Füssener Feuerwehren blicken auf ein arbeitsreiches Jahr zurück – Großbrand stellt alles in den Schatten

Großbrand in Hopfen am See: »Das war eine Materialschlacht«

Brand eines Bauernhofes in Hopfen
+
Materialschlacht gegen die Flammen: der Großbrand eines Bauernhofes in Hopfen im Januar vergangenen Jahres verlangte den Füssener Feuerwehren alles ab.
  • Matthias Matz
    vonMatthias Matz
    schließen

Füssen – Es war ein Einsatz, bei dem sich alles gegen die Feuerwehrleute verschworen zu haben schien: Erst fror in jener eiskalten Nacht vom 11. auf den 12. Januar das Löschwasser, dann drohten Pressluftflaschen und Atemschutzgeräte knapp zu werden. Erst nach etwa drei Stunden Kampf gegen die Flammen hatten die Brandbekämpfer den Brand eines Bauernhofes in Hopfen am frühen Morgen unter Kontrolle. „Das war eine Materialschlacht“, blickt der Hopfener Feuerwehrkommandant Harald Keller heute auf den größten Einsatz der Füssener Feuerwehren im vergangenen Jahr zurück.

Die Füssener Kernstadtwehr sowie die beiden Ortsteilwehren aus Weißensee und Hopfen mussten im vergangenen Jahr trotz der Corona-Krise zwar zu zahlreichen Einsätzen ausrücken, doch der Großbrand in Hopfen stellte alles in den Schatten. Schon als er am Ort des Unglücks ankam und das Flammenmeer sah, sei es ihm „eiskalt den Rücken herunter gelaufen“, berichtete Keller kürzlich in der jüngsten Sitzung des Stadtrats. Dorthin hatte die Stadtverwaltung die Kommandanten der drei Feuerwehren eingeladen, um den Ratsmitgliedern einen Überblick über das Jahr 2020 aus Sicht der Feuerwehren zu geben.

Dieser fiel durchaus gemischt aus. Wegen der im März ausgebrochenen Corona-Krise musste das Übungsprogramm für den Rest des Jahres zwar auf ein Minimum herunter gefahren werden und konnte auch nur in kleinen Gruppen stattfinden, wie der Füssener Kommandant Thomas Roth erklärte. „Der Ausbildungsdienst ist sehr geschrumpft.“ So konnten zum Beispiel die Weißenseer nur 208 Übungsstunden absolvieren, wie Kommandant Bernhard Schneider berichtete. „Zu mehr hat es nicht gereicht.“

281 Einsätze

Arbeit gab es für die Brandbekämpfer im vergangenen Jahr dennoch genug. Zu den wenigen Übungen und Lehrgängen kamen insgesamt 281 Einsätze. 241 davon musste die Kernstadtwehr absolvieren, neun Mal rückten die Feuerwehrleute aus Weißensee aus und 31 Mal wurden die Hopfener Einsatzkräfte alarmiert. Erschwert wurde die Arbeit der Wehren durch die Begleiterscheinungen der Corona-Krise. „Für uns ist die Pandemie ein gigantischer Organisations- und Verwaltungsaufwand geworden“, sagte Roth. Darüber hinaus müsse beispielsweise das komplette Gerät nach jedem Einsatz desinfiziert werden. „Es war ein schwieriges Jahr“, so Roth. Ob alle Brandbekämpfer weiter bei der Stange bleiben werden, sei noch nicht absehbar.

»Eine Materialschlacht«

Die größte Einsatz-Herausforderung für alle drei Wehren war besagter Großbrand in Hopfen Anfang Januar vergangenen Jahres (der Kreisbote berichtete). „Das war nicht mehr lustig“, erinnert sich Kommandant Harald Keller. Schnell sei ihm klar geworden, dass die Hopfener alleine hier nicht viel ausrichten können, weshalb er die Wehren aus Füssen, Rieden a.F., Hopferau, Eisenberg, Weißensee und die Werkfeuerwehr von Deckel Maho Pfronten nach alarmierte. Erschwert wurde der Einsatz durch die widrigen Bedingungen vor Ort. Unter anderem sei das Löschwasser in der eiskalten Nacht gefroren und Pressluftflaschen und Atemschutzgeräte drohten irgendwann knapp zu werden. 12.000 Liter Wasser mussten pro Minute in das Feuer gepumpt werden. „Der See war unser großes Glück“, sagte er. Dazu verlegten die Brandbekämpfer tausende Meter Schläuche und verbrauchten 46 Pressluftflaschen und 26 Atemschutzgeräte. Neben den 175 Einsatzkräften von Feuerwehr, Polizei und Rettungskräften waren auch 37 Fahrzeuge im Einsatz.

Dieser sollte sich lohnen: „Das Wohnhaus haben wir einigermaßen retten können“, blickte er zurück. Die sieben Bewohner und die Tiere im Stall hatten bereits vorher in Sicherheit gebracht werden können.

Trotz aller Widrigkeiten im vergangenen Jahr sind die Brandbekämpfer der drei Wehren mit ihrer Ausstattung, vor allem an Fahrzeugen, zufrieden. „Im Großen und Ganzen sind wir gut aufgestellt“, sagte Thomas Roth.

Von Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU), einst selbst aktiv in der Feuerwehr Weißensee, gab es viel Lob für die Füssener Wehrleute und deren Familien. „Die Einsätze sind auch eine psychische Belastung“, betonte er. „Wir können stolz auf unsere drei Wehren sein!“

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Tegelbergbahn weiht ihre modernisierte Talstation ein
Tegelbergbahn weiht ihre modernisierte Talstation ein
Corona im Ostallgäu und Kaufbeuren: Inzidenz-Werte bleiben stabil unter 50er-Grenze
Corona im Ostallgäu und Kaufbeuren: Inzidenz-Werte bleiben stabil unter 50er-Grenze
Ab Montag, 14. Juni, kommt es zu Beeinträchtigungen im Zugverkehr zwischen Buchloe und Füssen
Ab Montag, 14. Juni, kommt es zu Beeinträchtigungen im Zugverkehr zwischen Buchloe und Füssen
Schwangau gedenkt am Wochenende König Ludwig II. zum Todestag
Schwangau gedenkt am Wochenende König Ludwig II. zum Todestag

Kommentare