Im Königswinkel helfen Schülerlotsen seit 40 Jahren Kindern auf ihrem Schulweg

Seit 40 Jahren im Einsatz

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Tauschen sich über die Geschichte von damals aus: Reiner Petermann (v.l., Mittelschule Pfronten) und Dieter Volland (allererster Vorsitzender der Verkehrswacht in Pfronten 1976) sowie der erste Polizeihauptkommissar der PI Füssen, Edmund Martin, neben Sabine und Amelie Klotz. Dane-ben der aktuelle Vorsitzende der Verkehrswacht im Ostallgäu, Rainer Lutz mit Thomas Zeidler, stellvertretendem Stationsleiter der Polizei in Pfronten, sowie Dietrich Müller.

Pfronten – Vor 40 Jahren begann im Königswinkel die Ära der Schülerlotsen. Deshalb lud die Polizeistation Pfronten zu einem Treffen ein – mit dabei waren der Gründervater der Schülerlotsen, Dieter Volland, und eine Schulweghelferin der ersten Stunde sowie deren Tochter, Schülerlotsin von heute.

Offiziell heißen sie „Verkehrshelfer“, aber allgemein bekannt sind sie als „Schülerlotsen“. Zumeist in der Früh und mittags stehen die jungen Burschen und Mädchen an den Schulwegen und sperren die Straße für die Kinder und jungen Erwachsenen, die auf dem Weg zur oder von der Schule sind. 1953 gab es den ersten Schülerlotsen in Deutschland, 1974 die ersten im Königswinkel, genauer gesagt in Pfronten. 

Seitdem haben viele Generationen von Schülern ihresgleichen über die Straße geholfen, seit damals gab es nicht einen tödlichen Unfall mit Schülern an einem von Schülerlotsen gesicherten Übergang. 

Heute verrichten knapp 100 Verkehrshelfer Dienst im südlichen Ostallgäu, verteilt auf Roßhaupten, Füssen und Pfronten. Eine von ihnen ist die Pfrontnerin Amelie Klotz, die schon in zweiter Generation hilft. Sie sei eine seiner besten Schülerlotsinnen gewesen, erinnert sich Dieter Volland. Damals hieß Sabine Klotz allerdings noch Hintermair mit Familiennamen, war zwölf Jahre alt und stand regelmäßig auf der Straße, um ihre Mitschüler sicher über selbige zu bringen. 

Ihr erste Einsatz für sie war damals an der Vilstalbrücke bei der Ampel (die es 1979 noch nicht gab), erinnert sich Sabine Klotz heute. Ausgestattet mit einer Kelle, einem weißen Häubchen und einer weißen Schärpe mit Koppel standen die jungen Mädels in den ersten Jahren auf der Straße und stoppten den Verkehr. Später gab es signalfarbene Über-würfe mit der Aufschrift Verkehrshelfer. 

"Man hat Bammel" 

Sie sei einfach neugierig gewesen, erzählt die Mutter auf die Frage nach dem Warum. Drei Jahre lang stand sie, zwischen der sechsten und neunten Klasse, als Helferin an den Übergängen. Seinerzeit bereitete noch die Polizei, in Person des damaligen Ausbilders Dieter Volland, die Schülerlotsen auf ihren Job vor, ehe er schließlich 1976 die Verkehrswacht in Pfronten gründete. Heute übernimmt der Verein die Ausbildung, die Polizei unterstütz die Schulweghelfer in den ersten Wochen. 

„Man kann schon Bammel bekommen“, erzählt Amelie Klotz, „wenn plötzlich einer dieser großen Busse vor einem steht“. Der übrigens wie alle anderen Verkehrsteilnehmer auf das Kommando der zierlichen Schülerin hören und bremsen muss, wenn sie auf der Straße steht. Natürlich hat Amelie zuvor – wie alle anderen auch – eine theoretische und praktische Ausbildung gehabt und sogar eine Prüfung bestehen müssen, ehe sie offiziell den Straßenverkehr beeinflussen und steuern darf. 

Eine ihrer Freundinnen habe kürzlich erst ein Kind zurückgehalten, das auf die Straße rennen wollte, erzählt Amelie. Sie weiß um die Wichtigkeit ihrer Aufgabe. 

Große Anerkennung 

Diese kennt man auch bei der Verkehrswacht und in der Polizei genau. So gibt es als Anerkennung für die ehrenamtliche Aufgabe ein Helferessen und ein eigenes Schreiben von der Schule, in der das soziale Engagement gewürdigt wird. „Gerade die Schulen sind quasi der Dritte im Bunde“, lobte Thomas Zeidler die Schulen, die mit Verkehrswacht und Polizei zusammenarbeiteten. 

Deshalb auch war Rainer Petermann, der an der Mittelschule für die Verkehrs-erziehung verantwortlich ist und die Schülerlotsen unter sich hat, zu dem Treffen der Ehemaligen gekommen. Neben Volland waren dies auch Dietrich Müller, Gründungsmitglied der Verkehrswacht in Pfronten, sowie Vertreter der Polizeiinspektion in Füssen und in Pfronten.

Oliver Sommer

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