Bahnübergänge sollen sicherer werden

Gemeinde Oy-Mittelberg will Konzept für ihre 18 Bahnübergänge erstellen lassen

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Der Bahnübergang Maria-Rainer-Straße – einer der vollständig technisch gesicherten Bahnübergänge im Bereich der Gemeinde Oy-Mittelberg.

Oy-Mittelberg – Die Gemeinde Oy-Mittelberg beabsichtigt ein Gesamtkonzept zu erstellen, in dem der Ausbau der Sicherungen oder die Auflassung von Bahnübergängen in ihrem Gebiet das Ziel ist.

„Insgesamt haben wir 18 Bahnübergänge in unserem Gemeindebereich – vom Stellenmoos im Westen bis nach Maria Rain im Osten“, so Bürgermeister Theo Haslach. Von den 18 Bahnübergängen sind sechs vollwertig gesichert mit Lichtsignalen und Schranken, die restlichen 12 sind ungesicherte Querungen der Bahnlinie, davon liegen drei im Ortsteil Haslach. Nach einer ersten Kostenschätzung betragen die Gesamtkosten für die geplanten Maßnahmen zwischen sechs und sieben Millionen.

 „Die Schätzung stammt von einem Ingenieurbüro, das sich mit dem Thema auskennt“, berichtete Haslach den Gemeinderäten. Abzüglich der Fördermöglichkeiten von 60 bis 70 Prozent beträgt der Eigenanteil für die Gemeinde etwa 400.000 Euro bis 500.000 Euro. „Voraussetzung hierfür ist, dass der notwendige Grunderwerb für die Ersatzlösungen funktioniert. Aber hierzu haben noch keinerlei Verhandlungen mit den Eigentümern stattgefunden“, erklärte der Rathauschef. 

Haslach stellte die erste Planungsgrundlage vor, in der vier der derzeit noch ungesicherten Übergänge mit einer technischen Sicherung versehen werden sollen (Oy – Wiesenblick/Haslach – Dorfstraße/Haslach – Florianstraße / Dohle – alte B309). Für zwei Übergänge (Oberzollhaus – Kapellenweg/Multen) ist eine Umfahrung geplant. „Die Entscheidung, welcher der drei Übergänge in Haslach rückgebaut werden soll, überlassen wir der Dorfgemeinschaft Haslach“, schlug der Bürgermeister vor. Der Einwand von Ingunn Springkart (Gemeinschaftsblock Mittelberg/Freie Wähler), dass sichergestellt werden sollte, dass die Bahn das ganze Paket nicht splittet und Einzelmaßnahmen daraus macht, wurde von den Räten befürwortet. „Das können wir durch die Verträge mit der Bahn sicherstellen“, entgegnete Haslach. 

Zwei Übergänge fehlten in dem Paket, da für diese keine adäquate Lösung möglich ist, da es sich um Zufahrten zu landwirtschaftlich genutzten Flächen handelt. Der Bahnübergang in Oberzollhaus, Nähe Bahnhof, soll durch eine höhenfreie Ersatzlösung, „eine Über- oder Unterführung“, so Haslach, ersetzt werden.

Gute Investition

Die Ausgaben für die Kommune sind nach Ansicht des Bürgermeisters gut investiert. „Wenn es um die Sicherheit geht, sollte es uns das Geld wert sein.“ Auch da sich die gesamte Maßnahmen auf etwa vier bis sechs Jahre erstrecken wird. Die Gesamtkosten werden zu je einem Drittel auf die Deutsche Bahn, den Landkreis Oberallgäu und die Kommune verteilt. Züge sollen leiser werden Ziel der Maßnahmen ist es auch die Pfeifsignale der Züge deutlich zu reduzieren. 

Die Zweite Bürgermeisterin Gudrun Steiner (Liste Haslach) gab zu bedenken, „dass die Akzeptanz in der Bevölkerung schwindet, wenn die Umwege zu groß werden“. Sie zeigte sich auch sehr skeptisch mit der Bahn als Vertrags- und Verhandlungspartner. „Wir haben in Haslach im Rahmen der Dorferneuerung viel erlebt. Zugesagt wurde es uns so und letztendlich wurde es ganz anders gemacht, wie ausgemacht.“ Für mehr Diskussionen sorgte der Bahnübergang in Oy am Wiesenblick (Nähe Penny-Markt). 

Einige Räte sprachen sich sowohl für eine Auflassung als auch den Erhalt und die technische Sicherung aus. Die Fürsprecher hatten eine in Zukunft mögliche Erweiterung des Baugebiets östlich der Bahnstrecke im Blick. Eine erneute Anlage des Bahnübergangs würde in diesem Fall die Kommune wesentlich teurer kommen. Mit 15:3-Stimmen verabschiedeten die Ratsmitglieder schließlich das von Bürgermeister Haslach vorgestellte Konzept.

hoe

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