Nur wenige Zuhörer kommen zur Programmvorstellung der Grünen in Füssen

Kaum Interesse am Vorwahlkampf

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Ein süßes Kompliment: Grünen-Ortssprecher Hubert Endhardt (rechts) schenkt Günter Räder ein Gläschen selbstgeimkerten Honig.

Füssen – Wenn er zwar auch noch nicht den Walhlkampf eröffnete, so zeigte Günter Räder am vergangenen Mittwochabend „noch im Vorwahlkampf“ Flagge für die Grünen.

Im Hotel „Hechten“ in der Altstadt stellte der Kandidat von Bündnis 90/Die Grünen für die Bundestagswahlen im September jedenfalls „unser Programm“ vor. Während der Politiker aus Obergünzburg die wenigen Versammlungsteilnehmer dabei mit den Worten „mischt euch ein“ dazu ermunterte, sich politisch zu engagieren, unterstrich der Ortssprecher der Füssener Grünen, Hubert Endhardt, dass die Umweltpartei nach wie vor „komplett unverzichtbar“ sei. Schließlich brauche es die Grünen „auch als grünes Gewissen“. 

Vor dem „kleinen, erlesenen Kreis“, wie Endhardt die Gruppe der nur spärlich erschienenen Besucher nannte, machte Räder zunächst deutlich, dass seine Partei bei der Wahl am 24. September „ein möglichst gutes Ergebnis“ anstrebe. Dazu wolle man ohne Koalitionsaussage in den Wahlkampf gehen. 

Er betonte: „Wir schließen nichts aus und wir benennen keine Präferenz.“ Allerdings benannte Räder vier Punkte, die er als unsere Leitlinien der Grünen bezeichnete. Im Zuge dessen hob er die Begriffe Gerechtigkeit, Freiheit, Weltoffenheit und Ökologie besonders hervor, in deren Rahmen es verschiedene Aspekte gebe, die sich für die Profilierung im politischen Wettbewerb in erster Linie eigneten. 

Demnach setzten sich die Grünen beispielsweise dafür ein, den Hochfrequenzhandel im Kapitalbereich durch eine Finanztransaktionssteuer zu verlangsamen. Ebenso wolle man die Kluft zwischen Arm und Reich durch eine „Substanzbesteuerung großer Vermögen“ nicht weiter anwachsen lassen und die Altersarmut mittels einer „Garantierente oberhalb der Grundsicherung“ bekämpfen. Für Toleranz In Bezug auf den Aspekt der Freiheit erwähnte Räder etwa die „Ehe für alle“, durch die ermöglicht werden solle, dass jede Zweierbeziehung die Möglichkeit zur Ehe habe, „mit allen Rechten und Pflichten.“ 

Grundsätzlich streite man für Toleranz, Vielfalt und Selbstbestimmung, erklärte Räder. Er forderte darüber hinaus, dass die persönliche Freiheit nicht eingeschränkt werde. Viel Wert lege die Partei außerdem auf ein bestimmtes Maß an Weltoffenheit. Demgemäß müsse Deutschland etwa „ein Schutzhafen für Verfolgte“ sein und die Weltgemeinschaft „Verantwortung für die globalen Entwicklungschancen und für das Durchsetzen der Menschenrechte übernehmen“. 

Als „unser uns zugeschriebenes Stammgebiet“ bezeichnete der Agraringenieur aus Obergünzburg schließlich die „Ökologie“. In diesem Bereich wolle man weiter vordenken und sich nach wie vor für die Abschaltung, Stilllegung und Verschrottung aller Atomkraftwerke einsetzen. Demgegenüber komme es darauf an, „die erneuerbaren Energien konsequent auszubauen“ und eines Tages komplett auf grüne Energien umzusteigen. 

Im Rahmen dessen strebten die Grünen danach, „Deutschland wieder zu einem ökologischen Spitzenreiter“ zu machen. Zum Abschluss des Treffens rief Räder den Versammlungsteilnehmern noch zu: „Tretet ein für die Werte, die Deutschland und Europa verbinden: Demokratie und Menschenwürde, Freiheit und Mitmenschlichkeit.“

lex

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