Kunstpädagogik: Kunststudent und Schüler kooperieren bei gemeinsamen Kunstprojekt

Tradition oder doch ein Klischee?

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Ein gelungenes Gemeinschaftsprojekt unter Leitung von Eva Andersson und Diogo da Cruz wurde in den Kunsthallen am Lech vor kurzem den zahlreichen Besuchern vorgestellt, umrahmt von live gespielter Gitarrenmusik.

Füssen – „Schön, wie schön“ ist der Titel einer Kooperation, die für ein volles Haus bei der Eröffnung der dreitägigen Schau in den Kunsthallen am Lech sorgte. Alle wollten sehen, was das Ergebnis einer Zusammenarbeit des Gymnasiums mit dem in München studierenden Portugiesen Diogo da Cruz ist.

Dass in Füssen eine Ausstellungseröffnung im Rahmen des großen Projekts für interkulturelle Kunstpädagogik möglich wurde, ist vor allem Eva Andersson zu danken. Die Künstlerin und Lehrerin am Füssener Gymnasium brachte das Projekt auf den Weg. Selbst Füssens Kulturamtsleiter Thomas Riedmiller war da zur Eröffnung gekommen. 

Der Portugiese Diogo da Cruz, der an der Akademie für Bildende Künste München studiert, hatte Lust sich mit Füssen auseinanderzusetzen und ließ sich deshalb vor Ort von den Jugendlichen inspirieren. Die Schüler wiederum erfuhren von ihm von der Stadt Sintra, 25 Kilometer nordwestlich von Lissabon. „Wir haben in meiner Heimat – wie im Allgäu – ebenfalls ein schönes Schloss“, unterstrich der Gaststudent im Gespräch mit dem Kreisboten. 

Tonhahn wird bayerisch 

Arbeiten aus Ton zum Beispiel stellen dar, was für Portugal – etwa eine beschauliche Szene im Kaffeehaus – urtypisch sein könnte. Oder handelt es sich eher um ein Klischee? Dieser Frage ging die Schülergruppe mit Blick aufs Brauchtum nach. So stehen für das Allgäu beispielsweise Kässpatzn. Der mächtige Tisch mit wohlgeformten Figurendarstellungen und Objekten war am Abend der musikalisch umrahmten Vernissage ständig umlagert. 

„Ich hatte ein typisches Souvenir aus meiner Heimat mitgebracht. Das ist ein kleiner Hahn. Es ging darum, die unbemalte Figur – einen Tonrohling – mit weißer und blauer Farbe zu einer bayerischen zu machen“, kommentiert der 23-jährige Kunststudent eine von vielen Aufgaben im Workshop. 

Großes Interesse 

Der Flyer zur Gemeinschaftsausstellung listet über 80 Namen von Füssener Schülerinnen und Schülern auf, die sich mit Begeisterung den vorgegebenen Themen gewidmet hatten – darunter auch der Frage nach Möglichkeiten zur Stadtentwicklung. 

Stolz stellten die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen sechs und zehn ihre Exponate vor. Zunächst aber mussten sich alle Beteiligten an dem Kunstprojekt nach einer großen „Galerie“ umsehen. Zum Glück für die Schüler und Organisatoren gibt es in Füssen die Kunsthallen am Lech, wo entsprechende Räumlichkeiten für eine solche Präsentation offen stehen. Denn wo sonst hätte diese besondere Ausstellung ihren Platz finden können?

cf

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