Bauausschuss genehmigt Entwürfe für die Erweiterung der "Alpenrose"

"Das haut mich nicht vom Hocker"

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Das Lisl-Alpenrose-Areal von Schloss Hohenschwangau aus gesehen. Verschwinden werden/sollen das Thoma-Haus (zwischen „Lisl“ und „Galeria“) sowie die „Galeria“ (hinter dem Bräustüberl) um Platz zu machen für die Neubauten. Gut zu erkennen ist der unterschiedliche Baustil der Gebäude  zwischen „Alpenrose“ (rechts) und dem „Lisl“ (links). Davor steht das Jägerhaus, ein alter Bettentrakt, der erhalten werden soll.

Schwangau – Die Entwürfe für die Hotelerweiterung Alpenrose in Hohenschwangau haben den Bauausschuss passiert. In einem zweiten Anlauf hat der Architekt Johannes Wegmann nun Entwürfe vorgestellt, die dem Gremium zusagten. 

Allerdings machten die Gemeinderäte Einschränkungen, vor allem bei der Farbgebung. Außerdem stößt die Größe der Anlage noch immer nicht auf unbedingte Gegenliebe.

Robert Berchtold (FDG) war der Erste, der nach dem Vortrag des Schlierseer Architekten das Wort ergriff. „Also, im Bezug auf den Saalbau“, so Berchtold, „finde ich mich mit meinen Anregungen wieder“, gratulierte er dem Planer für die Überarbeitung der Entwürfe. Auch was die Verbindungsbauten anbelangt, wurden die Vorschläge, des Bauausschusses aufgegriffen.

Strukturierte Fassade

 Was den Hotelkomplex angeht, war sich Berchtold im Klaren, „kann man den nicht wegretuschieren“. Der bleibe groß und mächtig in der Landschaft. Insbesondere störte sich der Hohenschwangauer daran, dass noch immer die Funktion die Form dominiere, Zimmer an Zimmer spiegele sich wieder. Weshalb Berchtold für sich schloss: „Das haut mich nicht vom Hocker. Da sagt keiner wow!“.

Berchtold befürchtete zudem, dass man sich vor Gästen und Schwangauern rechtfertigen müsse. An so prominenter Stelle, so Berchtold, könne es dann heißen, „Was habt ihr da gemacht?“.

Wie berichtet, hatte Wegmann im Auftrag des Wittelsbacher Ausgleichsfonds (WAF) Entwürfe erarbeitet, bei denen der bisherige Galeriabau für einen gut 60 Meter langen Gebäudekomplex im Anschluss an das Hotel Lisl weichen wird. In dem Gebäuderiegel sollen ein Restaurant, ein Veranstaltungskomplex sowie ein Hotel untergebracht werden. Daran schließt sich im Süden, hinter der Alpenrose ein weiterer Hotelkomplex mit einem Wellnessbereich an.

Seinerzeit hatten die Räte moniert, dass hier die Abwechslung, vor allem die Struktur fehle. So hatte Wegmann keine Fensterladen geplant oder Balkone und die Fassade in einem eintönigen grauweiß dargestellt. Mit den neuen Vorschläge bewies das Architekturbüro nun, dass es auch besser geht. Statt einer einheitlichen Fassade tauchen nun kleine Balkone auf, insbesondere am Saalbau. Zudem haben die Verbindungsbauten mehr Struktur erhalten.

Tiefgarage oder Verlegung

 Außerdem hatte Wegmann ein Element der benachbarten Gebäude aufgegriffen: Er wählte die Dacheindeckung in rot anstatt eines dunklen Betongrau. Gleichwohl zeigte sich Wegmann davon nicht überzeugt: „ Was wir versucht haben auszudrücken ist, dass soviel rot (rote Dachfläche – Anmerk. d. Red.) zu mächtig wird“. Er verwies darauf, dass beispielsweise auch das Hotel Müller mit grauem Blech eingedeckt sei. Man gehe hier einen Mittelweg. Neue Gebäude sollten als solche zu erkennen sein, befand er.

Anders sah das Rupert Gebler (CSU). Er war der Auffassung, dass es hier um ein Ensemble gehe, man sich also auch in der Farbwahl anpassen sollte. Der Meinung war auch Gisela Lederer (FDG). Sie schlug vor, die Dächer in rot mit einer grünen Einfassung zu halten. So ähnlich hatte Wegmann das Dach des Saalbaus geplant. Klar waren sich die Beteiligten darüber, dass das Denkmalamt hier auch noch mitreden werde. Gehe es nach ihm, so Wegmann, würde die Fassade in einem Umbraton gehalten, eventuell in Muschelkalk gearbeitet. Das nehme er auf jeden Fall mit in die Gespräche mit dem Denkmalamt.

Einen großen Brocken mussten Architekt und der Administrator des WAF dann aber doch noch schlucken. Die Pläne sahen die Ausweisung von 117 Stellplätzen für die Hotelgäste auf dem Alpseeparkplatz vor. Der ist aber eventuell niemals genehmigt worden, wie Bürgermeister Stefan Rinke (CSU) anmerkte. Deshalb verwies er erneut darauf, dass die Stellplätze doch besser in einer Tiefgarage untergebracht werden sollten.

Nachdem man bemüht sei, die Parkplatzsituation in Hohenschwangau generell zu verbessern, so Rinke, käme neben der Tiefgarage nur noch die Verlagerung der Stellplätze ins Tal auf die Hofwiese in Frage. Eine Vorgabe, die insbesondere bei Johannes Wegmann für eine entsprechende Reaktion sorgte. „Sie verlangen hier etwas, was der Bebauungsplan nicht vorsieht“, so Wegmann. Das umzusetzen werde schwierig, deutete er an.

Überdeckte Stellplätze

 Schließlich einigten sich die Räte darauf, dass, wenn die Verlegung bzw. Tiefgarage so nicht komme, die Stellplätze zumindest überdeckt sein müssen, das bedeutet einzuhausen. Auch was die Nutzung der Versammlungsräume angeht, setzten sich die Räte durch. Die 360 Sitzplätze im Saal dürfen nur Hotelgäste nutzen. Somit sind Präsentationen oder Konferenzen, bei denen die Teilnehmer eigens an- und abreisen, ausgeschlossen.

Wolle man dies ändern, müsste ein Antrag gestellt werden. Dann allerdings würde die Stellplatzfrage neu aufgeworfen und der Nachweis verlangt. Auch dürfen die Stellplätze des Hotels nicht anderweitig, etwa an Tagestouristen vermietet werden. Schlussendlich wurde auch in den Antrag mit aufgenommen, dass sich die Räte die Dacheindeckung in rot, grün abgesetzt wünschen.

 

Oliver Sommer

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