Gemeinderat verabschiedet Haushaltsentwurf 2017

Schwangau halbiert seine Schulden

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Der Unterhalt der Wege in der bei Wanderern beliebten Pöllatschlucht kostet die Gemeinde Schwangau jährlich viel Geld.

Schwangau – „Ein, bei der Größe der Kommune sportlicher Haushalt“, kommentierte Schwangaus Bürgermeister Stefan Rinke den Haushalt 2017.

Der in der jüngsten Gemeinderatssitzung genehmigte Entwurf umfasst ein Volumen von 17,2 Millionen Euro, wovon 5,2 Millionen Euro auf den Vermögenshaushalt entfallen. Mit der dazugehörigen Tilgung von Krediten konnte die Kommune ihren Schuldenstand nahezu halbieren. Am 1. Mai ist Halbzeit in Stefan Rinkes Amtszeit. 

In diesen drei Jahren konnte die Kommune ihre Schulden nahezu halbieren. Den Schluss, der sich einem geradezu aufdrängt, möchte Stefan Rinke dann aber doch lieber nicht aussprechen. Vielmehr meint der Schwangauer Rathauschef, dass das Volumen, vor allem im Vergleich mit den Nachbarkommunen, schon sehr sportlich und ambitioniert sei. Mit sämtlichen Einnahmen und Ausgaben kommt dieser heuer auf ein Volumen von 17,2 Millionen Euro, wie Kämmerin Christiane Gschwend den Gemeinderäten vorrechnete.

Zuvor schon hatte der Haupt- Finanz- und Personalausschuss die Zahlen beraten und die Empfehlung abgegeben, den Entwurf zu genehmigen. So mussten die Räte mehr oder weniger nur noch zustimmen, wobei die eine oder andere, vor allem positive, Bemerkung in Richtung Kämmerei für die Arbeit gemacht wurde. 

Zurück zu den nackten Zahlen: Allein mit Steuereinnahmen kann die Kommune 3,2 Millionen Euro generieren, weitere je zwei Millionen stammen aus Steuerbeteiligungen sowie aus den Kur- und Fremdenverkehrsbeiträgen und nochmals 1,4 Millionen Euro aus Gebühren. Mit kleineren Posten gut zwölf Millionen Euro.

Hohe Personalkosten

Demgegenüber stehen aber Ausgaben in gleicher Höhe, wobei vor allem die Personalausgaben mit 2,88 Millionen und der sächliche Verwaltungs- und Betriebsaufwand mit 2,7 Millionen Euro knapp die Hälfte dieses Postens ausmachen. Leicht zurückgegangen ist allerdings die Gewerbesteuer, und zwar inklusive der Umlage.

 Im Vergleich zum Vorjahr beträgt der Rückgang fast 500.000 Euro auf nunmehr noch 1,8 Millionen Euro. Nahezu unverändert werden die Zuweisungen aus Steuerbeteiligungen bei gut 1,9 Millionen (Vorjahr 1,883 Mio) Euro liegen. Signifikant, wie die Kämmerin feststellte, reduziert sind die Schlüsselzuweisungen, die um eine gute Viertelmillion Euro auf knapp 60.000 Euro zurückgehen. 

Geschuldet ist das der guten Steuerkraft des Jahres 2015. Die um fast 100.000 Euro gestiegenen Personalausgaben sind, so Gschwend, einer nachhaltigen Personalentwicklung und Tariferhöhungen geschuldet; nahzu unverändert geblieben ist der sächliche Verwaltungs- und Betriebsaufwand. Größter Einzelausgabenposten im Verwaltungshaushalt ist die Kreisumlage, die trotz der Reduzierung um 1,9 Punkte knapp 146.000 Euro höher (1,2 Millionen Euro) ausfällt als im Vorjahr.

 Keine neuen Schulden

 Eine Neuverschuldung solle es heuer nicht geben, so die Kämmerin in ihrem Entwurf. Im Gegenteil: Der Schuldenstand soll sogar auf 2,7 Millionen Euro sinken. Bei Amtsantritt Stefan Rinkes 2014 lag dieser noch bei 5,2 Millionen Euro, der Höchststand war 2011 mit 6,3 Millionen Euro erreicht. 

Die signifikanteste Tilgung konnte die Kommune 2016 leisten, als die Schulden von fast fünf auf gut drei Millionen Euro reduziert wurden. Im gleichen Maße sank seit 2011 auch die Pro-Kopf-Verschuldung von 1854 Euro auf derzeit 831. Für das Jahr 2017 sind im Haushalt gut sechs Millionen Euro an Investitionen vorgesehen.

Größter Einzelposten ist dabei der Grunderwerb mit rund 2,8 Millionen Euro, gefolgt von 600.000 Euro für den Ausbau des Breitbandnetzes. Dieser wird sich im Übrigen noch etwas verzögern, wie Rinke verkünden musste, weil sowohl Kabel Deutschland als auch die Telekom mit Engpässen zu kämpfen haben. 

Neu ins Programm aufgenommen wurde die Bildungseinrichtung „Outward Bound“ sowie das Gewerbegebiet, in dem das neue Feuerwehrhaus entstehen soll. Dessen Bau schlägt heuer im Übrigen mit 280.000 Euro bei einer Gesamtinvestition von 2,7 Millionen Euro zu Buche. Auch der Ausbau bzw. Wegeunterhalt – insbesondere in der beliebten Pöllatschlucht – kostet die Gemeinde weitere 355.000 Euro. Kosten und Ausgaben, denen die Räte zustimmten und so den Haushaltsentwurf genehmigten. 

gau

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