Bürgerversammlung: Finanziell steht es gut um den Markt Nesselwang

Die Zahlen stimmen

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Bürgermeister Franz Erhart kann zufrieden sein – und ist es offensichtlich auch.

Nesselwang – „Zehn Prozent der Nesselwanger sind heute Abend hier in der Alpspitzhalle“, stellte Bürgermeister Franz Erhart (CSU) zufrieden bei seinem jährlichen Rechenschaftsbericht vor den Bürgern seiner Heimatgemeinde fest.

Er begrüßte bei seiner zehnten Bürgerversammlung – „ein kleines Jubiläum“, so der Rathauschef – die Neubürger und die zahlreich erschienenen Jugendlichen, sowie den neuen Leiter der Pfarreiengemeinschaft Nesselwang-Pfronten, Pfarrer Werner Haas. Derzeit sind in der Ostallgäuer Marktgemeinde 3546 Einwohner gemeldet. Im vergangen Jahr sind 192 Neubürger zugezogen, 172 Personen weggezogen und 114 innerhalb des Ortes umgezogen. Es gab 34 Geburten, 37 Todesfälle und 41 Eheschließungen, davon 16 Nesselwanger, so die statistischen Daten der Gemeinde laut Erhart. 

Zufrieden zeigte sich der Gemeindechef mit der Entwicklung der gemeindlichen Einrichtungen. „In den vergangenen 12 Jahren wurde in Bayern 60 Bäder geschlossen, aktuell sind 50 Bäder von der Schließung bedroht“. Nesselwang bilde hier eine Ausnahme. Demnach werden heuer im Nesselwanger Alpspitz-Bade-Center (ABC) mehr als 214.000 Besucher erwartet. Der gemeindliche Zuschuss pro Badegast lag im vergangenen Jahr bei weniger als 50 Cent. 

Beim Blick auf die Finanzen der Kommune zeigte sich Erhart ebenfalls zufrieden. Der Gesamthaushalt beträgt im Jahr 2017 insgesamt 11,6 Millionen Euro. Davon entfallen drei Millionen Euro auf den Vermögenshaushalt und 8,5 Millionen Euro auf den Verwaltungshaushalt. Bei den Einnahmen werden 3,9 Millionen Euro durch Steuern eingenommen, auf die besonderen Entgelte (wie Eintritte ABC) sind es 3,2 Millionen. Weitere 15 Prozent (1,27 Millionen Euro) sind sonstige Einnahmen des Marktes. 

Einen großen Anteil an den Einnahmen der Kommune haben die zahlreichen Unternehmen in Nesselwang und deren gute wirtschaftliche Entwicklung. 1400 Einpendler kommen tagtäglich nach Nesselwang zu ihren Arbeitsplätzen, 400 Auspendler verlassen Nesselwang für ihren Arbeitsplatz.

Hohe Kreisumlage

Einen großen Posten bei den Ausgaben bildet die Kreisumlage, die der Markt an den Landkreis Ostallgäu überweisen muss. Diese beträgt in diesem Jahr 1,7 Millionen Euro. „Die Schlüsselzuweisung, die der Markt vom Landkreis erhält ist im Gegensatz zu anderen Kommunen der näheren Umgebung eher klein“, stellte Erhart fest. 

Der gesamte Haushaltsplan des Marktes umfasst 276 Seiten. Der Personalstand des Marktes beträgt aktuell 19 Mitarbeiter – 12 im Rathaus, sechs Bauhofmitarbeiter sowie der Hausmeister der Alpspitzhalle und Schule. Die Schulden des Marktes wurden in den vergangenen Jahren kontinuierlich abgebaut und betragen derzeit rund acht Millionen Euro, was eine Pro-Kopf-Verschuldung von 2280 Euro bedeutet. 

Davon entfallen 884 Euro je Einwohner auf den Wasser- und Abwasserbereich. „Diese Schulden sind durch die Gebühren gegenfinanziert“ erläuterte der Rathauschef. Im Jahr 2020 wird die Kommune noch 5,5 Millionen Euro an Verbindlichkeiten haben, so die Finanzplanung des Kämmerers Martin Keller. Seit 2008 hat die Marktgemeinde Nesselwang insgesamt 16,5 Millionen Euro an Investitionen getätigt. In den Jahren 2018 bis 2021 sind demnach Ausgaben von 5,7 Millionen Euro geplant. Die Rücklage beträgt Ende diesen Jahres 2,2 Millionen Euro.

hoe

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