Bürgermeister Paul Iacob will Partei womöglich verlassen

Affäre um Ferienwohnungen: Füssener SPD droht die Zerreißprobe

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Füssens SPD-Bürgermeister Paul Iacob weist die Kritik des Ortsvorstandes zurück. Rückendeckung erhält er vom Großteil der Fraktion.

Füssen – Der Füssener SPD droht kurz vor der Kommunalwahl die Zerreißprobe: Nachdem der Vorstand am Montag die Kritik der Vorsitzenden Ilona Deckwerth an SPD-Bürgermeister Paul Iacob unterstützt hat, distanziert sich nun vier Mitglieder der Stadtratsfraktion vom Ortsvorstand und kündigen an, im März nicht mehr zu kandidieren. Bürgermeister Iacob droht währenddessen mit dem Austritt aus der Partei.

Die Affäre um die beantragte Umnutzung von Mietwohnungen der Familie Iacob in Ferienwohnungen zieht immer weitere Kreise und droht zur Zerreißprobe für die Füssener SPD zu werden. 

Nach der massiven Kritik der Ortsvorsitzenden Ilona Deckwerth und der Jusos an Bürgermeister Iacob und seiner Ehefau Iris (der Kreisbote berichtete ausführlich), hat nun die Stadtratsfraktion reagiert. In einer Pressemitteilung vom Mittwochmittag nehmen sie den amtierenden Rathauschef in Schutz. 

Damit reagieren sie auch auf einen Vorstandsbeschluss vom Montag. Darin heißt es: "Der SPD-Ortsvorstand teilt die Auffassung zum Antrag auf Umwidmung der Brunnengasse 21, die die Ortsvorsitzende als persönliche Erklärung zum Sachverhalt abgegeben hat."

Das Vorgehen seiner Frau sei zwar unglücklich, aber rechtlich vollkommen legitim gewesen, heißt es darin. Es sei unverständlich, dass die seit Monaten währende Diskussion um Ferienwohnungen und fehlenden Wohnraum allein am Antrag von Iris Iacob festgemacht werde. Deshalb könne so nicht mit Iacob umgegangen werden, kritisiert Fraktionsvorsitzender Lothar Schaffrath. 

Stadträtin Dagmar Rothemund nimmt Iacob ebenfalls in Schutz: „Er hat viele Jahre die SPD Füssen als Vorsitzender und Fraktionsvorsitzender im Stadtrat vertreten und stark gemacht.“ 

Wolfgang Bader verweist darauf, dass die SPD keine Mehrheit im Stadtrat habe und deshalb Kompromisse eingehen müsse, die nicht jedem „Hardliner“ in der SPD passen. Vor allem die Kritik der Jusos verstehe er nicht. „Die Sportjugend von Füssen hat einem tollen Sportpark im Weidach bekommen.“ 

Brigitte Riedlbauer attackiert Vorsitzende Deckwerth. Es liege nicht an der Vorsitzenden, dass die SPD in einem der schwärzesten Wahlkreise Bayerns den Bürgermeister und sechs Stadträte stelle. Sie vermisse im Umgang mit Iacob die Fairness. 

Nachdem Riedlbauer und Rothemund bereits vor geraumer Zeit angekündigt hatten, nicht mehr für den Stadtrat zu kandidieren, gaben am Mittwoch nun auch Schaffrath und Bader bekannt, nicht mehr antreten zu wollen. 

Zum einen (Schaffrath) verspüre man keinen Rückhalt mehr im Vorstand, zum anderen (Bader) folge man seinem Gewissen. 

Bürgermeister Iacob kündigte währenddessen im Gespräch mit dem Kreisbote an, in den kommenden zwei Wochen über seinen Verbleib in der Partei zu entscheiden. Deckwerths Vorwurf, er habe gegen den Erlass einer Zweckentfremdungssatzung gestimmt, um seiner Frau die Umnutzung der Mietwohnungen in Ferienwohnungen zu ermöglichen, wies er vehement zurück: „Das entbehrt jeder Grundlage und ist eine Unverschämtheit!“

Matthias Matz

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