Stadtrat lässt Bauherren Freiheit

Planiert ist das Gelände, wo einst das Kurhaus stand, bereits. Wie zukünftige Ein- bis Zweifamilienhäuser dort aussehen könnten, hat jetzt der Stadtrat festgelegt. Foto: Schuster

Füssen – Das geplante Wohngebiet auf dem ehemaligen Kurhausgelände nimmt Formen an. Der Stadtrat hat nun beim Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan einige Maßgaben für kommende Bauherren gefasst. Die sind in ihren Gestaltungsmöglichkeiten nun freier, als von den Planern angedacht. 

Ab Frühjahr 2015 soll gebaut werden. Häuser mit maximal zwei Wohnungen sollen dort entstehen, wo bis vor kurzem das Kurhaus stand. Und laut Liegenschaftsamtschef Ernst Meßthaler gibt es auch schon einige Interessenten. Mehr als zehn seien bereit, 25 Prozent des Grundstückspreises bereits anzuzahlen. 

Nun war der Stadtrat gefragt, den Bebauungsplan auf den Weg zu bringen. Denn auch die darin enthaltenen Maßgaben für die Wohnhäuser, sind für zukünftige Bauherren relevant. Und da waren die Stadträte sogar großzügiger, als die Planer. Zwei Geschosse oder eines plus Dachgeschoss sollen die Häuser haben, die Wandhöhe maximal 5,90 Meter betragen, braune bis rote Dachziegel und eine dezente Putz- oder Holzfassade sind erlaubt. Da waren sich alle einig. 

Doch einige angedachte Vorgaben sahen die Räte nicht ein, zu eng das Korsett, das den Bauherren auferlegt werden sollte. „Die vielen Details zwingen mich dagegen zu stimmen“, meinte gar Michael Wollnitza (FW). Warum zum Beispiel sollten Erker verboten sein, wunderte sich Uli Pickl (SPD). „Ein Erker ist doch etwas schönes,“ befand er. Die Mehrheit seiner Ratskollegen sah das ebenso und erlaubte die Erker. 

Gespalten war auch die Meinung über Thujenhecken und die Höhe der Gartenzäune. Ein grundsätzliches Problem mit den dichten Hecken hatte Jürgern Doser (FW) jedenfalls nicht. Zwei bis zweieinhalb Meter hoch und streng im rechten Winkel geschnitten hätten sie jedoch „nicht unbedingt eine wünschenswerte städtebauliche Wirkung“, warnte Bauamtsleiter Armin Angeringer. Doch nur drei Räte wollten Thujenhecken letztlich verbieten. 

Die maximale Höhe für Gartenzäune setzte das Gremium von 90 auf 120 Zentimeter herauf. Letzterer Punkt hatte auch die Unterstützung der 2. Bürgermeisterin Ursula Lax (CSU), die in Abwesenheit von Bürgermeister Paul Iacob (SPD) die Sitzung führte. Sie befürchtete viel unnötige Arbeit für den Bauausschuss. „Wenn wir für einen Gartenzaun jetzt auch noch eine Befreiung brauchen, dann viel Vergnügen“, so Lax. An der städtischen Stellplatzsatzung, so wurde es festgesetzt, wird im Weidach nicht gerüttelt. Wer zwei Wohnungen baut, muss vier Parkplätze vorweisen können. ps

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