Reutte soll Pflegebetten ausbauen

Nationalrätin Liesi Pfurtscheller (v.l.), Vizebürgermeister Dietmar Koler und Vizebürgermeisterin Elisabeth Schuster fordern eine zügige Planung beim Ausbau von Pflegebetten. Foto: ed

Reutte – Die der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) nahe stehende Gruppe „Gemeinsam für Reutte" - Liste Koler hat sich bei einer Klausursitzung Gedanken gemacht, wie die Politik auf die demographische Entwicklung in Reutte und ihre Auswirkung auf Pflegeein-richtungen reagieren könnte.

Im Mittelpunkt der Überlegungen stand die Ist-Situation im Seniorenzentrum Reutte, das derzeit für 63 Bewohner und zehn Plätze für die Tagesbetreuung ausgerichtet ist. „Das Heim ist voll ausgelastet und es gibt hier, wie im Bezirkspflegeheim Ehrenberg, eine lange Warteliste", so Vizebürgermeister Dietmar Koler als Vorsitzender der Gruppe. Er führt weiter aus, dass es wichtig sei, gut für die Reuttener Senioren zu sorgen. Neben dem weiteren Ausbau der Unterstützung von häuslicher Pflege sei seine Fraktion auch für den weiteren Ausbau des Seniorenzentrums, um für den Bedarfsfall gewappnet zu sein. Zum besseren Verständnis: Bis zum Jahr 2022 wird in Reutte der Anteil der 75-Jährigen um 43 Prozent steigen. Der Tiroler Strukturplan „Pflege” sehe vor, dass im Bezirk Reutte bis 2022 weitere 30 Pflegebetten zur Verfügung stehen sollten und der Ausbau der bestehenden Pflegeeinrichtungen im Bezirk dementsprechend vom Land Tirol stark gefördert wird. 

„Das Budget der Marktgemeinde steht momentan der sich anbahnenden Situation relativ ideenlos gegenüber", so National- und Gemeinderätin Liesi Pfurtscheller. Pfurtscheller forderte, dass sich Reutte der demographischen Entwicklung der Zukunft stellen müsse. Es sei höchste Zeit sich mit den sozialen und betriebswirtschaftlichen Aspekten zu beschäftigen, das heißt den Ausbau des „Haus zum Guten Hirten” zu forcieren und entsprechende Vorgespräche beziehungsweise Vorplanungen in Angriff zu nehmen. Die notwendige Infrastruktur in der Einrichtung sei vorhanden und ein Ausbau folglich möglich. 

„Um das Budget zu schonen, können wir uns vorstellen, einen entsprechenden Zubau durch einen Bauträger errichten zu lassen und mit den Mehreinnahmen aus der Bettenaufstockung die Miete zu entrichten", so VB Koler. Weiter führte er aus, dass im Zuge von Vorgesprächen betriebswirtschaftliche Notwendigkeiten, wie zum Beispiel die Überführung des Heimes in einen eigenen Rechnungskreis oder eine eigene gemeinnützige GmbH genauso offen ausdiskutiert werden könnte, wie zum Beispiel die Beteiligung oder Zusammenarbeit mit Umlandgemeinden. Er betonte, dass man keine Konkurrenz zum Haus „Ehrenberg“ bilden, sondern nach gemeinsamen Lösungen suchen wolle. VB Elisabeth Schuster stellte die Prognose, dass es bereits 2016 in Bezug auf Pflegeplätze „recht eng“ werden könnte: „Wir müssen die Weichen so stellen, dass die Rahmenbedingungen stimmen – und das auf dem schnellsten Wege.“ ed

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