Neuer Edeka-Markt: Ausschuss spricht sich für eine maximale Verkaufsfläche von 1700 Quadratmeter aus

Geplanter neuer Edeka-Markt in Füssen: »Das ist viel zu groß!«

Edeka Markt in Füssen
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Die bisherigen Räume des Edeka-Markts sind mittlerweile zu klein geworden. Deshalb will er die Straßenseite wechseln und neu bauen. Einen ersten Entwurf haben jetzt die Planer im Bauausschuss vorgestellt.

Füssen – Für den neuen Edeka-Markt in der Hopfener Straße hat der Bauausschuss am Dienstag die siebte Änderung des Bebauungsplans (B-Plan) „N 10 – Moosangerweg Ost“ einstimmig beschlossen. Die Planer stellten in der Sitzung den Entwurf für den Verbrauchermarkt vor, der sich jetzt aber ohne eine Filiale von Matratzen-Concord auf dem Areal ansiedeln möchte. Kritisch sahen einige Räte jedoch die große Verkaufsfläche von 1700 Quadratmeter zuzüglich Backshop und die Verkehrssituation. 

Weil der Edeka-Markt in der Hopfener Straße zu klein geworden ist, möchte der Lebensmittelmarkt die Straßenseite wechseln und auf der Fläche zwischen dem Moosanger Weg und der Hopfener Straße neu bauen (der Kreisbote berichtete mehrfach). Aber: „Matrazen-Concord möchte sich nicht ansiedeln“, informierte Hans Schneider, Geschäftsführer von der Konzeptbau Bauträger- und Int. Immobilien GmbH, die Räte. Daher seien die ursprünglich geplanten 2100 Quadratmeter Verkaufsfläche in Absprache mit Edeka zu groß. Der Lebensmittelmarkt möchte nun auf 1700 Quadratmeter Verkaufsfläche zurückgehen – plus 150 Quadratmeter für den Backshop. Dieser soll zusammen mit Lagerräumen im Erdgeschoss des neuen Gebäudes Platz finden, wo auch überdachte Parkplätze geplant sind. Mit der Rolltreppe sollen die Kunden dann ins erste Obergeschoss des zweistöckigen Gebäudes fahren, wo sich Edeka befindet. Das Gebäude soll außerdem ein begrüntes Flachdach mit unauffälliger Photovoltaik-Anlagen bekommen. Auch die Abfall- und Wertstoffbehälter werden im Gebäude untergebracht.

Bei den Stellplätzen gehen die Planer derzeit von einem Parkplatz pro 15 Quadratmeter Verkaufsfläche aus, allerdings müssten sie die Entwürfe noch der reduzierten Verkaufsfläche anpassen. Die, die am Rand liegen, sollen einen wasserdurchlässigen Belag bekommen. Vor Ort werden auch drei bis fünf E-Ladesäulen für Autos entstehen. „Das ist auf jeden Fall geplant“, beantwortete Schneider Dr. Martin Metzgers (BfF) Frage. Auch Ladestationen für Fahrradfahrer seien vorgesehen.

Zudem werde der Kunde- und der Lieferverkehr getrennt. Während Kunden über die Hauptzufahrt in der Hopfener Straße oder den Moosangerweg zum Edekamarkt fahren können, ist für die Liefer-Lkws eine separate Zu- und Ausfahrt im Süden geplant. Diese sollen vorwärts auf das Gelände und ins Gebäude fahren, ausladen und dieses anschließend vorwärts über den Moosangerweg und die Hopfener Straße verlassen.

Zweifel an Lieferzufahrt

Ob das allerdings auch in der Praxis reibungslos funktioniert, daran hatten Metzger und FWF-Stadtrat Thomas Scheibel so ihre Zweifel. „Die Kurve ist absolut für Schwerlastverkehr geeignet“, meinte jedoch Schneider. Das Konzept hätten Experten nach einem umfangreichen Verkehrsgutachten inklusive Verkehrszählung erstellt. Außerdem hätte die Stadtverwaltung erklärt, dass der Moosangerweg nicht für Lkw ausgebaut sei.

Um die angrenzenden Wohnhäuser vor Lärm zu schützen, sei der Betrieb nur zwischen 6 und 22 Uhr erlaubt, was auch die Anlieferung von Waren einschließt. Um die genaue Lärmbelastung zu prüfen, haben Experten bereits ein Lärmschutzgutachten erstellt, für das sie auch verschiedene Messpunkte im Wohngebiet herangezogen haben.

Gefährliche Ausfahrt

Bedenken wegen der Sicherheit der Fahrradfahrer hatten zudem Jürgen Doser (FWF) und CSU-Stadtrat und Polizist Thomas Meiler. Denn die Hauptroute von Radlern, die von Hopfen nach Füssen fahren, sei die Hopfener Straße, erklärte Doser. Gleichzeitig sei hier jedoch die Hauptausfahrt der Kunden. „Ich sehe hier ein bisserl ein Problem.“ „Da vorne ist ein Unfallhäufungspunkt“, meinte auch Meiler. Deshalb betonte er, dass hier die Sicht für die Autofahrer besonders wichtig sei. „Im Gutachten ist genau das aufgeführt“, informierte Schneider. Demnach müssten dafür ein Zaun und eine Mauer sowie zwei bis drei Bäume weichen.

Ein Problem mit der Verkaufsfläche hatte dagegen Stadtrat Metzger. Seiner Ansicht nach seien die 1700 Quadratmeter viel zu groß, schließlich hätten andere Verbrauchermärkte in der Lechstadt nur eine Verkaufsfläche von rund 1200 Quadratmeter. Er sah die Gefahr, dass hier Waren des Randsortiments angeboten werden. „1700 Quadratmeter, das ist schon eine Maßnahme, die ich von Edeka mitbekommen habe, dass der Markt betreibbar ist“, erklärte jedoch Schneider.

Kompromiss finden

„Wir sollten bei der Größe, die wir beschlossen haben, bleiben“, meinte Christoph Weisenbach (CSU) zu dem Thema. Schließlich habe sich das Kommunalparlament im Mai sehr intensiv damit befasst. Und damals habe es sich für eine maximale Verkaufsfläche von insgesamt 1700 Quadratmeter ausgesprochen. „Das Gutachten (zum Einzelhandel – Anmerk. d. Red.) hat nichts gegen 1700 Quadratmeter inklusive Backshop einzuwenden“, informierte Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU). Außerdem bräuchten die Planer für die Planungssicherheit grobe Richtlinien, beantwortete er Metzgers Frage, ob der Beschluss überhaupt klare Quadratmeterzahlen enthalten muss. Denn der BfF-Stadtrat hielt das für eine „Überforderung des Gremiums“. Das wisse schließlich nicht, wie viel Verkaufsfläche der Markt unbedingt für seinen Betrieb braucht. „Wir kennen das seit Jahren, dass hoch gepokert wird, um uns unter Druck zu setzen.“

Am Ende schloss er sich aber seinen Stadtratskollegen an und sprach sich für die Änderung des B-Plans aus. Der Markt inklusive Backshop darf demnach eine maximale Verkaufsfläche von 1700 Quadratmeter haben. Bis zur nächsten Beratung sollen die Planer ein detailliertes Konzept für die Fassadengestaltung und die Werbeanlagen vorlegen.

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