Schwangau: Neue Wasserschutzgebietsverordnung erschwert Bauanträge

Große Auswirkungen

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Schwangaus Bürgermeister Stefan Rinke will weiter gegen die neue Wasserschutzgebietsverordnung kämpfen.

Schwangau – Welche Auswirkungen die neue Schutzgebietsverordnung für die Trinkwasserbrunnen auf Schwangauer Flur haben, konnte jetzt im Schwangauer Bauausschuss bei einem Bauantrag des Forstamtes in Hohenschwangau beobachtet werden.

Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Füssen besitzt in Hohenschwangau an der Colomanstraße ein Betriebsgebäude. Nun will die Verwaltung hier einen Gerätestadel anbauen, in dem unter anderem Motorsägen gelagert und genutzt werden. Hohenschwangau gehört aber zur neu ausgewiesenen Schutzzone II der Trinkwasserbrunnen der Stadt Füssen, um die bereits heftig gestritten wurde – schließlich ist der gesamte Ortsteil von einer normalen Entwicklung damit quasi abgeschnitten (der Kreisbote berichtete mehrfach).

Welche Auflagen es nun zu beachten und einzuhalten gilt, konnte man jetzt an dem Bauantrag sehen, der zunächst an das Landratsamt und erst danach an die Gemeinde gegangen war. Denn obschon das Vorhaben privilegiert ist, musste es zunächst hinsichtlich der Wasserschutzgebietsverordnung geprüft werden. Ansonsten wäre jegliches Bauvorhaben in Hohenschwangau verboten, erfuhren die Räte und Zuhörer bei der Diskussion.

 Spezielles Motoröl 

So muss der Anbau auf einer betonierten Bodenplatte stehen, damit eventuelle Betriebsstoffe (Benzin, Öl, Schmiermittel) nicht in das Grundwasser gelangen können, das die Brunnen anströmt. Weiterhin merkte Bürgermeister Stefan Rinke an, dass nur biologisch abbaubare Kettensägenöl verwendet werden darf im Bereich des Gelände, das innerhalb von 21 Tagen rückstandsfrei abgebaut wird.

Als Treibstoff für die Motorsägen kommt ein Alkoholgemisch zum Einsatz, das dieselben Eigenschaften wie die Schmiermittel aufweist. „Hier spürt man schon sehr schnell die Auswirkungen der Wasserschutzgebietsverordnung“, merkte der Bürgermeister an, der nach wie vor heftig Widerstand gegen die Verordnung auf seinem Gemeindegebiet leistet.

So darf beispielsweise künftig nur auf befestigten Flächen geparkt werden, damit ebenfalls keine Treib- oder anderen Betriebsstoffe der Fahrzeuge in das Grundwasser gelangen können. Grundätzlich hat das zuständige Wasserwirtschaftsamt in Kempten seine Zustimmung bzw. eine Befreiung für das Vorhaben in Aussicht gestellt.

Das allerdings vorbehaltlich. So könnten weitere Maßnahmen getroffen werden, wenn ein öffentliches Interesse bestehe. „Das ist exemplarisch für die Situation“, meinte Rinke, „wenn man im neuen Wasserschutzgebiet der Stadt Füssen bauen will“.

Oliver Sommer

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