Reservisten zelebrieren die traditionelle Bergmesse der Spielhahnjäger

Aufforderung zum Frieden

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Pfarrer Max Hieble während seiner Predigt anlässlich der 61. Bergmesse der Spielhahnjäger auf dem Falkenstein.
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Pfarrer Max Hieble während seiner Predigt anlässlich der 61. Bergmesse der Spielhahnjäger auf dem Falkenstein.
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Pfarrer Max Hieble während seiner Predigt anlässlich der 61. Bergmesse der Spielhahnjäger auf dem Falkenstein.
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Pfarrer Max Hieble während seiner Predigt anlässlich der 61. Bergmesse der Spielhahnjäger auf dem Falkenstein.
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Pfarrer Max Hieble während seiner Predigt anlässlich der 61. Bergmesse der Spielhahnjäger auf dem Falkenstein.
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Pfarrer Max Hieble während seiner Predigt anlässlich der 61. Bergmesse der Spielhahnjäger auf dem Falkenstein.

Pfronten – Strahlender Sonnenschein ehrte die 61. Bergmesse der Spielhahnjäger am vergangenen Wochenende.

Auf dem Plateau mit dem Denkmal unterhalb der Burgruine auf dem Falkenstein fanden die Besucher aus nah und fern kaum noch Platz. Pfrontens Pfarrer Max Hieble zelebrierte die feierliche Bergmesse und stellte seine Predigt unter das Motto der Verheißung: „Bleib du im ewgen Leben mein guter Kamerad“! 

Er brachte dazu in Erinnerung, dass sich die nach dem fürchterlichen Krieg heimgekehrten Soldaten gleich wieder zusammenfanden um sich, wie Weihnachten 1944 versprochen, gegenseitig in allen Notlagen zu helfen. So gründeten sie mit Erlaubnis der britischen Militärregierung bereits 1952, dann offiziell, das soziale Hilfswerk der ehemaligen Angehörigen der 97. Jägerdivision: Die Kameradschaft der Spielhahnjäger. Sie organisierten schon vor dem Fall des Eisernen Vorhanges viele privat organisierte völkerverbindende Aktivitäten, indem sie 20 Jahre lang Kameradengräber in den ehemaligen Kampfgebieten der letzten Kriegsmonate in Polen, Slowakei und Tschechien besuchten. 

Die Veteranen setzten Hunderte von Grabkreuzen, unterstützten finanziell die einheimischen Familien, die die Gräber über viele Jahre gepflegt hatten, feierten gemeinsame Gottesdienste und halfen beim Aufbau zerstörter Kirchen und dem Kauf neuer Glocken.

Außerdem unternahmen sie drei Kriegsgräber-Suchfahrten in den Westkaukasus und auf die Krim und spendeten anschließend zwei Eisenbahnwaggons mit Kleidung und Lebensmitteln, die vom Bahnhof Kempten aus auf den Weg gebracht wurden. Vor Ort verteilten russische Veteranen die Güter an Notleidende. 

In seinem Schlusswort forderte Pfarrer Max Hieble die Anwesenden auf, das Andenken an die Spielhahnjäger nicht nur weiter in Ehren zu halten, sondern auch in ihrem Sinne zu wirken. 

Seinen besonderen Bezug zur Bergmesse und der Kameradschaft der Spielhahnjäger stellte Pfrontens 3. Bürgermeister Alfons Haf dar. War er doch bereits vor 40 Jahren als junger Feuerwehrmann dafür gern im Einsatz und wuchs in der Nachbarschaft des langjährigen Vorsitzenden und Förderers Alex Eiterer auf, dem die Gemeinde Pfronten den Denkmalsplatz, auf dem die Bergmesse stattfindet, gewidmet hat.

 „Lasst das Denkmal und die Bergmesse angesichts des heutigen weltweiten Terrorismus Mahnung und Aufforderung zum Frieden unter den Völkern sein und tut auch im persönlichen Bereich den ersten Schritt, um einen schwelenden Konflikt zu lösen“. 

Er dankte der Reservistenkameradschaft unter der Führung von Horst Schädtler und Johann Haug sowie der Pfrontener Harmoniemusik unter der Leitung von Josef Mörz für das Fortsetzen dieser wertvollen Pfrontener Tradition. 

Gedenken an Gefallene

In seinem Gedenken an die Opfer der Kriege und der im Ausland gefallenen Soldaten der Bundeswehr erinnerte Horst Schädtler, Vorsitzender der Pfrontener Reservisten- und Veteranenkameradschaft, an die im letzten Jahr verstorbenen letzten Veteranen der Spielhahnjäger: Josef Kössel aus Weizern und Lorenz Gehring aus Unterjoch. 

Er richtete Grüße vom Kommandeur des Füssener Gebirgsaufklärungsbataillons 230 aus, der zurzeit in Mali im Einsatz ist. Einen besonderen Dank richtete er an die Soldaten aus Pfrontens Patenkompanie, die wegen der neuen Krise im Umgang der Bundeswehr mit Verbänden der ehemaligen Wehrmacht nur in Zivil teilnehmen durften, aber wesentlich zum Gelingen der Bergmesse beigetragen haben. 

Das farbenprächtige Bild mit den Pfrontener Vereinsfahnen wurde noch verstärkt durch Abordnungen der Reservistenkameradschaften Königswinkel, Giengen/Brenz sowie erstmals auch mit dem Veteranen- und Soldatenverein Weichering bei Neuburg an der Donau. Darüber hinaus war auch eine Abordnung der Bezirksgruppe Reutte-Außerfern der Tiroler Kaiserjäger in ihren historischen Uniformen auf den Falkenstein gekommen. 

Zum Abschluss der feierlichen Veranstaltung intonierte die Pfrontener Harmoniemusik das Lied „Ich hatt‘ einen Kameraden“, begleitet vom Hall und Widerhall der Salutkanone.

kb

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