Ein guter Raum zum Spielen

Die Gemeinde Nesselwang weiht ihre neue Kindertagesstätte ein

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Die Leiterin der neuen Kita, Stefanie Kreuzer, und Bürgermeister Pirmin Joas bei der Schlüsselübergabe.

Nesselwang – „Heute ist ein besonderer Tag im Gemeindejahr 2020“, sagte Nesselwangs Bürgermeister Pirmin Joas am Freitag. Denn der Rathauschef hatte sich mit Vertretern der Marktverwaltung versammelt, um die neue Kindertagesstätte „Spielraum“ am Badseeweg offiziell zu eröffnen und einzuweihen.

Dafür begrüßte er die Leiterin der neuen Kita, Stefanie Kreuzer, und Michael Schmidt, den Regionalvertreter der Johanniter-Unfall-Hilfe, die die Trägerschaft übernimmt, den Architekten Franz Geyer sowie die Vertreter der ausführenden Baufirmen, „die überwiegend aus der Region kommen“, so Joas.

In der neuen Kindertagesstätte können 15 Krippen- und 25 Kindergartenkinder betreut werden. Die kindgerecht ausgestatteten Räume bieten viel Platz zum Spielen und Lernen. „Ein besonderes Highlight ist der Garten“, findet der Bürgermeister. Die Kosten für den Neubau belaufen sich auf rund 1,92 Millionen Euro, wobei der Markt Nesselwang fast 50 Prozent Förderung erhält. „Aber das muss es uns wert sein für unsere Kinder“, sagte der Bürgermeister.

„Es ist ein guter Platz.“

Joas stellte die Johanniter-Unfall-Hilfe kurz vor, die im gesamten Bundesgebiet die Trägerschaft für etwa 450 Einrichtungen zur Kinderbetreuung übernommen hat. „Der Name ‚Spielraum‘ wurde zusammen mit den Eltern und dem Träger ausgesucht“, so der Bürgermeister. „Die Kinder in Nesselwang sind bestens aufgehoben. Es ist ein guter Platz. Viel besser als bei uns kann man nicht groß werden, so meine Meinung als Vater und Bürgermeister.“

Er überreichte Leiterin Stefanie Kreuzer symbolisch den Schlüssel für das neue Gebäude und wünscht ihr und ihrem Team viel Erfolg und Glück bei der Aufgabe. 2018 hatte der Marktgemeinderat beschlossen, das Betreuungsangebot für die Nesselwanger Kinder auszubauen. Bei der Standortsuche fiel die Wahl auf den Platz bei den Sportanlagen unterhalb des Alpspitz-Bade-Centers. Nach einem Architektenwettbewerb begannen im Juli 2019 die Bauarbeiten. Ziemlich genau ein Jahr später, im Juli 2020, wurde die Kita fertiggestellt.

Pünktliche Fertigstellung

„Die Außenanlagen sind Mitte August fertig geworden“, sagte Architekt Franz Geyer in seinem kurzen Rückblick. „Es ist alles gut gelaufen während der gesamten Bauphase.“ Geyer dankte den 22 beteiligten Firmen und den drei weiteren Architekten für die gute Zusammenarbeit. „Aufgrund des schwierigen Untergrunds wurden insgesamt 27 Bohrpfähle bis in sechs Meter Tiefe gesetzt“, erklärte der Architekt. Trotz der Corona-Krise „gab es bis auf kleinere Lieferschwierigkeiten“ keine größeren Beeinträchtigungen, so dass der Bau pünktlich fertiggestellt werden konnte.

Das Fachkonzept für das Gebäude erstellte er zusammen mit der Kita-Leiterin Stefanie Kreuzer. „Ich brauchte die Farben nicht für mich aussuchen. Die Kleinen müssen sich wohlfühlen.“ Geyer dankte für die gute und konstruktive Zusammenarbeit sowohl mit dem Markt Nesselwang wie auch mit den beteiligten Firmen. Im Anschluss überreichte er Stefanie Kreuzer noch eine Spende von 300 Euro für Pflanzen und weitere Ausstattung.

Dankesworte

Michael Schmidt, Vertreter der Regionalleitung der Johanniter-Unfall-Hilfe, dankte für das Vertrauen des Marktes Nesselwang. „Es ist ein tolles Gebäude – schön und zweckmäßig.“ Er lobte die Kooperation mit dem Architekten. „Wir haben schon ganz andere Sachen erlebt, wenn Planer sich verwirklichen wollten.“ Sein Dank galt auch dem Elternbeirat und den Eltern, die in den vergangenen Tagen beim Umzug und bei der Einrichtung geholfen hatten.

Mit einem Zitat von Astrid Lindgren, der schwedischen Kinderbuchautorin, begann Stefanie Kreuzer ihre kurze Ansprache. „Die neue KiTa ‚Spielraum‘ bietet den richtigen Platz für die Kinder. Zum Spielen und dazu die ersten sozialen Kontakte zu knüpfen. Danke an die vielen Menschen, die geholfen haben einen Spielraum für die Kinder zu schaffen.“

Richtiges Verhalten vorleben

Der katholische Pfarrer der Marktgemeinde, Werner Haas, und sein evangelischer Amtskollege Andreas Liedtke segneten im Anschluss das neue Gebäude. „Kinder bauen uns auf, bringen ein Lächeln in uns, sind unsere Zukunft“, so Haas. Erwachsene sollten Kinder nicht als Kostenfaktor sehen, betonte der katholische Pfarrer. In der neuen Kita werde das Fundament für ihr Leben errichtet.

„Ich spiele gern. Manchmal vielleicht etwas zu viel“, sagte Liedtke mit einem Schmunzeln. „Aber das Spiel ist wichtig und sollte kein Selbstzweck sein. Denn das Leben ist nicht nur ein Spiel!“ Den Kindern soll nicht nur mit Belehrungen gekommen werden, Eltern und Erzieher sollten den Kindern vieles vorleben, um ihnen zu zeigen, was richtig ist, forderte der Geistliche. „In diesem Haus soll die nächste Generation heranwachsen. Aufrecht und mit Rückgrat.“

Für die musikalische Umrahmung sorgten die Nesselholzer Jungmusikanten unter der Leitung von Gabriel Maget und Fabian Schnalke.

Herbert Hoellisch

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