Bauausschuss billigt verschiedene Planungen in Hopfen

"Unsäglicher Prozess"

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Der Bebauungsplan für die nördliche Uferstraße in Hopfen tritt auf der Stelle. Zwar billigte der Bauausschuss jetzt einige Änderungen. In entscheidenden Punkten können sich die Stadträte derzeit jedoch nicht einigen.

Füssen – Als das Landratsamt im Jahr 2006 die Stadt Füssen aufforderte, für die nördliche Uferstraße in Hopfen am See einen Bebauungsplan aufzustellen, war das Ziel der übergeordneten Behörde klar: Eine weitere unkontrollierte Bebauung der „Riviera des Allgäus“ sollte verhindert oder zumindest geordnet werden.

Mit der Billigung verschiedener Änderungen hat der Bauausschuss am Dienstagabend dieses Ziel jedoch nicht unerheblich aufgeweicht.

UBL-Stadtrat Magnus Peresson erinnerte in der Sitzung daran, dass ursprünglich mit der Aufstellung des Bebauungsplans in die Bebauung der nördlichen Uferstraße eigentlich „Ordnung hereingebracht werden“ sollte. Bis Januar habe das zwar auch einigermaßen funktioniert. Mit jeder weiteren Sitzung würden die Stadträte aber die einmal eingeschlagene Richtung mittlerweile mehr und mehr verlassen. „Es wird immer schlechter“, sagte Peresson. „Was wir gemacht haben, hätte man sich sparen können.“ Die Bauwerber „kriegen alles, was sie kriegen wollen“, so Peresson, der von einem unsäglichen Prozess sprach.

Kaum Fortschritte

Dieser Behauptung widersprach zwar Zweiter Bürgermeister Niko Schulte (CSU), der die Sitzung für Paul Iacob (SPD) leitete. Tatsächlich zeigte sich der Ausschuss aber bereits im September bei zahlreichen Änderungswünschen recht großzügig (der Kreisbote berichtete). Diese galt es am Dienstag nach der Einarbeitung in die Pläne nun zu billigen. Danach sollte der Bebauungsplan eigentlich erneut in die öffentliche Auslegung. Eigentlich.

Doch der Reihe nach: Für Diskussionen sorgte dabei vor allem die geplante Erweiterung eines Hotels. Dessen Planer haben auf anraten des Ausschusses zwar nachgebessert und einen geplanten Verbindungsgang zwischen den Gebäudekomplexen nun etwas tiefer angesetzt als ursprünglich vorgesehen. Dafür sorgte nun der geplante Bau einer Doppel-Tiefgarage für Irritationen – auch wenn diese in einem früheren Verfahren längst genehmigt wurde.

Tiefgarage sorgt für Diskussionen

Denn die Mauer der Tiefgarage soll auf einer Länge von 40 Metern unmittelbar am Gehweg 2,60 Meter aus dem Boden ragen. Magnus Peresson orakelte in diesem Zusammenhang vom „Hopfensee-Limes“, wie der Volksmund das Konstrukt wohl bald nennen werde. „Das ist ein Etikettenschwindel“, sagte er. „Das sollten wir prüfen, bevor wir uns zum Gespött machen.“ Andere Stadträte wie der SPD-Fraktionsvorsitzende Lothar Schaffrath sahen das Vorhaben ebenfalls kritisch.

Füssens Bauamtsleiter Armin Angeringer verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass bei einem konkreten Antrag auf dem Wege der Bauleitplanung noch in die Gestaltung eingegriffen werden könnte. „Hier muss etwas Vernünftiges in der Bauphase herauskommen.“ Bei drei Gegenstimmen stimmten die Räte dem Vorhaben schließlich zu.

Reine Gewinnmaximierung?

Kritik gab ab es auch für das Ansinnen eines Häuslebauers, das einen Neubau mit Doppelgarage vorsieht. Zwar hatten sich die Ratsmitglieder im September auf eine Hauslänge von 13 statt der gewünschten 18 Meter geeinigt, dem der Bauwerber auch nachkam. Nun sorgte sein Wunsch nach einem Quergiebel allerdings für Verdruss bei einigen. Vor allem Bernhard Eggensberger (Füssen-Land) kritisierte den Vorschlag scharf und sprach von „reiner Gewinnmaximierung“.

Ursula Lax von der CSU plädierte dagegen für den Giebel, da sonst nicht genug Platz für eine sinnvolle Nutzung des Geschosses vorhanden sei. „Wenn wir es zulassen, sollte es auch einen Wert haben“, argumentierte sie. Bei der anschließenden Abstimmung sprach sich dann nur Lax für den Quergiebel aus. Weil sich der Ausschuss bei der nachträglichen Genehmigung verschiedener Schwarzbauten aber nicht einigen konnte (siehe eigener Artikel auf Seite 5 dieser Kreisboten-Ausgabe), wurde eine Billigung der Änderungen und eine erneute öffentliche Auslegung des Bebauungsplans auf eine der nächsten Sitzungen vertagt.

Matthias Matz

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