High-Tech-Unternehmen plant Logistikzentrum

Baut Deckel Maho in Vils?

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Auf der „grünen Wiese“ an der westlichen Einfahrt nach Vils wird womöglich eine Logistik-Zentrale von Deckel Maho Pfronten gebaut werden. Im Vilser Stadtrat steht man den Überlegungen aufgeschlossen gegenüber.

Vils/Pfronten – Mit Deckel Maho trägt sich einer der größten Arbeitgeber in der Region mit dem Gedanken, eine Logistik-Zentrale in Vils zu errichten.

Diverse Vorgespräche mit der Gemeinde Vils wurden von der Firmenleitung von Deckel-Maho in dieser Richtung bereits geführt. Dabei konnten aufgetauchte Unsicherheiten aus dem Weg geräumt werden. Das Vorhaben wurde nun auch vom Vilser Gemeinderat goutiert. Bei einer Abstimmung im Gemeindeparlament stimmte eine überwältigende Mehrheit – zwölf von dreizehn – für die Einleitung einer Änderung des örtlichen Raumordnungskonzeptes.

Auf der „grünen Wiese“ an der westlichen Einfahrt der einzigen Stadt im Bezirk Reutte könnte also ein Ableger eines großen Industriebetriebes entstehen. Deckel-Maho ist einer der größten Hersteller von spanenden Werkzeugmaschinen in Deutschland und auch weltweit ein führender Hersteller von CNC-gesteuerten Dreh- und Fräsmaschinen. Mehr als 200 Arbeitnehmer, darunter auch Vils Bürgermeister Günter Keller, pendeln täglich aus dem Außerfern nach Pfronten. 

Die international bekannte Firma stieß in Pfronten an die Grenze von Flächenkapazitäten, sodass für den Bau einer Logistik-Zentrale der Blick über die Grenze ins benachbarte Österreich angetan schien. Die Stadtgemeinde Vils wird als guter Standort erachtet. Dort könnten nun 40 neue Vollzeitarbeitsplätze entstehen.

Das Vorhaben rief aber auch Kritiker auf den Plan. Ihr Sprecher, Gemeinderat Markus Petz, der gegen den Plan stimmte, wartete bei der letzten Sitzung dann auch mit einer Unterschriftenliste auf. Knapp 200 Bürger, die eine massive Verkehrszunahme durch Lkws befürchten, gaben damit ihrem Missfallen Ausdruck. Und es sollen noch mehr werden, war von Seiten der Gegner zu erfahren. Sie zweifeln an den von der Pfrontener Betriebsleitung genannten Zahlen von Fahrten pro Tag.

Kein Tourismusort

Diese Zahlen hatte Bürgermeister Günter Keller bei der Sitzung auf den Tisch gelegt. Demnach seien im Durchschnitt 25 Lkw-Fahrten am Tag zu erwarten. „Viel wird sich auch zwischen Vils und Pfronten abspielen und berührt unsere Stadt gar nicht“, meinte er dazu. Für Bürgermeister Keller und die Mehrheit seines Gemeinderates steht die Entwicklung des Städtchens im Vordergrund. Eine Tourismusgemeinde werde Vils ohnehin nie werden, ist man in der Grenzgemeinde überzeugt.

Verwaltung und Politik werden also daran gehen, die notwendigen Schritte einzuleiten. Sollten alle anstehenden Widmungen und Genehmigungen erfolgen und sich die Pfrontener Firma zur Ansiedlung entscheiden, könnte man eine Realisierung im kommenden Jahr erwarten. Rathauschef Keller versprach die Bedenken der Bevölkerung ernst zu nehmen und die Bürger detailliert über die weiteren Schritte zu informieren.

niko

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