Fünf Gemeinden wollen das Erbe der Wetzsteinmacher lebendig halten

Mehr als eine Gesteinsschicht

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Martin Klopfer (v.l.), Vorsitzender „D´Schwanstoaner“ Schwangau, Hubert Mangold, Bürgermeister von Schwaigen, Christian Scheuerer, Bürgermeister von Ohlstadt, Tourismus-Direktorin Petra Köpf, Michael Gansler, Bürgermeister von Unterammergau, Stefan Rinke, Bürgermeister von Schwangau, Thomas Keck sowie Johann Gschwill, Bürgermeister von Halblech auf der Drehhütte.

Schwangau – Das Erbe der Wetzsteinmacher wollen fünf Gemeinden aus Altbayern bewahren.

Die Bürgermeister der Gemeinden Schwangau, Halblech, Ohlstadt, Schwaigen-Grafenaschau und Unterammgerau trafen sich jetzt auf der Drehhütte, wo bei der Bergmesse des Trachtenvereins „D´Schwanstoaner“ und der Musikkapelle an das „Erbe der Wetzsteinmacher“ erinnert wurde.

In seiner Predigt nahm Pfarrer Markus Dörre Bezug auf die harte Arbeit im Fels der bayerischen Alpen. Rund 50 Interessierte aus den fünf Kommunen besichtigten nach dem Gottesdienst einen historischen Wetzsteinbruch in der Nähe. Thomas Keck informierte über die Geschichte von Schreders Bruch und die Situation in Schwangau. 

Mit fast 90 Jahren war Xaver Bader aus Ohlstadt der älteste Teilnehmer. Als einer der Letzten seines Standes hatte er noch selbst Wetzsteine hergestellt. Gemeinsam wollen die fünf Kommunen die Erinnerung an das bäuerliche Gewerbe bewahren. 

In der Vergangenheit blühte der Handel mit den Wetzsteinen, die Arbeiter in mühevoller und gefährlicher Knochenarbeit aus dem Gebirge herausbrachen. Die Steine wurden in ganz Europa zum Schärfen von Sensen, Messern und Sicheln verwendet. 

Strukturen sichtbar machen

Die Kooperation der Gemeinden aus den Landkreisen Garmisch-Partenkirchen und Ostallgäu erfolgt als europäisches Leader-Projekt. 

Ziel ist, die historischen Strukturen wieder sichtbar zu machen. Dazu entwickelten die Gemeinden bereits ein einheitliches Logo. Dieses soll den rund 70 Kilometer langen Weg und die Stationen von Ohlstadt über Schwaigen-Grafenaschau, Unterammergau und Halblech bis Schwangau markieren. Als Zentrum der „Steinheigl“ hat Unterammergau die Federführung. Ein Verein hat dort in über 3000 ehrenamtlichen Arbeitsstunden eine Schleifmühle restauriert und wieder in Betrieb genommen. 

Vollauf zufrieden zeigte sich Bürgermeister Michael Gansler, mit dem bisherigen Verlauf. „Besonders freut mich die gute Zusammenarbeit der beteiligten Gemeinden. Daher sehe ich der weiteren Umsetzung äußerst positiv und mit Freude entgegen“, sagte Gansler. 

Das Jahrestreffen auf der Drehhütte nutzten die Bürgermeister zum Austausch über Tradition und Brauchtum. „Uns verbindet viel mehr als eine Gesteinsschicht“, ist das Fazit von Bürgermeister Stefan Rinke und seinen vier Kollegen am Ende des Tages.

kb

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