Lechbruck sucht die perfekte Krippen-Lösung

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Hier in die Lechbrucker Grundschule soll nach Bürgermeister Helmut Angls Plänen die Kinderkrippe einziehen.

Lechbruck - Es wäre eine ziemlich überstürzte Entscheidung geworden, die der Lechbrucker Gemeinderat bei den Plänen für eine Kinderkrippe in seiner jüngsten Sitzung hätte treffen müssen. Doch nachdem die Frist für die Einreichung der Förderanträge geschoben worden war, bekamen die Räte nun ein wenig Luft.

Sie beschlossen mehrheitlich das Thema mit allen Beteiligten zu diskutieren. Bis Ende April, so der Architekt Alois Brenner, hätte man die Pläne für die Kinderkrippe einreichen müssen, hätte man Fördergelder aus dem von der Staatsregierung initiierten Programm erhalten wollen. Weshalb die Versammlung vergangene Woche hätte abstimmen müssen. Dabei waren wichtige Beteiligte, nämlich die Schulleitung der Grundschule, in deren Gebäude die Krippe, nach dem Willen des Bürgermeister angesiedelt werden sollte, fünf Tage zuvor erst informiert worden. So formierte sich nicht nur von dieser Seite Widerstand, auch die eigenen Gemeinderäte wollten Helmut Angls Pläne nicht mittragen. Dabei hatte man die Pläne schon lange auf der Agenda, so Brenner, vor gut zwei Jahren bereits war das Thema angeschoben worden. Jetzt erst, in der Vorwoche, so Angl, habe man aber alle Zusagen und Pläne in die Hand bekommen. Dabei geht es um Neubau oder Umbau eines bestehenden Gebäudes, wo dann eine zweigruppige, für 24 Kinder ausgelegte, Krippe einziehen soll. Der Neubau, so Brenner würde seinen Berechnungen zufolge 650.000 Euro, plus eine zehnprozentige Steigerung der Summe seit Schätzung, kosten. Für den Umbau hatte Brenner etwas mehr als 260.000 Euro veranschlagt, ebenfalls plus Steigerung und dazu noch die Umbau- und Umzugskosten für die Verwaltung der Grundschule, die er mit 150.000 Euro ansetzt. Wobei es Angl weniger auf die Mehrkosten für den Neubau ankäme. „Ich fürchte mich vor den Folgekosten“, meinte der Rathauschef. Die verortete Angl etwa in den Heizkosten und im laufenden Betrieb. Demgegenüber stellten die Räte aber die Frage, ob das überhaupt zusammengehe, ob nicht Kindergartenkinder und Krippenkinder besser zusammenpassen würden. Auch ging die Ansicht, wie die Prognose, für den Krippenbedarf einerseits und die Schülerzahlen andererseits ausfallen, auseinan- der. Gegen zwei Stimmen, darunter die des Bürgermeisters, setzte sich die Mehrheit der Räte ihre Forderungen durch. Sie wollen einen runden Tisch aus Beteiligten bilden und das Thema nochmals diskutieren. Dabei kam den Räten aber auch zugute, dass die Förderfrist verschoben worden war und die Projekte auch nicht mehr in diesem Jahr abgeschlossen werden müssen. Zwar bleibt der Rechtsanspruch ab dem ersten September bestehen, nun wollen die Räte aber die perfekte Lösung für alle Seiten suchen. Mehr dazu sim Artikel unten. gau

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