Die Freiwillige Feuerwehr Füssen rückt im vergangenen Jahr 224 Mal aus

Feuerwehr hat so viele Einsätze wie nie zuvor

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Neu an der Vereinsspitze ist Gerhard Ruf (rechts). Er löst damit Klaus Beylschmidt (links) ab.

Füssen – Personelle Veränderungen sind jetzt bei der Freiwilligen Feuerwehr Füssen an der Vereinsspitze eingeläutet worden: Gerhard Ruf löst Klaus Beylschmidt ab. Dieser führte seit 2004 die Floriansjünger als Vorstand an.

Ruf erhielt bei der Jahreshauptversammlung 67 Stimmen der 68 Stimmberechtigten bei einer Enthaltung. Daneben blickte Kommandant Thomas Roth auf das vergangene Jahr zurück. Mit 224 Einsätzen musste die Wehr so oft ausrücken wie noch nie zuvor, erklärte er. Großes Vertrauen sprachen die Teilnehmer der Jahreshaupt- und Dienstversammlung den Kandidaten für die weiteren Führungsposten aus. Auch mit Sonja Schindele und Florian Lochbihler hat sich die Feuerwehr in Füssen stark verjüngt. Lochbihler übernimmt die Stellvertretung des neuen Vorstands Ruf.

Schindele verwaltet die Kasse in der Nachfolge von Konrad Metz, dem der ausscheidende Vorsitzende Beylschmidt ein Geschenk überreichte. Hinter Metz liegen 18 Jahre als Kassier. Aus seinem Bericht wurde deutlich, dass sich die Feuerwehr auf Spenden stützen könne.

Die Teilnehmer des vier Stunden dauernden offiziellen Teils der Versammlung dankten dafür mit starkem Applaus. Das Protokoll bleibt dagegen weiterhin in den Händen von Schriftführer Stefan Stein.

Keine Verletzten

In der mit knapp 100 Leuten voll besetzten Wache waren mehrere bewegende Momente zu erleben. Am Anfang stand das Gedenken an die 2015 verstorbenen Kameraden.

Darunter Heinz Weller, der 1996 das Amt als Kommandant übernommen hatte, wie in der Festschrift „150 Jahre Feuerwehr Füssen“ dokumentiert wird. Weller war Jahrgang 1954. Dass „unsere Einsätze stark zunehmen“, habe sich in den zurückliegenden Jahren gezeigt, so Kommandant Thomas Roth. Ausführlich erzählte sein Bericht mit Bildern auch vom geselligen Leben der Feuerwehrleute. 2015 habe es insgesamt 244 Einsätze „in allen Bereichen gegeben, so viele wie nie zuvor“.

Roth unterstrich die gute Zusammenarbeit der Feuerwehr Füssen mit Weißensee und Hopfen am See. Das Lob galt auch für den Tisch, an dem Delegationen aus Tirol Platz genommen hatten. „Jeder Feuerwehreinsatz ist anders, wenn wir hinausfahren, wissen wir nicht, was uns vor Ort erwartet“, erklärte Roth. Erfreut teilte der Füssener Kommandant zudem mit, dass von „unseren Einsätzen alle Aktiven gesund nach Hause gekommen sind“. Mit 90 blieb – laut Roth – die Zahl der Aktiven gleich gegenüber dem Vorjahr. Dies sei – trotz Dienstaustritten – möglich, „weil Nachwuchs nachrückt“.

 Fünf Neue wurden unter Beifall am Abend aufgenommen. Der Füssener Kommandant wies auch darauf hin, dass „die Blaulichtorganisationen stets an einem Strang ziehen“, was sich schon bei den gemeinsamen Übungen zeige. In seinem Grußwort hatte Polizeichef Edmund Martin „an die 79 gemeinsamen Einsätze mit der Feuerwehr im vergangenen Jahr“ erinnert. Bürgermeister Paul Iacob (SPD) hob hervor, dass es sich um einen „freiwilligen gesellschaftlichen Dienst“ handle.

Denn an eine Berufsfeuerwehr sei in Füssen nicht zu denken. „Das wäre fast nicht machbar. Wir sind froh, dass es dieses vorbildliche Engagement im Ehrenamt gibt“, so der Rathauschef. SPD-Landtagsabgeordneter Dr. Paul Wengert war nicht der Einzige in der Reihe der Redner, der es sich wünschte, dass Immobilienbesitzer die Freiwillige Feuerwehr finanziell unterstützen und dadurch fördern sollten.

25 Jahre dabei 

Ein Bus für die Kinderfeuerwehr gehört zu den Anschaffungen, die 2015 notwendig waren, erklärte Matthias König, der mit seinem Team für den kleinsten Nachwuchs die Verantwortung trägt. „Wir habe jetzt fünf Betreuer für 17 Kinder“, gab König bekannt. „Sie machen zum Beispiel auch gern bei der Aktion ,Sauberes Ostallgäu´ mit.“ Als für die Ausbildungsgänge stark motiviert, charakterisierte Jugendsprecher Fabian Guggemos die Gruppe der im Schnitt 14 Jahre alten Jugendlichen.

Aktuell sei diese Gruppe 21 Mädchen und Buben stark. Zahlreiche Auszeichnungen für die Treue zur Wehr standen ebenfalls auf der Tagesordnung. Hier war für Jürgen Hencir sogar die staatliche Auszeichnung mit Ehrenzeichen in Silber zu feiern. Der Kamerad gehört seit 25 Jahren dazu. Nicht zuletzt gab das Führungsteam vier Beförderungen bekannt, darunter war der Oberlöschmeister mit Clemens Strunk und Erwin Hipp zwei Mal vertreten. Im Ausblick erwähnte Roth, dass „unsere 20 Jahre Feuerwehr im selbst frisch gestrichenen Gebäude in der Florianstraße gefeiert werden können.“

Chris Friedrich

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