Marktgemeinderat wählt Gerhard Straubinger 

Kontroverse um einen Dritten Bürgermeister für Nesselwang

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Gerhard Straubinger bei seiner Vereidigung als Dritter Bürgermeister der Gemeinde Nesselwang.

Nesselwang – Der Markt Nesselwang wird in der neuen Amtsperiode durch insgesamt drei Bürgermeister vertreten. In der konstituierenden Sitzung sprach sich der neue Gemeinderat für die Wahl eines zweiten Stellvertreters von Bürgermeister Pirmin Joas (CSU) aus. Bekleiden wird das Amt Gerhard Straubinger (CSU).

Zahlreiche Zuhörer, darunter Vertreter der Nesselwanger Vereine, ehemalige Marktgemeinderäte und der ehemalige Bürgermeister und Träger des Bundesverdienstkreuzes, Josef Köberle, waren in der vergangenen Woche zur konstituierenden Sitzung des neuen Marktgemeinderates für die Periode bis 2026 in die Alpspitzhalle gekommen. Diese bot den ausreichenden Platz zur Einhaltung der Sicherheitsabstände. 

Die neuen Gemeinderäte Julian Mayer,

Bürgermeister Pirmin Joas (CSU), der mit knapp 60 Prozent der Stimmen gewählt worden war, war erfreut über das große Interesse. „Es ist etwas Besonderes für mich“, so Joas in seiner Ansprache. Joas begrüßte die wiedergewählten und neugewählten Mitglieder des Rates. Darunter auch zwei Frauen. „Das ist der einzige Wehmutstropfen. Es hätten meiner Ansicht nach auch mehr sein können“, so der neue Rathauschef. 

Er betonte, das keine Stimme der einzelnen Ratsmitglieder schlechter oder besser sei wie die andere, unabhängig von der Anzahl der bei der Kommunalwahl erhaltenen Stimmen und hoffte auf ein faires und respektvolles Miteinander. „Es soll ein zielgerichtetes und nutzenstiftendes Wirken zum Wohle des Marktes Nesselwang sein!“ 

Nach der Ansprache des neuen Rathauschefs nahm Ludwig Reffler (Freie Wähler) als dienstältestes Marktgemeinderatsmitglied Joas den Amtseid ab. Bei den wiedergewählten Ratsmitgliedern war eine neuerliche Vereidigung nicht notwendig. Die neuen Ratsmitglieder Martin Erd, Julian Mayer (beide „Mitanand für Nesselwang“ – MfN), Maximilian Roth (SPD), Bernhard Schmölz und Petra Wörz (beide Freie Wähler – FW) legten dagegen nacheinander den Amtseid ab. 

Martin Erd,

Als eine seiner ersten Amtshandlungen stellte Joas die Wahl eines Dritten Bürgermeisters zur Debatte. Er sollte über eine breite Erfahrung verfügen und Termine auch über die Ortsgrenzen hinaus wahrnehmen, umschrieb er die Anforderungen an einen weiteren Stellvertreter. Er stellte die Wahl eines weiteren Stellvertreters zur Debatte. „Aus finanzieller Sicht hat es keine Relevanz, da es sich um ein Ehrenamt handelt. Wenn dann gibt es nur eine geringe Belastung für den Markt“, betonte Joas. 

Der ehemalige Zweite Bürgermeister, Johann Möst (FW), sprach sich ebenfalls für einen Dritten Bürgermeister aus. „Angesichts der Vielzahl von Terminen, auch wenn diese zur Zeit nicht stattfinden, ist es von Vorteil einen weiteren Stellvertreter zu haben“. Stephan Abt (CSU) plädierte gleichfalls für einen weiteren Bürgermeister. „Die Termindichte wird nicht weniger werden.“ 

Maximilian Roth,

Werner Mayr (SPD) wollte hingegen eine Verschiebung der Entscheidung bis Dezember. „Dann ist es auch absehbar, wie viele Termine anstehen“, so Mayr. Sein Fraktionskollege Maximilian Roth befürwortete den Vorschlag auch aus seiner beruflichen Erfahrung heraus. „Es ist auch eine Wertschätzung für die Vereine. Viele Vereine wollen einfach ‚den Chef‘“, sagte das neue Ratsmitglied. Das sei aber nicht immer machbar. „Ziel ist es natürlich, das der Erste Bürgermeister kommt, aber es ist einfach nicht immer möglich. Wegen Terminüberschneidungen oder auch andere Gründe“, erwiderte Joas.

SPD will später wählen 

Wie die SPD forderte auch „Miteinand für Nesselwang“ eine Verschiebung der Wahl auf Dezember. „Vielleicht kristallisiert sich auch der eine oder andere von uns jungen Ratsmitgliedern bis dahin aus, der dafür geeignet wäre“, erklärte Martin Erd. Die Freien Wähler waren dagegen anderer Meinung. „Es sollte heute gemacht werden. Heute ist die konstituierende Sitzung, in der alles unter Dach und Fach gebracht wird“, argumentierte Ludwig Reffler (FW). „Die Entscheidung erst im Dezember zu treffen, finde ich unpassend.“ Auch Andrea Allgaier sprach sich für ein Votum zum jetzigen Zeitpunkt aus. „Was zählt, ist doch das ein Vertreter der Gemeinde anwesend ist“, sagte sie. „Die Vereine sollten deswegen nicht ‚ehrekäsig‘ sein, wenn‘s mal nicht der Erste Bürgermeister ist.“ 

Bernhard Schmölz und 

Mit 14:3 fiel die Abstimmung über die Wahl eines Dritten Bürgermeisters an diesem Abend in der konstituierenden Sitzung deutlich aus. Die anschließende Wahl des Zweiten und Dritten Bürgermeisters fand gemäß der Bayerischen Gemeindeordnung in geheimer Abstimmung statt. Zum Zweiten Bürgermeister bestimmte das Gremium einstimmig Johann Möst (FW), der dieses Amt bereits in der vergangenen Amtsperiode bekleidet hatte. „Es ist auch für mich ein Zeichen, das ich es die letzten sechs Jahre nicht schlecht gemacht habe“, sagte Möst anschließend. 

Ungültige Stimmen

 Nicht ganz so eindeutig fiel das Ergebnis für den neugewählten Dritten Bürgermeister aus. CSU-Ratsmitglied Stephan Abt schlug seinen Fraktionskollege Gerhard Straubinger vor. „Gerhard war bereits in der ersten Legislaturperiode von Franz als Zweiter Bürgermeister tätig und kennt sich daher aus“, so Abt.

Petra Wörz

 Dieses Argument zog offenbar jedoch nicht bei jedem der 17 stimmberechtigten Ratsmitgliedern: „Von den 17 abgegebenen Stimmen waren fünf ohne Kennzeichnung. Somit entfallen zwölf gültige Stimmen für Gerhard Straubinger“, verlas Pirmin Joas das Ergebnis, ehe er Straubinger in seiner neuen Funktion als zweiten Stellvertreter vereidigte.

hoe

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