Rund 50 Fußgruppen und Gaudiwagen schlängeln sich beim großen Umzug am Sonntag durch Schwangau

Von Nordmännern und Viechereien

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Auch über der neue US-Präsident Donald Trump machen sich die Schwangauer beim großen Faschingsumzug natürlich lustig.

Schwangau – Im Jubiläumsjahr stand der Schwangauer Faschingsumzug ganz im Zeichen der Männer und Frauen aus dem hohen Norden, die das Dorf übernommen haben.

Neben isländischen Sportlern und nordischen Ruderern beschäftigte die Fasnachter aber auch der Krötentunnel, die Draugar Flitzerblitzer und so manch andere Viecherei. 

Nordmänner ziehen durch Schwangau

So groß und farbenprächtig wie lange nicht mehr war der diesjährige Jubiläumsumzug der Schwangauer Fasnachter am vergangenen Sonntagmittag. 

An die 50 Fußgruppen, Gaudiwagen und Musikkapellen marschierten am Faschingssonntag durch das Dorf der Königsschlösser. Angeführt natürlich vom isländischen Fußballteam, die ja gerade erst einen Lauf hatten bei der EM in Frankreich. 

Auch die „Schwoagar“, sprich die Schwangauer, haben ein erfolgreiches Fußballteam und was lag da näher als die Elf auf Isländisch zu schminken. 

Passend übrigens zum Thema des diesjährigen Prinzenpaares Klara und Tobias jeweils die ersten: die Wikinger. Das Prinzenpaar bildeten heuer fast das Schlusslicht. Was angesichts ihrer Zugmaschine auch kein Wunder war, hatten sie doch eine ganze Horde ihrer Nordmänner eingespannt – bitte wörtlich nehmen – um ihr „Schwanenboot“ durch den Ort zu ziehen. Es blies ja auch kaum ein Lüftchen an diesem herrlichen Sonntag. 

Mittendrin schwamm noch die eine oder andere Gruppe mit, die sich ebenfalls nordisch gekleidet hatte – mal als übergroße Legofigur oder auch mit Boot und schrecklichem Sven anstatt anmutiger Prinzessin. 

Auch ernste Themen 

Daneben gab es Gaudiwagen, die nur um der Gaudi mitfuhren und es gab ernste Themen, die die Menschen beschäftigt haben in den vergangenen Monaten. 

Da waren die Vögel, die sich mit dem Tierarzt und seinem Thermometer herumplagen und schließlich doch im Stall bleiben müssen. Und die Kröten, die ebenfalls zu ihrem eigenen Schutz – so sieht es zumindest die Behörde – in Betonröhren gezwängt werden. 

Die andere Puppenkiste 

Es war zum Teil eine echte Viecherei, die die zahlreichen Zuschauer erlebten. Die Kamele aus Mühlbach und der Zirkus, fantastische Tier- und sagenhafte Märchengestalten und zwischen drin immer wieder mal ein bisschen Kasperletheater. Oder vielmehr Puppenkiste, Schwangauer wohlgemerkt, nicht Augsburger. 

Besuch hatten die Schwangauer natürlich auch. Hexen aus Reutte und Partygänger aus Steingaden, Flitzerblitzer (Donnerwetter, jetzt blitzt’s in Buching), aus Rieden, Bearabuira und Fiasar – neben den beiden letzten ihres Standes eine der kleinsten Gruppen im Zug, der sich wie immer durchs Mitteldorf und schließlich über die B17 wälzte und um Feiern animierte. 

Ein Wagen hatte sich zwar auch der Gaudi verschrieben, erinnerte aber an einen, der diesen Spaß wohl nur zu gerne mitgemacht hätte, uns aber 2016 verlassen hat. Wer erinnert sich nicht an die Szene in dem Flugzeug, das mit rauchendem Motor über dem Dschungel niedergeht? 

Bud Spencer wollte eigentlich einen Unfall für die Versicherung vortäuschen und musste sich dann auch noch mit Terence Hill rumschlagen? „Ah-soo“, der Schlachtruf der Fasnachter, kommt nicht von ungefähr. 

gau

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