Gesundheitsminister aus Paraguay informiert sich über das Füssener Dialyse-Konzept

Klinikum als Vorbild

Hochrangiger Gast aus einem fernen Land: Dr. Antonio Barrios (2. v. l.) informiert sich bei Dr. Martin Hinterseer (links) und Dr. Robert Betz (2. v. r.) über Behandlungsmethoden bei einem Herzinfarkt beziehungsweise bei Nierenkrankheiten. Pedro Galvan sowie die Konsulin von Paraguay in Bayern, Norma Stengel, sind dabei interessierte Beobachter. Foto: lex

üssen – Hochkarätigen Besuch hatte am Donnerstag nicht nur die Stadt Füssen, sondern auch das örtliche Klinikum. Hier informierte sich Dr. Antonio Barrios, Gesundheitsminister von Praguay, über ein Konzept zur flächendeckenden Versorgung mit Dialysestationen.

Zuvor stand aber zunächst ein Besuch bei Füssens Bürgermeister Paul Iacob (SPD) im Füssener Rathaus auf dem Programm. Dort überreichte ihm das Füssener Stadtoberhaupt ein Buch über die historische Stadt am Lech. 

Auf Einladung von Dr. Robert Betz, Leiter der Dialysestation am Klinikum Füssen, informierte sich der Gast aus Südamerika in Begleitung seines Beraters und Dolmetschers Pedro Galvan hauptsächlich über Möglichkeiten, in seinem Heimatland „ein Konzept zur flächendeckenden Versorgung mit Dialysestationen“ zu verwirklichen, wie Dr. Betz erklärte. Laut Galvan gebe es in Paraguay schließlich „viele Nierenkranke“, von denen derzeit lediglich rund „30 Prozent medizinisch versorgt“ würden. Deshalb wollte sich Dr. Barrios in Deutschland darüber informieren, wie eine bessere Behandlung beziehungsweise Betreuung von Menschen mit Nierenschäden in seinem Heimatland gelingen könne. 

Dieses Interesse an deutscher Medizin beeindruckte denn auch den Leiter der Inneren Abteilung am Klinikum, Dr. Martin Hinterseer, der der kleinen südamerikanischen Abordnung daher zunächst das Herzzentrum Füssen-Ausserfern vorstellte. Dort können Menschen, so Hinterseer, die zum Beispiel einen Herzinfarkt erlitten haben, im Herzkatheter-Labor behandelt werden. Im Rahmen seines Besuches erfuhr Dr. Barrios jedoch auch, dass so eine Herzkatheter-Anlage nicht gerade billig ist. Laut Hinterseer kostet ein solches Gerät „zwischen 400.000 und 500.000 Euro“. 

Ebenso interessiert wie beeindruckt zeigte sich Dr. Barrios schließlich in der Dialysestation von Dr. Betz, der schon seit längerer Zeit persönliche Beziehungen zu dem südamerikanischen Staat habe, wie er betonte. Dort führte der Deutsche seinen Gast aus Paraguay vom Arztzimmer über Technik- und Personalräume bis zu Behandlungszimmern in alle wichtigen Räume der Abteilung zur Blutwäsche des Klinikums Füssen. Ob diese Station das Hauptmotiv dafür darstellt, warum Dr. Barrios „als Rentner gerne in Füssen leben“ würde, wie Galvan sagte, darf wohl allerdings bezweifelt werden. lex

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