Gemeinde Schwangau zeichnet engagierte Bürger mit Silbernen Schwan aus

Silberner Schwan geht an Wolfgang Mair und Anna Straubinger

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Bürgermeister Stefan Rinke (rechts) mit den beiden geehrten, Anni Straubinger und Wolfgang Mair neben der Vereinsfahne der „Egerländer Gmoi”.

Schwangau – Der Silberne Schwan der Gemeinde Schwangau ging jetzt an Wolfgang Mair und Anna Straubinger. Die Auszeichnung überreichte ihnen Bürgermeister Stefan Rinke in der Weihnachtssitzung des Gemeinderats. 

Wie immer hatten Vereine oder Schwangauer Bürger die zu Ehrenden ,vor allem aufgrund ihres ehrenamtlichen Engagements vorgeschlagen. Dabei bildet Anna Straubinger keine Ausnahme. Sie wurde zwar nicht in Schwangau geboren, fand hier nach dem Zweiten Weltkrieg aber eine neue Heimat. „Sie ist eine der letzten Zeitzeuginnen und hat ihre Geschichte in einem interessanten dreiteiligen Film dokumentiert“, erinnerte Rinke. In dem Film „Wie ich aus dem Böhmerwald vertrieben wurde“ lasse sie ihre Heimat, die Flucht und das Leben in der Alpenrose wieder aufleben, so der Bürgermeister in seiner Laudatio. In der Vorschlagsbegründung des Katholischen Frauenbunds heißt es, dass Anna Staubinger 1953 aktives Gründungsmitglied der „Egerländer Gmoi” gewesen sei, die viel zur Verständigung zwischen Einheimischen und Vertriebenen beigetragen habe. „Zwischen 2003 und 2009 war sie Vorsitzende, musste aber den Verein wegen schwindender Mitgliederzahlen auflösen“, bedauerte Rinke. Sie kümmere sich um die Vereinsfahne, die jetzt im Schlossbrauhaus ausgestellt ist. Die verbliebenen Mitglieder der „Egerländer Gmoi” vereinigten sich mit der Sudetendeutschen Landsmannschaft, wo Straubinger geschäftsführend und als Kassiererin weiter tätig war. Noch heute stehe sie ihrer Landsmannschaft organisierend und beratend zur Seite. 

Urgestein des örtlichen Faschings 

Als Urgestein gehörte Straubinger unverzichtbar zum Schwangauer Fasching und nahm 65 Jahre lang beim Faschingsumzug mit einer eigenen Zugnummer teil, in Erinnerung sei hier „ihr“ König Ludwig oder „die letzten Kräuterhexen“ gerufen, so Rinke. Darüber hinaus betrieb sie mit ihrem Mann über 30 Jahre lang eine Imkerei und „ist heute noch eine geschätzte Ratgeberin für die Nachfolger“. Schließlich eröffnete Anni Straubinger im Café Sauerwein einen wöchentlichen Rentnerstammtisch. Dieser ist nach wie vor sehr beliebt und gut besucht. Seit 1999 gehört sie außerdem dem Frauenbund an. 

Ebenfalls sehr aktiv im Dorf unterwegs ist Wolfgang Mair, den der Gemeinderat vorgeschlagen hatte, dem Mair viele Jahre als Mitglied angehört hatte. Während seiner Ausbildung bei Bihler erlernte er die Fähigkeiten, „die ihm im späteren Leben noch viel helfen sollten“, so Rinke. „Schon mit sechzehn Jahren trat er in die Freiwillige Feuerwehr Schwangau ein und leistete dort aktiven Dienst“. Mair war wie auch Straubinger im Faschingsverein in Schwangau aktiv und engagierte sich nicht nur als Elferrat, sondern auch viele Jahre als Vorreiter des Faschingsumzugs, Fahnenträger und war sogar für eine Saison Faschingsprinz. 

Besonnenes Gemeinderatsmitglied 

Im Gemeinderat galt Mair als sehr besonnener und gut vorbereiteter Kollege. „Wolfgang Mair hat sich sein Leben lang im Dorf in vielfältiger Weise engagiert. Beispielsweise fertigte er in langer Feinarbeit einen Tresorschlüssel für die Feuerwehr an, um den alten Tresor wieder öffnen zu können“. Außerdem kümmere er sich um die Instandhaltung der Oldtimer im Feuerwehrmuseum und repariert bei Bedarf die Aggregate und Maschinen der Feuerwehr, die nicht mehr funktionieren. Für den TSV mähte er regelmäßig den Sportplatz und reparierte die kaputten Mäher des Vereins. 

Den silbernen Schwan erhalte Wolfgang Mair aber vor allem aus einem Grund: „Er betreibt echte Nachbarschafts- und auch Dorfgemeinschaftshilfe“, so Rinke. „Er übernimmt Fahrdienste, wenn jemand Hilfe braucht oder kein Auto hat. Er bringt alte Maschinen wieder in Schwung. Manchmal stellt der Wolfi jemandem einfach einen Anhänger voll Holz vor die Tür, wenn der Winter kommt“. Und er leiste freiwillig und ehrenamtlich schon mehr als dreißig Jahre Dienst im Kurpark. So baue Mair Vogelhäuser, schneide Äste, die in die Wege wachsen, macht Holz, räumt fast täglich Müll und Unrat um die Wasserreserve weg und mäht das Gras. „Er nimmt einfach am Morgen seinen Schubkarren und geht los. Ohne groß Aufhebens zu machen und ein Lob zu erwarten“, betonte der Bürgermeister. „Und was wohl fast keiner weiß: Er machte in unzähligen Stunden seiner Freizeit das jedem bekannte Jesuskind der Franziskanerkirche wieder gängig. Damit es an Weihnachten wieder seine Runden drehen kann“. in der heutigen Ellbogengesellschaft, „in der jeder nur an sich selbst denkt, sind Menschen wie er rar geworden”, so der Schwangauer Rathauschef. 

Deshalb überreichte Rinke sowohl Mair als auch Straubinger den von einer Schwangauer Silberkünstlerin modellierten Schwan sowie ein kleines Geschenk. Ein Dank galt dabei auch Rinkes Gemeinderatskollegin Margit Kiefer, die heuer im vierten Jahr das „Schwangauer miteinander”, ein gemeinsames Essen, vor allem auch für Senioren, organisiert hatte.

gau

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