"Gerecht abrechnen"

Mit seinem Amtsantritt vor zwei Jahren habe man beschlossen, die finanzielle Situation der Stadt konsequent zu ändern, rekapitulierte Bürgermeister Paul Iacob (SPD) vergangene Woche im Soldatenheim. Zu den Veränderungen gehört neben konsequenten Sparmaßnahmen auch, städtische Leistungen in Rechnung zu stellen. Bei dem Treffen, auf Einladung der Stadt, erfuhren die Vertreter der Vereine, was es sie künftig kosten wird, die Hilfe der Stadt in Anspruch zu nehmen, um ein Fest auszurichten, beziehungsweise, wie man Kosten durch Eigenleistung vermeiden kann.

Schon in der Vergangenheit galt, dass Leistungen der Stadt, etwa die Arbeitsleistung eines Bauhofmitarbeiters, das Aufstellen der Verkaufsbuden, einer Bühne oder Absperrgitter bezahlt werden sollten. Doch zumeist habe man, so Paul Iacob die Leistungen nicht in Rechnung gestellt oder diese nicht einkassiert, vor allem dann, wenn der Verein entsprechend auf die Pauke gehauen habe. Doch damit soll Schluss sein, „ich möchte ein gerechtes System“ so Iacob, „und wissen, was kostet was und wo geht das Geld hin“. Man habe unter seinen Amtsvorgängern zum Teil nicht mehr gewusst, was man in Rechnung stellen könne und was nicht. Die Aktivitäten der Vereine sollten nicht geschmälert werden, aber es müsse wieder eine gewisse Transparenz und Gerechtigkeit herrschen. Zur Zeit beschäftigt der Bauhof in Füssen 31 Mitarbeiter, durchaus angemessen für eine Tourismusstadt dieser Größe, so Iacob. Die erbringen zahlreiche Aufgaben, Straßenreinigung, Wegeinstandsetzung. Dazu gehörten aber nicht die freiwilligen Leistungen, wie die Buden fürs Stadtfest oder den Nikolausmarkt aufzubauen. Die machen die Stadt schöner, das sei es auch wert und sollte ausgebaut werden, so Iacob. Aber man müsse trotzdem die Arbeiten des Bauhofs Kosten deckend abrechnen. Weshalb einerseits die Leistungen des Bauhofs in Wert gesetzt wurden und künftig entsprechend des Stadtratsbeschlusses von vor vier Jahren abgerechnet werden sollen. Man könne natürlich diesen Beschluss auch zurücknehmen und weitermachen wie bisher. Aber irgendwann werde man dann vom Landratsamt ausgebremst. Dabei kommt die Stadt diesbezüglich auch den Vereinen entgegen, sollen die doch nur den halbierten Stundensatz der Arbeit bezahlen im Gegensatz zu kommerziellen Veranstaltungen (wie etwa einem Weinfest). Vor allem setzt Iacob aber auch darauf, dass sich die Vereine selber einbringen, denn in Rechnung gestellt wird nur, was die Stadt erbringen muss. Wer etwa die Buden selber abholt und aufbaut, zahlt nur die Miete. Und die Vereine sollen sich durchaus gegenseitig unterstützen. So könnten „junge“ Vereine etwa den Senioren mit Arbeitsleistung helfen, diese revanchieren sich entsprechend mit anderen Leistungen, wie man es in Weißensee oder Hopfen vorgemacht bekommt, wie Iacob lobend hervorhob. Dort ist dann auch nicht, wie im Soldatenheim, zu hören, dass man eben die eine oder andere Veranstaltung nicht mehr ausrichten werde, wenn man dafür zahlen soll.

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