Die Aufzeichnung der "Bayerntour" stößt in Nesselwang auf großes Interesse

In fünf Minuten "ausverkauft"

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Lina und Emma Unsinn zeigen, dass sie mit Schellen musizieren können. Begleitet werden sie dabei von ihrem Vater Stephan (rechts) am Akkordeon.

Nesselwang – „Wir sind im Allgäu mittendrin“, nannte Bürgermeister Franz Erhart am Dienstagabend eine von Nesselwangs Vorzügen in Carolin Reibers „Bayerntour”. Die Sendung des Bayerischen Rundfunks hat jetzt in Nesselwang Station gemacht.

Bei der Aufzeichnung im Gasthof „Zum alten Reichenbach” waren 60 Zuschauer live dabei. Doch die Sendung war im Vorfeld auf so großen Anklang gestoßen, dass man auch locker die Alpspitzhalle hätte füllen können. 

Seit mehr als 20 Jahren moderiert Reiber die Bayerntour. In mehr als 210 Aufzeichnungen hat sie schon aus den verschiedensten Ecken Bayerns berichtet. Diesmal war Nesselwang an der Reihe. Im Gasthof „Zum alten Reichenbach“ fand die Auszeichnung mit bekannten und unbekannten Persönlichkeiten aus Nesselwang statt. Die 60 Karten, die kostenlos für Interessenten zur Verfügung standen, waren innerhalb von nur fünf Minuten vergeben, sagte Yvonne Dischler, Leiterin der Touristinformation. 

„Ich habe selten so einen Ansturm auf die Karten erfahren. Wir könnten mit der Sendung auch die Nesselwanger Alpspitzhalle füllen“, erklärte Philip Naßhan, der verantwortliche Redakteur der Sendung, bei der Pressekonferenz am Montag. „Aber das wollen wir nicht. Wir wollen authentische Räumlichkeiten mit einer schönen und ansprechenden Atmosphäre. Und da ist die Wahl auf den Traditionsgasthof gefallen“, so Naßhan weiter. 

Wandern in Nesselwang 

Er erläuterte den anwesenden Pressevertretern die Vorgehensweise bei der Auswahl der Orte und der Persönlichkeiten, die in den Filmbeiträgen vorgestellt werden. Bereits knapp zwei Monate vor dem Beginn der Aufzeichnung beginnt die Arbeit des Redaktionsteams mit den ersten Vor-Ort-Terminen für die Filmbeiträge und der Auswahl der Drehorte für das Ortsportrait. „Ich kenne Nesselwang schon etwas, allerdings nur im Sommer zum Wandern“, sagte Carolin Reiber. Sie war bereits mehrmals privat zu Gast in Nesselwang. „Bei der Sendung geht es um den Ort und um die Bürger, die den Ort ausmachen“, so die sympathische Moderatorin. 

Für den richtigen farblichen Kontrast zu den Räumen in Gasthof müsse sie sich noch ein rosafarbenes Dirndl kaufen, meinte sie, bevor sie sich ins Goldene Buch des Marktes Nesselwang eintrug. Im Laufe des Tages drehte das Team für die Sendung noch verschiedene Einstellungen an Stationen in und um den Ort. „Zum Teil vor einer absolut traumhaften Bergkulisse bei strahlendem Sonnenschein“, wie Produktionsleiter Thomas Hock bemerkte.

Vier Kamerafrauen und -männer mit ihren Assistenten, Beleuchter, Regieassistenten, Redaktions- und Produktionsleiter – alles in allem um die 20 Frauen und Männer vom Team des Bayerischen Rundfunks waren bei der Aufzeichnung im Gasthof dabei. Für die Kameraleute bedeutet so eine Aufzeichnung körperliche Schwerstarbeit. Die Kameras wiegen zusammen mit dem Tragegestell mehr als 20 Kilogramm. Durch die zahlreichen Scheinwerfer, die Kameras und das Personal des Bayerischen Rundfunks war der Platz im Gastraum zum Teil recht beengt. 

"Selbst nach so vielen Jahren passiert mir das noch" 

Carolin Reiber 

So mussten auch die Gästen während der Aufzeichnung immer wieder ihre Plätze wechseln. Aber auch die erfahrene Moderatorin wurde immer wieder von der Regie unterbrochen, um die eine oder andere Einstellung nochmals zu drehen. „Selbst nach so vielen Jahren passiert mir das noch“, kommentierte die Moderatorin lachend. 

So konnten die Gäste mitverfolgen, wie und mit welchem Aufwand so eine Sendung gedreht wird. Aus mehr als zwei Stunden Aufzeichnung wird schließlich eine dreiviertelstündige Fernsehsendung geschnitten. Unterbrochen von Filmbeiträgen, die die Teams bereits im Vorfeld gedreht haben, interviewte Reiber Nesselwanger Persönlichkeiten und Gruppen. So unter anderem Heidi Ebentheur, die jahrelang die Verkehrsbelastung an der Hauptstraße vor der Fertigstellung der A7 mitbekommen hat. 

Oder Jon French, den Briten mit Allgäuer Akzent, der seit 25 Jahren in Nesselwang wohnt und hier eine neue Heimat gefunden hat. Aber auch mit Michael Gimbel, Leiter der Bergwacht-Bereitschaft Nesselwang, und mit der Einsatzleiterin der Bereitschaft, Sophie Möst, unterhielt sich Reiber. 

Die Nesselwanger Bereitschaft ist die jüngste im Ostallgäu, kann aber in diesem Jahr bereits ihr 50-jähriges Bestehen feiern. Biathlon ausprobieren Monika Nusser stellte im Interview ihr ganzjährig geöffnetes Ostereiermuseum mit über 2.500 Exponaten aus der ganzen Welt vor. Zum Abschluss zeigten Lina und Emma Unsinn begleitet von ihrem Vater Stefan auf dem Akkordeon ihr Können an den Schellen. 

Bereits in der dritten Generation musiziert die Familie Unsinn mit diesen ungewöhnlichen Instrumenten. Abschließend dankte Reiber den Gästen für ihre Geduld und Familie Voigdt für die Gastfreundschaft. Im Besonderen bedankte sie sich bei Ingrid Rösner für die Hilfe, Planung und Unterstützung im Vorfeld und während Anwesenheit des BR-Teams in Nesselwang. 

Bürgermeister Franz Erhart lobte das BR-Team und dankte der Moderatorin für die Beiträge und Interviews. „Lassen wir uns überraschen, was dabei dann nächste Woche rauskommt“, sagte der Nesselwanger Rathauschef. Erhart überreichte Carolin Reiber sowie den Verantwortlichen der Sendung jeweils einen Geschenkkorb mit einer Schelle und freute sich auf ein Wiedersehen. 

Denn der Vorstand des Skiklubs Nesselwang, Karl Schmid, hatte Reiber während seines Interviews zum Schnupperbiathlon im Trendsport-Zentrum eingeladen, die vom Bürgermeister auf einen Skitag am Nesselwanger Hausberg ausgeweitet wurde.

Die Sendung wird am heutigen Mittwoch, 4. Februar, um 20.15 Uhr im Bayerischen Fernsehen ausgestrahlt. Wer das verpasst, kann sich am Donnerstag, 5. Februar, um 1.55 Uhr die Wiederholung ansehen.

Herbert Hoellisch

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