Wagners "Ring des Nibelungen" kommt nach Füssen

Regietheater kombiniert mit Oper

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Die „Ring des Nibelungen”-Inszenierung von Plamen Kartaloff (links) wird in Füssen gezeigt. Mehr über die Inszenierung aus Bulgarien erzählt Kulturminister Vezhdi Rashidov (3. v.l.). Auf das Gastspiel freuen sich Günter Döbler (2. v.l.) und Stefan Weigert (rechts) vom Festspielhaus ebenso wie Füssens Bürgermeister Paul Iacob (2. v.r.).

Füssen – „Richard Wagner ist tot“. Diese Nachricht überbrachten im zweiten Ludwig-Musical die wechselnden Sisi-Darstellerinnen an den Hof. Im Festspielhaus Füssen ist das Geschichte.

ist das Geschichte. Hier gilt als neues Motto: Wagners Musik lebt. Sie wird von Samstag, 12. September, bis Samstag, 19. September, auf der großen Füssener Bühne so dargeboten, wie es die Staatsoper Sofia dem Publikum vorgespielt hat. Es handelt sich um die Inszen-ierungen von Richard Wagners kompletten „Ring des Nibelungen“. 

Das erste von vier aus Bulgarien exportierten Kulturevents trägt den Titel „Das Rheingold“. Es folgen „Die Walküre“ und „Siegfried“ Den krönenden Abschluss des „Rings“ bildet bekanntlich der Abend „Götterdämmerung“. Der Vorhang öffnet sich um 19 Uhr zur Aufführung von „Rheingold“. An den drei anderen Aufführungstagen wird bereits ab 17 Uhr Wagners Musik aus dem Orchestergraben im Festspielhaus erklingen. 

Die Großveranstaltung hat eine Delegation aus Bulgarien jetzt im Festspielhaus der Presse vorgestellt. Fürs „Haus“ saßen Geschäftsführer Günter Döbler und Interimsmanager Stefan Weigert ebenfalls auf dem illustren Podium. Füssens Bürgermeister Paul Iacob (SPD) war auch vor Ort. Er betonte: „Die Stadt wird ein alljährliches Opernfestival unterstützen. Mit Wagner wird der belebende Anfang gemacht. Das Festspielhaus präsentiert aktuelle Kultur mit den bulgarischen Gästen.“ 

2013 wurde nach 125 Jahren bulgarischer Operntradition der erste komplette „Ring des Nibelungen“ des Komponisten Richard Wagner, den König Ludwig II. stark geförderte hat, an der Nationaloper Sofia aufgeführt. 

Buntes Multimedia-Design 

Auch „der Balkan“ fand Wagners Werk faszinierend, so die Delegation aus Sofia mit Plamen Kartaloff. Der Direktor der Staatsoper hatte die Idee zu dem Projekt und führt auch Regie. Nach den Transporten kann seine Arbeit „eins zu eins“ in Füssen gezeigt werden, erfuhr der Kreisbote auf Nachfrage.

 Das Publikum erwartet bei moderaten Preisen für die Tickets eine „gelungene Kombination aus Regietheater und traditioneller Oper“, meinte Musikjournalist Klaus Billand. Damit dürfte Neugier – nicht allein bei den Wagnerfreunden – geweckt worden sein. 

Kartaloff arbeite mit eindrucksvollen Bildern auf der Bühne und „einem facettenreichen Multimedia-Design“, lobte Billand den Kopf des Projekts. Das große Orchester wird – nach Angaben des Veranstalters – mit etwa 70 Instrumentalisten anreisen. Die Hauptrollen sind mit bekannten Sängerinnen und Sängern der Staatsoper Sofia besetzt. Insgesamt 230 Mitwirkende werden „den Ring“ in Füssen gestalten. 

Bulgarien als Kulturnation 

Bekanntlich ist das Festspielhaus Füssen mit seinen 1366 Sitzplätzen dem Festspielhaus im Bayreuth nachempfunden. Es sei deshalb „wie geschaffen für den Wagner aus Sofia“, stellte Kartaloff vor Ort fest. Dieses einwöchige Event nahe den Königsschlössern findet in Partnerschaft mit bulgarischen Ministerien statt. 

Dass es ihm nicht nur um Wagner geht, machte Vezhdi Rashidov mit einem Kurzreferat deutlich. Der Kulturminister will das Ziel erreichen, dass Bulgarien als Kulturnation wahrgenommen wird. 

Dass auch Österreicher und Schweizer den „Ring aus Sofia“ im Allgäu erleben wollen, hofft das bulgarische Ensemble ebenso sehr wie das Füssener Festspielhaus-Management. Der Vorverkauf an der Theaterkasse ist schon angelaufen. Die Stadt Füssen hat einen Flyer mit den wichtigsten Infos herausgegeben, der an verschiedenen Stellen ausliegt.

cf

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