»Großes Kino«: Guido Lindner führt ab sofort das »Haus Hopfensee«

„Haus Hopfensee“: Pickl geht, Lindner kommt

Guido Lindner
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Guido Lindner vor dem „Haus Hopfensee”.
  • vonAlexander Berndt
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Füssen – Für Guido Lindner bedeutet es „großes Kino, wieder in der Heimat zu sein“. Dementsprechend gvroß ist die Freude des 54-Jährigen, der kürzlich nach einer aufwändigen Renovierung das „Haus Hopfensee“ von Uli Pickl übernommen hat. Für den Gastronom schließt sich damit in gewisser Weise ein Kreis: Schließlich ist der in Lindenberg im Westallgäu Geborene in Füssen aufgewachsen. Danach wollte er aber erst einmal die große weite Welt kennen lernen. Sein Vorgänger Uli Pickl ist unterdessen offiziell von Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) verabschiedet worden.  

Während seiner Reise verschlug es den leidenschaftlichen Fan des FC Bayern München nach seiner Ausbildung zum Hotel- und Restaurantfachmann, die er im Hotel „Lisl“ in Hohenschwangau absolviert hat, unter anderem auf das Kreuzfahrtschiff „Aida“. Sein Schaffen an Bord der „Aida”brachte ihn unter anderem an Nord- und Südpol sowie den Amzonas in Südamerika. Erst vor einigen Jahren zog es Lindner wieder in heimatlichere Gefilde.

Wobei auch hier eine gewisse Affinität zum Wasser deutlich wird: seine letzte Station vor seinem Engagement in Hopfen war das „Santorini-Hotel am See“ in Tutzing am Starnberger See. Dieses hat sich im Laufe der Jahre nicht nur beim anspruchsvollen Großstadtpublikum aus München, sondern auch unter den Gästen aus dem ländlichen Raum einen guten Ruf erworben. Insbesondere seine Bouillabaisse sei bei den Gästen gut angekommen, blickt er zurück. Selbst auf den Boullabais-Geschmack gekommen ist der Allgäuer in Berlin.

Dass er dennoch nach Füssen zurück gekommen ist, hat mehrere Gründe. Zum einen natürlich, weil er hier aufgewachsen ist und noch viele Leute kenne, erzählt er. Zum anderen habe ihn die Aufgabe, das Haus Hopfensee mit seiner tollen Lage und dem Blick auf Schloss Neuschwanstein, die Berge und den See nach Uli Pickl zu übernehmen, gereizt.

Was in seinem neuen Lokal an der „Riviera des Allgäus” das Zugpferd wird, werde sich noch zeigen, so der erfahrene Gastronom. Denn nachdem er schon in ziemlich jungen Jahren seine Leidenschaft zum Kochen gefunden und im Zuge dessen in kulinarischer Hinsicht einiges ausprobiert hat, weiß er: „Man muss das Rad nicht neu erfinden.“ Damit meint Lindner, dass er und seine sieben Mitarbeiter vorerst keine großen Experimente in puncto Kochkunst machen und seine Gäste im „Haus Hopfensee“ nicht mit zu vielen exotischen Angeboten konfrontieren will.

Sein Hauptaugenmerk liegt vielmehr auf einer „regionalen, frischen Küche“ mit vielen saisonalen Gerichten. Daher sollen etwa Kässpatzen, Flädlesuppe, Schollenfilet mit Kartoffelsalat und selbstgemachter Remouladensauce die Gaumen der Gäste künftig ebenso verwöhnen wie Hähnchen, Schweinebraten, Leberkäs und Spargelgerichte. Die Bouillabaisse, mit der Lindner am Starnberger See großen Erfolg hatte, wird er dagegen wohl zunächst nicht anbieten und auch Pizza wird es auf der „nicht zu großen“ Speisekarte nicht geben.

Festhalten will Lindner an der Tradition der Theateraufführungen im Haus. So wird unter anderem die „Hopfenseebühne” weiterhin in der Höhenstraße gastieren.

Stadt dankt Pickl

A propos Uli Pickl: Als Abschiedsgeschenk überreichte Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) dem langjährigen Pächter einen Gutschein für eine Museumsführung sowie eine Torte mit der Aufschrift „Lieber Uli, danke für 25 Jahre“. Da die Torte so groß war, dass Pickl es nicht schaffte, diese mit seiner Familie aufzuessen, entschied er sich, diese im Gasthaus „Zum Schwanen”, den seit kurzem sein Sohn Florian führt, zu verkaufen und den Erlös von 150 Euro dem Kinderhospiz Bad Grönenbach zu spenden. Weitere 150 Euro legte er aus der eigenen Tasche drauf. Auch nutzte er das „Haus Hopfensee” all die Jahre, um soziale Aktionen zu organisieren.

Familiäre Unterstützung

Bei der Verabschiedung blickten die Anwesenden auf die 25 Jahre zurück, die Pickl die Einrichtung leitete – stets mit Unterstützung seiner Frau Heidi, seines Sohnes Florian, seiner Tochter Teresa und dem stets engagierten Personal. „Ich blicke auf die Zeit mit Ehrfurcht, Dankbarkeit und Freude zurück“, sagte Pickl.

„Das Haus Hopfens war mein Wohnzimmer. Als ich aus der Betriebswohnung ausgezogen bin, war das furchtbar für mich“, erinnert sich der 70-Jährige. Er bedankte sich bei der Stadt für eine durchgehend tolle und faire Zusammenarbeit. „Ich hatte immer einen Ansprechpartner bei der Stadt.“

Ebenso bedankte er sich bei den Bürgern und Vereinen von Hopfen. Nun freut sich Pickl darauf, mehr Zeit für seine Leidenschaften und Hobbys zu haben, etwa, ab und an längere Zeit in seinem Ferienhaus auf La Palma verbringen zu können. Auch freut er sich darauf, nun mehr Zeit für Theater zu haben, wobei er sowohl als Autor, als auch als Schauspieler und Regisseur tätig ist. Zudem will er seine jahrzehntelange Erfahrung als Gastronom Kollegen weitergeben.

Guido Lindner wünschte Eichstetter bei der Übergabe einen guten Start. Und Lindner ist zuversichtlich, dass der Start gut sein wird. „Uli hat mich wirklich sehr gut eingearbeitet, das war eine super Unterstützung. Und das Verhältnis zur Stadt ist wunderbar.“

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