Der Erhalt der dörflichen Struktur ist das bestimmende Thema der Bürgerversammlung

Seeg soll Seeg bleiben

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Zahlreiche Seeger sind zur Bürgerversammlung gekommen. Bürgermeister Markus Berktold (rechts) informiert sie über die Lage ihrer Gemeinde.

Seeg – Hatten in den vergangenen Jahren bundespolitische Themen die Agenda der kleineren Kommunen bestimmt, war es Bürgermeister Markus Berktold nun ein Anliegen, in der Bürgerversammlung für die Seeger wichtige Themen anzusprechen.

Dabei nannte er Stichworte wie Nahversorgung und den Erhalt der dörflichen Struktur mit Kirche, Rathaus und Wirtshaus. Dass die Rokoko-Kirche St. Ulrich aus Seeg verschwinden könnte, ist kaum anzunehmen. Dennoch war es dem Berktold wichtig, genau das als eines der Themen anzusprechen, das die Seeger im abgelaufenen Jahr bewegt hatte: der Erhalt der dörflichen Struktur mit einem Rat- und einem Wirtshaus, der Kirche, aber auch einer funktionierenden Nahversorgung. 

Das vergangene Jahr sei geprägt gewesen von der Ausführung und Fertigstellung wichtiger Maßnahmen, so Berktold. „Und durch die Vorbereitung auf große Aufgaben für die nächsten Jahre, die gut geplant sein wollen“. Sorge bereitet der Umstand, dass die Zahl der Landwirtschaftlichen Betriebe erneut um vier auf 130 geschrumpft sei, wie Berktold zu Protokoll gab. Positiv dagegen, dass die Zahl der Industrie- und Handwerksbetriebe auf 288 angestiegen ist. 

Ebenfalls positiv sei auch der Tourismus in Seeg zu bewerten. So stieg die Zahl der Übernachtungen um fast fünf Prozent an, ebenso wie die Zahl der Gästeankünfte. Insbesondere die 16 Partnerbetriebe der Königscard verzeichneten ein Plus im zweistelligen Bereich. Allerdings sank die Zahl der Urlaubstage von fast sieben auf fast sechs Tage ab. 

25 Sitzungen

„Die Arbeit im Gemeinderat kann sich sehen lassen“, kommentierte Markus Berktold die Arbeit für die „Entwicklung und Gestaltung der eigenen Heimat“. 

In 25 Sitzungen im abgelaufenen Jahr habe der Rat versucht, das Honigdorf voranzubringen. In diesem Zusammenhang führte der Bürgermeister Projekte wie das Einheimischenbaugebiet „Schleiserweg II“ an, für das gerade der erste Notartermin zwecks Grundstücksverkauf über die Bühne gegangen sei und die nächsten Verkäufe anstünden. 

Hier müsse man bei nächster Gelegenheit „nachlegen für junge Familien, um in Seeg zu bleiben“, war sich Berktold der Situation bewusst. 

Gemeinde kauft "Adler"

Ein wichtiger Kommunalposten ist der Straßen- und Wegebau sowie die Verbesserung der Plätze in Seeg.

Um die dörfliche Struktur zu sichern, hat die Gemeinde den sanierungsbedürftigen Gasthof „Adler“ gekauft. Es sei im Sinne der Kommune, hier darauf zu achten, wie es weitergehe und wer den „Adler“ übernehme. Man müsse dem Wirtshaussterben gegenwirken, so Berktold. Dass der Bürgermeister mit diesen Punkten auf der Linie der Seeger liegt, zeigte die anschließende Aussprache. 

So wurde die Entwicklung des Gewerbegebietes angesprochen, für das der Gemeinderat nach wie vor auf der Suche nach geeigneten Grundstücken ist. Man müsse Impulse setzen, so Berktold, der aber daran erinnerte, dass es nur im Miteinander mit den Grundstücksbesitzern gehe. 

Ärger wegen Kreuzkraut 

Hatte der Bürgermeister beim Thema Tourismus das „Honigdorf“ ins Spiel gebracht, so griffen die Bürger dies ebenfalls auf. 

Allerdings im Zusammenhang mit dem unangenehmen Thema Kreuzkraut. Eine Seegerin hatte deswegen sogar die Notaufnahme aufsuchen müssen, nachdem sie in einer Aktion den Neophyten auszustechen versucht hatte. Kreuzkraut kann heftige allergische Reaktionen hervorrufen und ist krebserregend. 

Leider stoße man beim Landratsamt auf taube Ohren, so die Bürgerin, was die Beseitigung der Abfälle anbelangt. Denn nur auf den Wertstoffhöfen in Marktoberdorf und Füssen dürfen die Pflanzenüberbleibsel entsorgt werden. Seeg sei sehr stark betroffen vom Kreuzkraut,. Eine Lösung, wie man unkomplizierter die Pflanzen entsorgen könne, müsse gefunden werden. 

Gelegenheit, dieses Thema zur Sprache zu bringen, geben es im März, wenn Landrätin Maria Rita Zinnecker (CSU) den Ort besuchen wolle. Unter dem Begriff Glas und Erdgas ging Markus Berktold in seiner Vorschau auf das kommende Jahr ein. 

Das Thema Glas war im Hinblick auf den Breitbandausbau in Seeg gemünzt, der in weiten Teilen mit Glasfaserkabeln bewerkstelligt werden soll. Dafür war Jürgen Mayr gekommen, der Breitbandbeauftragte des Gemeinderats, der einige Details zum Stand der Dinge, vor allem der Finanzierung, vorstellte. 

Als Stichpunkte für das anstehende Jahr nannte Berktold noch den Weggang des langjährigen Pfarrers Alois Linder, den Aufbau einer Panorama-Webcam sowie die Planungen für neue Verwaltungsräume im Rathaus.

Oliver Sommer

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