Nesselwanger Brandbekämpfer weihen neues Löschfahrzeug ein

Wehr rüstet auf

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Vor der Pfarrkirche Sankt Andreas wird das neue Löschfahrzeug der Nesselwanger Brandbekämpfer feierlich gesegnet.

Nesselwang – „Ehrenzug hört auf mein Kommando! Ehrenzug stillgestanden! Im Gleichschritt – Marsch!“ Lautstark kommandiert Markus Schmid, Kommandant der Nesselwanger Feuerwehr, den Festzug.

Die Fahrzeugweihe des neuen Löschfahrzeugs LF20, die Weihe des Patrons in Form einer Schnitzfigur und das 50. Jubiläum des Florianstags in Nesselwang waren der Anlass für die Feierlichkeiten. Verbunden mit der Fahrzeugweihe war auch die offizielle In-Dienst-Stellung des neuen Fahrzeugs. 

Den Festzug durch die Marktgemeinde zur Pfarrkirche St. Andreas führte die Harmoniemusik Nesselwang unter ihrem zweiten Dirigenten Christian Huber an. Zahlreiche Ehrengäste sowie Fahnenabordnungen der Vereine, der Kreisbrandinspektion sowie befreundeter Wehren auch aus dem benachbarten Tirol waren gekommen. 

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Pater Rafael ging in seiner Predigt während des Festgottesdienstes auf die vielfältigen Einsatzgebiete der Feuerwehr ein. Er hob die ständige Einsatzbereitschaft der ehrenamtlichen Brandbekämpfer zum Wohle anderer hervor. „Auch ich weiß, was es heißt 24 Stunden lang, das ganze Jahr über in Bereitschaft zu sein“, so der Pater aus dem Franziskaner-Kloster Füssen. „Ständig den Piepser bei sich zu tragen und immer auf dem Sprung zu sein, ist auch für die Familien nicht immer leicht“, sagte Pater Rafael. 

Nach dem Gottesdienst segnete der Geistliche die geschnitzte Holzfigur des Schutzpatrons und das neue Einsatzfahrzeug. „Es hat seine Feuertaufe bei drei Brandeinsätzen und einem Verkehrsunfall schon hinter sich“. 

In der Alpspitzhalle begrüßte Feuerwehr-Vorstand Armin Schwarz neben den zahlreichen Feuerwehrkameradinnen und -kameraden auch die Mitglieder der Kreisbrandinspektion und Vertreter der Politik. Bundestagsabgeordneter Stephan Stracke und die Landtagsabgeordnete Angelika Schorer (beide CSU) waren unter anderem der Einladung zum Jubiläum gefolgt. 

„Unsere Wehren sind top. Von den Mannschaften, von ihrem Ausbildungsstand und in ihrer Ausstattung. Wir sind der einzige Landkreis, der unsere Wehren über das gesetzliche Soll hinaus unterstützt“, so Landrätin Rita Maria Zinnecker (CSU). Sie lobte die Arbeit der vielen Ehrenamtlichen und dankte ihnen für ihren unentgeltlichen und unermüdlichen Einsatz für die Allgemeinheit. 

Zahlreiche Gratulanten 

„Der finanzielle Grundstock für die geschnitzte Floriansfigur bildete die Spende der Nesselwanger Vereine anlässlich des 150-jährigen Jubiläums vor zwei Jahren“, erklärte Vorstand Schwarz. „Die Figur sollte der ähneln, die auf unserer Fahne abgebildet ist“, so Schwarz weiter. Nach langen Recherchen wurden sie fündig. Eine Besonderheit weist die Figur zudem noch auf. Sie wird von einem unverkennbaren Nesselwanger Attribut begleitet – dem Heimathaus. 

Er dankte der ausführenden Firma Grödner aus Hohenfurch bei Schongau und im besonderen Andrea Dollinger, „die unseren zahlreichen Sonderwünsche umgesetzt hat“, sagte er. Angelika Schorer, Stefan Stracke und Kreisbrandinspektor Markus Barnsteiner gratulierten zum Jubiläum und zum neuen Fahrzeug. 

Blick nach Tirol 

Ehrenkommandant Willi Hindelang hatte 1966 die Idee, erstmals in Nesselwang eine Floriansfeier zu organisieren. „Eigentlich ist es von unseren Tiroler Nachbarn abgekupfert. Da gibt es fast in jedem Ort ein Florianbrunnen. Ich habe mir gedacht, das könnten wir auch bei uns machen. So hat's angefangen“, erklärte der Ehrenkommandant. 

Den Ablauf der Beschaffung vom Antrag an den Marktgemeinderat im Februar 2013 über den Bestellprozess bis hin zur Übernahme im vergangenen Dezember erläuterte Kommandant Markus Schmid. „290 PS, 15 Tonnen Gesamtgewicht, einen Löschwassertank von 2700 Litern, ein kompletter Rettungssatz zur Bergung und Rettung von Personen, das Fahrgestell von der Firma MAN, der feuerwehrtechnische Aufbau von der Firma Ziegler aus Giengen“. 

Kommandant Schmid dankte Nesselwangs Bürgermeister Franz Erhart und dem Marktgemeinderat für die finanziellen Mittel in Höhe von fast 350.000 Euro. Durch Zuschüsse des Bezirks Schwaben und des Landkreises sank die finanzielle Belastung für die Kommune auf unter 240.000 Euro. 

Sein besonderer Dank galt auch den Mitgliedern des Beschaffungsausschusses, die sich viele Stunden mit dem Ausbau des Fahrzeugs auseinandergesetzt hätten. „Wir haben ein Fahrzeug, das auf unsere Anforderungen und Bedürfnisse angepasst ist“, so Kommandant Markus Schmid zum Abschluss seiner Ansprache.

Herbert Hoellisch

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