Gewichtiges Geschenk

Pfrontens 2. Bürgermeister Philipp Trenkle (2.v.l.) nimmt die Unterschriften von Stephan Gebler (v.l.), Katharina Jörns, Heinz Brodmann und Reinhard Claves entgegen. Foto: Schuster

Ob Bürgermeister Josef Zeislmeier das in Geschenkpapier verpackte Bündel mit Unterschriftslisten ebenso gut gelaunt entgegen genommen hätte, wie sein Stellvertreter Philipp Trenkle vergangenen Donnerstag, das darf bezweifelt werden. Denn Zeislmeier hatte bisher den Neubau des Fenebergmarktes in der Meilinger Straße immer unterstützt, während Trenkle in der Juli-Sitzung des Gemeinderates von dieser Linie abgewichen war. Doch der Rathauschef weilte im Urlaub und Trenkle hieß die Initiatoren des Bürgerbegehrens willkommen, die statt eines Fenebergs weitere Seniorenwohnungen in der Meilinger Straße haben möchten.

Rund 800 Bürger haben ihre Unterschrift auf den abgegeben Bögen geleistet und damit bekundet, dass sie beim Thema des ehemaligen TSV-Geländes ein Wörtchen mitreden wollen. Die Firma Feneberg will mit ihre Supermarkt von der Allgäuer in die Meilinger Straße umziehen und hat im Juli dafür das Okay des Gemeinderates bekommen. Das Gelände, das dort leer steht und eigentlich für Seniorenwohnungen vorgesehen war, wäre dann verbaut. Die Interessengemeinschaft will nun einen Bürgerentscheid erwirken, der den Bebauungsplan pro Supermarkt aufhebt. Es wäre der erste Bürgerentscheid in Pfronten. Auch Trenkle blieb bei seiner Meinung. Er habe zwar von Anfang an den Supermarkt-Umzug befürwortet, „vielleicht haben wir aber außer Acht gelassen, dass wir jegliches Seniorenkonzept damit blockieren“, gab er an. Die Forderung nach einem solchen Konzept, die Gemeinderat Alfons Haf angeregt hatte, habe ihn überzeugt. Den 800 Unterschriften wollen die Mitglieder der Interessengemeinschaft noch weitere folgen lassen. Wenn der Gemeinderat dann in seiner Sitzung Ende September das Bürgerbegehren geprüft hat und für gut befindet, kommt es binnen drei Monaten zum Bürgerentscheid und die Pfrontener werden an die Wahlurnen gerufen.

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