläutn“: „Sixt es, willst es, kaafst es, hast es, hast es kaaft, dann brauchst es ned.“

lex

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