Grünen-Antrag scheitert im HFP

Gemessen am millionenschweren Haushalt eigentlich kleiner Betrag, sorgten 17.000 Euro am Dienstag in der Haushaltsberatung des Haupt- und Finanzausschusses (HFP) für angeregte Diskussion. Stadträtin Petra Schwartz (Grüne) wollte diese Summe in Ökostrom investieren, stand damit aber ziemlich allein da. Zwar wollte der Ausschuss das Geld durchaus energiebewusst einsetzen, für die Wärmedämmung der Mittelschule etwa, würde das Geld aber nicht reichen.

Mit den genannten 17.000 Euro könnte die Stadt ein Angebot des E-Werks Reutte (EWR) eingehen, ihre Liegenschaften zu 100 Prozent aus Ökostrom zu versorgen. Diese Quote liegt bisher bei 70 Prozent, da das EWR ohnehin nur Strom aus regenerativen Energien wie Wasserkraft erzeugt und zu 30 Prozent Strom am Markt hinzukauft. Von der kompletten Umstellung verspricht sich Schwartz „eine gute Signalwirkung“. Diesen Antrag der Grünen-Rätin hatte jüngst bereits der Stadtrat diskutiert, ihn dann aber an die Haushaltsberatungen verwiesen. Von dieser Entscheidung ließ sich Bürgermeister Paul Iacob (SPD) allerdings erst nach eingehender Prüfung des Sitzungsprotokolls der Stadtratssitzung überzeugen, im Haushaltsentwurf findet sich die Umstellung auf teureren Strom nicht wieder. In der Diskussion fanden sich dann kaum Befürworter des Vorschlags. Denn ob der Strom aus der Steckdose auch wirklich aus Wind- oder Wasserkraft und nicht aus dem Atomkraftwerk stammt, sei letztlich nicht exakt nachvollziehbar, „das garantiert uns keiner“ wie Ernst Meßthaler vom Liegenschaftsamt erklärte. Der CSU Fraktionsvorsitzende Heinz Hipp befürchtete gar, dass das EWR überschüssigen „Normalstrom“ nutze, um Wasser im Kraftwerk in die Höhe zu pumpen, dass dann wiederum vermeintlichen Ökostrom erzeugt. Die Summe von 17.000 Euro kam dem 3. Bürgermeister Andreas Ullrich (FW) ohnehin zu hoch vor, der Landkreis Ostallgäu betreibe für einen Mehrpreis von nur 5.600 Euro seine Gebäude, darunter zehn Schulen, mit ökologisch erzeugter Energie. „Wir verbrauchen allein im Bundesleistungszentrum mehr als diese zehn Schulen“, erläuterte Meßthaler die vergleichsweise hohe städtische Stromrechnung. Die 17.000 Euro anderweitig energiebewusst anzulegen, erwies sich als schwierig. Man könne doch den Dachboden der Hauptschule damit wärmedämmen, lautete ein Vorschlag. Allein für das Material fielen hier aber Kosten von 45.000 Euro an, wie Konrad Schwarz von der Stadtverwaltung erläuterte. Außerdem mache die Dämmung erst Sinn, wenn vorher die Elektroinstallation erneuert werde. So bekamen die 17.000 Euro letztendlich keinen eigenen Posten im Haushalt.

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