"Goldene Nessel" für Heel und Brandl

Peter Heel (v.l.) und Willi Brandl erhielten von Bürgermeister Franz Erhart die „Goldene Nessel“ für ihr ehrenamtliches Bemühen um Nesselwanger Wanderwege, die sie selbst pflegten und ausbauten. Foto: Schuster

„Ehrungen, das ist, wenn die Gerechtigkeit einen liebenswürdigen Tag hat“, sagte am Donnerstag vergangener Woche Bürgermeister Franz Erhart schmunzelnd im Pfarrsaal von St. Andreas, bevor er Peter Heel und Willi Brandl „die Goldene Nessel“ verlieh. Neben ihm sprach unter anderem auch der evangelische Regionalbischof Michael Grabow.

Ein spannendes Jahr sei 2010 gewesen und zum Ende überraschend positiv verlaufen, erinnerte Erhart in Anspielung auf die nun hoffentlich überwundene Wirtschaftskrise. „Die Zukunftsaufgaben erfüllen wir mittlerweile als Wettbewerber um Investoren und als Unternehmen“, fuhr er fort. Priorität hätten in seinem zweiten Amtsjahr bezahlbarer Wohnungsraum, ein gut funktionierender Kinder- und Schulstandort, sowie die Entwicklung des Gewerbes und des Tourismus, gab er an. Hoch rechnete er den ehrenamtlich Tätigen ihr Schaffen an. Wie seit einigen Jahren üblich, verlieh er dann die „Goldene Nessel“ an zwei Preisträger, auf die die Laudatio fast gleich ausfallen könne, so Erhart. Peter Heel bekam die Auszeichnung für seine freiwillige Arbeit am Wanderweg von Maria Trost zur Kappeler Alm. Mit einigen Gleichgesinnten hat er es sich zur Aufgabe gemacht, den Weg begehbar zu machen. Tonnen von Kies hat er zum Bau der über 400 Stufen teils mit einem umfunktionierten Snowboard bergauf geschafft, sei aber auch ins Rathaus gekommen, wenn er etwas brauchte, und sei es ein Helikopter gewesen. „Gratulation für solch eine Leistung“, lobte der Rathauschef. „Rentner müsste man sein“, habe Erhart einmal gerufen, wenn er Willi Brandl bei einem Cappuccino und Breze im Café sitzen sah, erzählte der Bürgermeister. Doch Brandl war da schon beim Mittagessen und hatte sich bereits seinem ehrenamtlichen Werk, der Instandhaltung des Kreuzwegs nach Maria Trost gewidmet, den er mit Kollegen nach der Schneeschmelze oder nach Unwettern wieder begehbar mache. „Willi Brandl macht das und das ist eine ganz besondere Leistung“, lobte der Rathauschef. Auch mal Prügel kassieren Als Gastredner war Regionalbischof Michael Grabow geladen. Er versinnbildlichte seine Aussagen mit einem mitgebrachten Autoreifen. Auch die Kirche müsse sich damit beschäftigen, welches Profil sie brauche und dürfe nicht die Bodenhaftung verlieren. „Wer ohne Profil unterwegs ist, der läuft Gefahr am Straßenrand der Zeitgeschichte liegenzubleiben“. Er nannte dazu ein Beispiel aus seiner Arbeit, er habe sich nämlich einmal für den umstrittenen Bau einer Moschee ausgesprochen, denn jeder Mensch habe des Recht auf einen Raum zum Beten. „Die Kirche muss auch einmal Prügel einstecken können, wenn sie sich für die Menschenrechte einsetzt.“ Auch in der politischen Arbeit sei Profil von Nöten, erklärte er.

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