Neuer Lebensretter im Klinikum

Füssener Klinik erhält "Chest Pain Unit" für Herzinfarktpatienten

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Große Freude im Team des Herzzentrums Füssen-Außerfern: Prof. Dr. med. Steffen Massberg (links) überreicht Chefarzt Dr. Martin Hinterseer (3. v. li.) das Zertifikat der DGK für die neu eingerichtete Chest Pain Unit.

Füssen – Nach wie vor ist der Herzinfarkt eine der häufigsten Todesursachen der Deutschen: Rund 60.000 Menschen sterben jährlich daran. Dabei könnten viele dieser Patienten bei rechtzeitiger Behandlung gerettet werden.

Allerdings haben nur 30 bis 40 Prozent aller Herzinfarktpatienten die typischen Symptome. Um unklare Brustschmerzen richtig einzuordnen, Patienten mit Infarkt schnellstmöglich zu identifizieren und zu behandeln, hat die Klinik Füssen jetzt die „Chest Pain Unit“ (Brustschmerzeinheit) eingerichtet. 

Klassische Symptome für einen Herzinfarkt sind Engegefühl und starken Druck im Brustkorb mit ausstrahlenden, sich rasch verschlimmernden Schmerzen in den linken Arm, die linke Schulter und den Unterkiefer bis hin zu regelrechten „Vernichtungsschmerzen“. 

Aypische Symptome werden dagegen häufig falsch gedeutet und die Betroffenen ordnen ihren Brustschmerz anderen Erkrankungen wie Rückenproblemen, Magenschmerzen oder auch einer Rheumaerkrankung zu. Die Folge: Sie warten zu lange, bis sie den Notarzt rufen. Dabei zählt jede Minute. Denn „Zeit ist Herzmuskel“. Jeder neu aufgetretene Brustschmerz, der länger als fünf Minuten anhält, kann Hinweis auf einen Herzinfarkt sein. Bei Verdacht ist es deshalb lebenswichtig, sich möglichst umgehend in ärztliche Behandlung zu begeben. 

Für solche Patienten mit unklaren Brustschmerzen gibt es im Füssener Krankenhaus nun die „Chest Pain Unit“ (Brustschmerzeinheit), eine Notfallstation. Der Patient kann im Zweifelsfall direkt dorthin kommen. Das Besondere: „Man braucht keinen Überweisungsschein vom Hausarzt“, erklärt Dr. Martin Hinterseer, Chefarzt der Kardiologie an der Klinik Füssen. Um keine wertvolle Zeit zu verlieren, sei es möglich, sich selbst einzuweisen.

 Im Krankenhaus erhalte der Patient innerhalb kürzester Zeit EKG und Herzultraschall sowie eine Blutuntersuchung. Ziel sei es, in standardisierten diagnostischen Abläufen zu überprüfen, ob eine Herzerkrankung Auslöser für die Brustschmerzen ist, um ohne Zeitverzögerung die lebensrettende Behandlung einzuleiten. Um die hohe Behandlungsqualität in der „Chest Pain Unit“ der Klinik Füssen bestätigen zu lassen, hat sich die CPU direkt einer externen Qualitätsprüfung durch strenge Gutachter der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V. (DGK) gestellt. 

Feierliche Übergabe

Das Zertifikat wurde jetzt unter großem Lob von Prof. Dr. med. Steffen Massberg, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik I des Universitätsklinikums Großhadern, überreicht: „Diese Zertifizierung steht für die hohe Qualität in der Infarktversorgung und in der Versorgung von Patienten mit akuten Brustschmerzen“, lobt der Münchener Herzspezialist die Behandlungsabläufe an der Klinik Füssen. „Jetzt muss sich nur noch in den Köpfen der Menschen etablieren, dass sie bei unklaren Brustschmerzen, auch bei schwächeren Symptomen, nicht lange abwarten, sondern unverzüglich den Notarzt rufen oder in die Klinik kommen“, ergänzt der Koordinator der „Chest Pain Unit“ in Füssen, Funktionsoberarzt Dr. Roland Wimmer, der selbst Notarzteinsätze fährt.

kb

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