Mit der neuen Vilser Brauerei soll die alte Brau-Tradition in Vils wieder aufleben

"Etwas ganz Besonderes"

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Auf die Brauerei stießen Bürgermeister Günter Keller (v.l.), Landeshauptmann Günther Platter und das Betreiber-Ehepaar Juliane und Andreas HJilby-Durst an.

Vils – Als der Zisterzienser-Abt des Stiftes Stams, German Erd, ein Sohn der Grenzstadt, im Rahmen der Segnung der neuen Vilser Brauerei mit einem Versprecher die Familie „Happy-Durst“ zu ihrem Werk gratulierte, war das Schmunzeln beim geladenen Publikum nicht zu übersehen.

 Nomen est omen, hier traf es zu. Wenn ein Brauereibesitzer im Doppelnamen das Wort Durst führt, kann man schon glücklich sein.

Ein Glückgriff war es dann auch für die Stadtgemeinde Vils, dass die Hopfenkaiser aus dem Badischen ihr Faible für den Außerferner Grenzort entwickelten. Seit Jahrzehnten mit der Stadt durch die Jagdpacht verbunden sieht man sich als Grenzstädter. Nachdem man die alte Tradition des Brauens in Vils mit der Errichtung des „Vilser Bergbräu“ aufgenommen hatte, ergab sich 2014 die Möglichkeit die „Maura“, den „Schwarzen Adler“ in Vils zu erwerben.

Man nahm die sich bietenden Gelegenheit beim Schopf um auf eigenem Grund und Boden die junge Brauerei auf den modernsten Stand zu bringen. In kürzester Zeit wurde der neue Zubau hochgezogen und die „Maura“ präsentiert sich nun als traditioneller Braugasthof. Als Treffpunkt für Jung und Alt in gemütlicher Atmosphäre gibt der „Schwarze Adler“ Stammtischen, dem örtlichen Vereinsleben und kulturellen Veranstaltungen direkt im Ortszentrum eine Heimat.

Im großen Saal im Obergeschoss sprach dann auch Bürgermeister Günter Keller beim Festakt von einem Lotto-Sechser mit Zusatzzahl. „Ich bau dir eine Brauerei“, so habe Andreas Hilby einem damals ungläubigen Bürgermeister Keller bei einigen Bieren eröffnet. Aus Spaß wurde Ernst, die Verbundenheit der Unternehmer zu Vils und Tirol zeigte Wirkung. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. „In meiner Jugend gab es in diesem Haus den besten „Leberkäs“ von Europa nun gibt es das beste Bier weitum“, meint emotional das Gemeindeoberhaupt, der in unmittelbarer Nähe des „Adlers“ aufgewachsen ist.

Dass der Fortbestand der „Maura“ mit der Brauerei und dem „Schwarzen Adler“ das Stadtzentrum von Vils beleben wird, ist rundum unbestritten und wird von der gesamten Bürgerschaft mit Freude aufgenommen. „In Vils passiert so viel. Dass aber auch noch die alte Brau-Tradition wieder reaktiviert wurde, ist schon etwas ganz Besonderes. Ich schäme mich fast, kein Vilser zu sein“ meinte der Landeshauptmann von Tirol bei der Eröffnungsfeier und bewunderte den Mut der Eigentümerfamilie.

Garant für den Standort

 Auch Franz Hörl, der neue Wirtschaftsbundobmann Tirols, fand anerkennende Worte und sah das Engagement der „Hilby-Durst’s“ als wichtigen Teil einer positiven Entwicklung im Wirtschaftsleben. Dass Unternehmer wirklich immer wieder etwas „unternehmen“ sei Garant für ein Weiterkommen und sichere den Standort Tirol, meinte der Hotelbesitzer aus Gerlos im Zillertal und beschwor die Tradition des Biertrinkens in Tirol und in Bayern.

Die Renovierung des „Schwarzen Adlers“ schreitet währenddessen voran, man wird ihn, und da ist man sich sicher, zu einem Braugasthof im besten Sinne des Wortes machen und damit auch einen nicht unbedeutenden Schritt für einen gedeihlichen sanften Tourismus in der Grenzregion setzen.

Hans Nikolussi

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