Trachtenverein "Burg Hopfen" startet im Haus Hopfensee in das Jubiläumsjahr

Über die Grenzen hinweggeschaut

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Anlässlich des Festabends im Haus Hopfensee dürfen zahlreiche Hopfener Trachtler eine Auszeichnung für langjährige Vereinstreue entgegennehmen.

Füssen – Mit einem Ehrenabend ist der Trachtenverein „Burg Hopfen“ am Freitag ins Jubiläumsjahr gestartet. Fast auf den Tag genau vor 80 Jahren hatten 15 wagemutige Hopfener den Gebirgstrachten- und Heimatverein gegründet.

Im Haus Hopfensee wurde nun an die Gründer erinnert, zahlreiche Trachtenvereine gratulierten dem Jubilar ebenso wie Gauvorstand Walter Sirch. Dieser meinte, dass die Hopfener ohnehin schon immer über die Dorf- und Vereinsgrenzen „naus gluagt“ haben. 

Es sei die Zeit gewesen, als es um die Erhaltung der Gebirgstrachten ging, erinnerte Vorsitzender Josef Eggensberger an jene 15 Hopfener – fünf Frauen und zehn Männer – die sich am 6. April 1935 trafen, um den Gebirgstrachten- und Heimatverein „Burg Hopfen“ zu gründen. Neben der Tracht sei es aber auch um den Ausbau der Gemeinschaft im Dorf gegangen, so der Vorsitzende des Vereins, der sich heute Trachten- und Heimatverein nennt. Das 80-jährige Bestehen führte am Freitagabend den Verein, seinen Paten aus der Hopferau sowie das Patenkind, den Riedener Trachtenverein, die Nachbarvereine aus Weißensee, Füssen und aus dem Gau sowie allerlei Prominenz im Haus Hopfensee zusammen. 

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Nach der Begrüßung der zahlreich erschienenen Prominenz durch Vorstand Eggensberger informierte dieser die Anwesenden über den Verein. Dessen Hauptaugenmerk liege vor allem auf den alten Bräuchen und dem Dialekt, eben „alles, was die Heimat betrifft“. Doch noch etwas unterscheide den Trachtenverein „Burg Hopfen“ von anderen, so Eggensberger: „Wir haben sehr viel Tourismus und da ist das ein bisschen anderes gelagert als bei anderen Vereinen.“ Alle 14 Tage sei man im Einsatz für die Gäste, was den Vorteil habe, dass „wir unser Brauchtum den Gäst‘ zeigen kennat“. 

Dabei müsse man aber achtgeben, dass man das Ganze nicht zu sehr verkitsche, so der Vorstand selbstkritisch. „Aber ich glaub, des passt schon“. Sepp Hartung führte anschließend durch die lange Geschichte des Vereins. Er führte dabei in die Feinheiten, vor allem Verwandtschaftsbeziehungen und eben die speziellen Namen der 15 Gründungsmitglieder, ein. Dabei erinnerte er unter anderem an den ersten Musikanten im Verein, Alfons Keller („Schusters Alfons“), oder an Gaumeister „Straußers Hans“ (Hans Eggensberger). 

Was die Arbeit eines Trachten- und Heimatvereins ausmacht, das zeigten im Laufe des Abends die Vereine, die aufspielten und -tanzten und das Publikum unterhielten. Nachdem der Ort 1978 einquartiert worden sei, so Hartung, und zwar nicht zum Barras, sondern in Füssen, übergab er an Bürgermeister Paul Iacob (SPD). „Hopfen gehört einfach dazu. Genauso wie Weißensee“, so Iacob. 

Diese Tänze und Lieder, diese Traditionspflege seien Teil der Kultur, so Iacob weiter. Je mehr Flexibilität vom Einzelnen heutzutage erwartet werde, desto wichtiger sei es, „diesen Heimatgedanken, dieses Traditionsdenken für die Zukunft auch zu pflegen“. Das beginne bei der Tracht, das seien Tänze und Gedichte. Dabei sollte man sich dem Fortschritt und dem Neuen nicht verschließen, aber „wir müssen aufs Alte zurückschauen. 

Das Alte pflegen, denn das ist die Basis, die von unseren Urgroßvätern und noch weiter zurück aufgebaut worden ist“. Das sei eine Allee in die Zukunft, so Iacob, und wenn diese Allee gepflegt werde, „dann sind wir auf dem richtigen Weg“. Ein Verein für alle „Des war von Anfang an ein Verein, der über die Vereinsgrenzen naus g’luaget hat“, lobte dagegen Walter Sirch, oberster Trachtler im Gau. 

„Ein Verein fürs ganze Dorf“. 

Viel Unterstützung habe der Verein in der Gemeinde erfahren, resümierte Sirch weiter und auch die Musikkapelle – gegründet 1924 – sei gleich in den Verein integriert worden. „Und ham gleich a G‘sangsgruppe gegründet“. Darüber hinaus seien die Hopfener sehr aktiv gewesen, „sind gleich zum Oberen Lechgau und haben ein Jahr später das Gaufest im Städtle b‘sucht“. Abermals nur ein Jahr später konnten die Hopfener ihre neue Fahne weihen und 1938 wurde die erste Jugendgruppe gegründet. 

Das sei damals nicht üblich gewesen, aber man habe die Zeichen er Zeit erkannt. 1948 fand in Hopfen bereits das erste Gaupreisplatteln statt, mit 19 (von 22) Vereinen im Gau und 188 Teilnehmern. Sirch zählte noch weitere Aktionen des Trachtenvereins auf und meinte dazu, das alles seien Gemeinschaftsleistungen, das, „was ein Dorf ausmacht“. Denn: „Trachtler kann man nicht allein sein“. Diese Eigenständigkeit gelte es nicht aufzugeben, forderte Sirch die Anwesenden auf. Dann sei auch der Tourismus keine Bedrohung.

Oliver Sommer

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