Die Wertachtal-Werkstätten in Füssen stellen ihre neue Produktlinie vor

"Besondere Produkte"

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Ein Blick in die kunsthandwerkliche Ausstellung, die den Besucherscharen auch das eine oder andere Weihnachtsgeschenk ans Herz legt.

Füssen – „Wir stellen in Füssen Produkte her, die der Kreativität unserer Beschäftigten entsprechen und eine Identifikation mit ihrer Arbeit schaffen“, sagt Dagmar Rothemund, Leiterin der Füssener Wertachtal-Werkstätten. Eine Auswahl dieser Arbeiten wurde im „Haus der Gebirgsjäger“ vorgestellt.

Zu ihrer Ausstellung hatten das Profi-Team und die zahlreichen Beschäftigten der Wertachtal-Werkstätten ins „Haus der Gebirgsjäger“ eingeladen. Fast könnte man sagen: Alle sind gekommen. Denn mit 150 Gästen erlebte das Foyer einen nicht vorhersehbaren Ansturm, der sich danach im Saal verteilte.

Hier fand die Enthüllung des ersten Qualitätsprodukts der neu ins Leben gerufenen „erlesenen Design-Linie“ statt. Diese firmiert, wie Stephan Reichle erklärt, unter dem von ihm entwickelten Logo „we – design for life“ und kann seine Premiere mit einer Foto- und Postkartenleiste feiern – 100 oder 50 Zentimeter lang. Als „besondere Produkte von besonderen Menschen“ charakterisiert Leiterin Dagmar Rothemund das facettenreiche Angebot aus den Wertachtal-Werkstätten, die zudem auch dafür sorgen, dass sich außerhalb Arbeitsmöglichkeiten eröffnen.

„Unsere Zusammenarbeit mit den externen Partnern läuft gut“, so die Diplom-Sozialpädagogin. Anfassen des ersten Gegenstands aus dieser damit auf den Weg gebrachten Herstellung von edlen Wohnaccessoires durch Menschen mit Handicap war natürlich erlaubt. Werkstattleiter Thomas Böck stand ebenso wie Designer Reichle für die zahlreichen mit der nagelneuen Produktlinie verbundenen Fragen zur Verfügung. Kunsthandwerkliche Objekte zu betrachten und darüber zu sprechen, war im zur Galerie umfunktionierten Foyer des „Soldatenheims“ bei einem Gläschen Sekt ein Erlebnis.

Künstler Peter Jente etwa freute sich, dass es den „stark motivierten Teilnehmern meines Kurses gelungen ist, ihren eigenen Malstil zu entwickeln“. Dies wurde durch die Gemälde als Original dokumentiert und kann auch mit Blick auf den gedruckten Postkarten erkannt werden.

Die noch kurze Geschichte der Füssener Einrichtung wurde lebendig, als Uschi Lax (CSU), stellvertretende Bezirkstagspräsidentin, und Bürgermeister Paul Iacob (SPD) darauf hinwiesen, wie die Idee umgesetzt werden konnte, den behinderten Menschen endlich wohnortnah Förderung angedeihen zu lassen. Früher, so Iacob, „mussten lange Busfahrten zu einer Werkstätte in Kauf genommen werden. Das war belastend für die betroffenen Personen und ihre Familien.“

Als „Erfolgsmodell, das in Füssen jede Fortsetzung wert“ sei, hat Hans H. Raabe, Vorsitzender der Lebenshilfe Ostallgäu, die Werkstätten in der Hiebelerstraße 17 beschrieben. Er drückte sich in seinem Grußwort bildhaft aus: „Die Werkstätten sind hier gut angekommen – und für uns ein wichtiges Kind geworden.“ Astrid Schmitz und ihre Trommlergruppe, die sich aus Beschäftigen der seit 2013 in Füssen-West fördernden Werkstätten zusammensetzt, erhielten starken Beifall für ihre rhythmisch-flotte Umrahmung der Veranstaltung.

cf

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