So groß ist das Sonnensystem

An der Ecke Reichenstraße/Hintere Gasse beginnt der Planetenweg. Wer zum Kreisbote möchte, sollte übrigens einfach auf halbem Weg zwischen Jupiter und Saturn rechts abbiegen.

Ein Modell oder eine Grafik des Sonnensystems hat wohl jeder schon einmal gesehen. Die Sonne ist in der Mitte, drumherum die Planeten inklusive der vergleichsweise kleinen Erde. Solche Modelle sind meist maßstabsgetreu, was die Größenverhältnisse der Himmelskörper zueinander angeht. Bei den Abständen zwischen ihnen muss aber meist gemogelt werden. Denn das Sonnensystem ist im Durchmesser sehr viel größer als man gemeinhin denkt. Ein (fast) maßstabsgetreues Planetensystem hat jetzt Eduard Peter gebaut – und zwar für jeden sichtbar mitten in Füssen. Sein Planetenweg führt vom Alpinsport in der Reichenstraße durch die hintere Gasse und zeigt: Im Universum ist erstaunlich viel Platz.

Zusammen mit den Füssener Sternenfreunden hat Eduard Peter schon einige Projekte rund um die Astronomie realisiert. Zuletzt stiftete er dem Kindergarten Sternschnuppe echte Sternschnuppen, sprich: Meteoritenbruchstücke. Den Planetenweg hat er schon länger im Sinn und ihn diese Woche endlich installiert. An der Ecke Reichenstraße/Hintere Gasse findet sich nun eine kleine Sonne an der Hauswand. Für die hat er einen Durchmesser von vier Zentimetern gewählt, eine entsprechende Messingkugel hat er angebracht. Eine Info-Tafel gibt nähere Auskunft. „Kügelchen“, die die Planeten darstellen sucht man vergebens, und das aus gutem Grund: Die Erde hätte zu einer Vier-Zentimeter-Sonne nur einen Durchmesser von 0,36 Millimetern. Sie „umkreist“ die Messing-Sonne in 4,30 Metern Abstand. Entferntester Planet ist der Neptun. Er wäre in diesem Modell immerhin 1,43 Millimeter dick. Hätte Peter ihn im maßstabsgetreuen Abstand zu Sonne angebracht, hätte er bei Woolworth um Erlaubnis bitten müssen: Ganze 129,40 Meter betrüge sein Bahnradius. Da Peter aber nur sein eigenes Haus ausstattete, finden sich die Planeten sechs, sieben und acht nebeneinander am Ende des Eckhauses. Aber waren das nicht mal neun Planeten? Richtig, so hat man es seinerzeit in der Schule gelernt. Erst vor wenigen Jahren definierten die Astronomen den Planeten als solches neu und heute zählt Pluto nicht mehr dazu. Acht ist daher die richtige Zahl. „Auch Schulklassen wollen wir den Planetenweg zeigen“, kündigt er an. Schon in der Vergangenheit hat er mit seinen Sternfreunden Grund- und Hauptschülern die Astronomie nähergebracht. Schaukästen mit Astro-Infos hat der passionierte Sterngucker schon lange installiert. Das Projekt Planetenweg ist vom Landratsamt genehmigt und mit der Denkmalschutzbehörde abgestimmt.

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