"Ganz ordentlich"

Schwangauer Haushalt mit rekordverdächtiger Investitionsquote

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Die Königsschlösser und vielfältige Freizeitmöglichkeiten locken viele Touristen nach Schwangau. Das sorgt für hohe Fremdenverkehrseinnahmen und damit einen soliden Haushalt.

Schwangau – Obwohl sie ihren Haushaltsplan 2019 laut Bürgermeister Stefan Rinke in verschiedener Hinsicht „relativ konservativ“ aufgestellt hat, steht die Gemeinde Schwangau nach Meinung ihres Dritten Bürgermeisters Peter Helmer finanziell bestens da.

Nach der Vorstellung des Haushalts in der Gemeinderatssitzung am Montagabend gratulierte Helmer vor allem Kämmerin Christiane Gschwend. „Es ist alles in bester Ordnung. Wir haben eine sehr erfreuliche Entwicklung in Schwangau“, sagte er Damit war Helmer der einzige, der sich nach der ausführlichen Präsentation des aktuellen Etats durch den Rathauschef überhaupt zu Wort meldete.

 Der von der Ratsversammlung einstimmig abgesegnete Haushaltsplan stellte nicht nur das Schwerpunktthema der Sitzung dar. Darüber hinaus machte er deutlich, dass die Schlössergemeinde für heuer mit einem Haushaltsvolumen rechnet, das sie insgesamt „ganz ordentlich“ aussehen lasse, wie Bürgermeister Rinke erklärte. 

Demnach beläuft sich der Gesamthaushalt auf rund 22 Millionen Euro, während das Investitionsvolumen mit etwa 8,3 Millionen Euro veranschlagt ist und damit eine „rekordverdächtige Investitionsquote“ von 37 Prozent bedeutet. „Das ist extrem“, unterstrich Rinke und fügte an: „Ob wir das umsetzen können, weiß ich nicht, aber das ist der Ansatz.“ Das neue Feuerwehrhaus, das im Herbst diesen Jahres eingeweiht werden soll, ist darunter das größte Projekt. Dafür seien ungefähr 2,5 Millionen Euro veranschlagt (der Kreisbote berichtete mehrfach).

 Ganz nach Plan entwickeln sich die Schulden Schwangaus, die bis zum Ende des Jahres auf etwa zwei Millionen Euro sinken sollen und so den niedrigsten Schuldenstand „seit über 30 Jahren“ darstellten, informierte Rinke die Ratsmitglieder. Der Bürgermeister zeigte sich daher auch erfreut darüber, dass die Gemeinde damit ihren finanziellen Konsolidierungskurs, den sie sich nach der Wahl 2014 als Ziel auf die Fahnen geschrieben hat, konsequent verfolgt. 

Wegen der hohen Investitionen wird Schwangau am Jahresende jedoch auch weniger Geld auf der hohen Kante haben. Infolgedessen sinke die Rücklage von 9,4 auf rund drei Millionen Euro, was laut Rinke allerdings „immer noch ordentlich“ ist. Als wichtigste Einnahmeposten des Haushalts bezifferte Kämmerin Gschwend indes neben den Steuern (knapp 3,6 Millionen Euro) sowie Steuerbeteiligungen (rund 2,5 Millionen Euro) die Kur- und Fremdenverkehrsbeiträge, die sich ihrer Berechnung nach auf 2,4 Millionen Euro belaufen dürften. Aufgrund ihrer großen Steuerkraft erhält die Schlössergemeinde dagegen wie im vergangenen Jahr auch heuer wieder keine Schlüsselzuweisungen.

lex

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