Sicherheit geht vor

Schwangau investiert heuer viel in ihre Wanderwege

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Voraussichtlich bis in den Sommer hinein werden die Arbeiten in der Pöllatschlucht dauern.

Schwangau – Wo immer ein Weg durch die Landschaft führt, braucht es Bänke oder Geländer. Wo diese Infrastruktur vorhanden ist, braucht es Mitarbeiter, die sich darum kümmern. Die Gemeinde Schwangau gibt heuer fast eine halbe Million Euro für die Verkehrssicherung ihre 120 Kilometer Wanderwege aus.

Das wohl spektakulärste Projekt in der Schlössergemeinde bleibt – bis voraussichtlich in den Sommer hinein – die Pöllatschlucht. 280.000 Euro werde man hier allein dieses Jahr investieren, teilt Bürgermeister Stefan Rinke (CSU) mit. Was genau die Mitarbeiter des Schwangauer Bauhofes zu tun haben, erklärt Hannes Bruckdorfer. Er ist im Bauhof unter anderem für die Wanderwege zuständig und derzeit vor allem mit der Schlucht unterhalb von Schloss Neuschwanstein beschäftigt. Seit dort ein Felsrutsch aufwändig beseitigt werden musste, ist der Aufstieg zwischen Gipsmühle und dem Schloss für Wanderer gesperrt. 

Derzeit sei man dabei, so Bruckdorfer jüngst, den oberen Eingang zur Schlucht, dort wo Treppen das Weiterkommen ermöglichen sollen, den Weg für kleine Baufahrzeuge zu bereiten. Mit diesen soll der Schutt des instabilen Felsüberhangs südöstlich des Schlosses geräumt werden. 

Im Anschluss soll die Treppe wieder mit Natursteinen hergestellt werden. Im unteren Bereich der Schlucht, dort wo eine Brücke über den Abgrund führt, muss dagegen der Metallsteg ersetzt werden. Dieser sei bereits zusammengebaut, erläutert Bruckdorfer, und müsse nun nur noch im Fels verankert werden. Wenn beide Baumaßnahmen beendet sind, muss ein Gutachten die Verkehrssicherheit bestätigen, danach kann die Schlucht für die Wanderer wieder geöffnet werden. Sollte die Unwetterwarnstufe vier ausgerufen werden, wird die Schlucht fast automatisch wieder geschlossen. 

Gratweg wird saniert 

Denn neben dem Tor am unteren Eingang soll auch unterhalb des Schlosses ein Tor dafür sorgen, dass die Wanderer bei Sturm oder Hochwasser nicht mehr in bzw. durch die Schlucht gehen können. Nachdem 2016 die Marienbrücke wieder eröffnet wurde, soll heuer der so genannte Gratweg, der von der Brücke auf den Tegelberg führt, saniert werden. Hier gibt es zahlreiche Stichwege, die geschlossen werden sollen. Außerdem muss die Verkehrssicherheit – in Teilen ein Geländer zur Schluchtseite hin – wieder bzw. neu hergestellt werden. 

Bäume müssen weichen 

Nach der Pöllatschlucht das zweite große Sanierungsprojekt ist der Schutzengelweg, der von der Tegelbergtalstation über die Rohrkopfhütte auf den Tegelberg führt. Nachdem dort bereits seit gut zwei Jahren vor allem im unteren Bereich gebaut worden wird, muss nun im mittleren Bereich ein Rutsch beseitigt werden: Eine Vernässung unterhalb des Weges hat diesen abrutschen lassen, nun muss der Weg hangseitig weiter in den Hang hineingebaut werden. Im oberen Bereich, erklärt Hannes Bruckdorfer, wolle man den Weg, der im Winter auch für die Skitourengeher genutzt wird, „auflichten“, das heißt, es werden Bäume entnommen. 

Im Ganzen ging Bruckdorfer auf alle Wege zwischen Forggensee und Tegelberg ein, auch auf die Wanderwege im Hochgebirge sowie die vielen Spazierwege etwa durch den Kurpark. Zu tun gibt es vor allem in den Bereichen, wo ein Steg führe, und zwar nach der einfachen Formel „Bänke-Brücke-Geländer“, die an 90 Prozent aller Wege zu finden sind. 

Komplizierte Arbeiten 

Was die Arbeiten aber weiter verkompliziert, sei der Umstand, dass der kommunale Bauhof nicht die Kapazitäten habe für alle Wege. Deshalb müsse ein Teil der Arbeiten fremdvergeben werden. Allerdings gebe es aktuell nur zwei Firmen, die einerseits über das entsprechende Baugerät wie kleine, schmale Bagger und Förderfahrzeuge sowie das entsprechend geschulte Personal verfügen. 

Im Hochgebirge müsse man zudem mit den Arbeiten warten, bis der Schnee die Wege wieder freigibt, gibt Bruckdorfer zu bedenken. Dazu seien die Arbeiter immer im Spagat, so schnell als möglich zu arbeiten, damit der Weg über die Wandersaison nicht geschlossen bleiben muss. 

An anderer Stelle müssen die Wege, etwa der Alpenrosenweg regelmäßig kontrolliert werden, um möglichen Gefahren vorzubeugen. Dafür wurden in der Pöllatschlucht eigens so genannte Extensiometer angebracht, die Bewegungen und damit Felsstürze etwa, rechtzeitig anzeigen sollen. Ein weiteres Problem für die Arbeiten stellen die Besitzverhältnisse dar. So teilt sich die Gemeinde den Grund für den Schwanseeweg mit dem Wittelsbacher Ausgleichsfonds, andere Wege verlaufen auf Staatsgrund oder gehören den privaten Waldkörperschaften oder Weidegenossenschaften. Für einen Weg ist sogar die Marktgemeinde Reutte verantwortlich.

gau

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