Europa-Abgeordnete Barbara Lochbihler stellt neues Buch vor

Revoluzzer im Allgäu

Füssen – Barbara Lochbihler, Europaabgeordnete der Grünen, ist Herausgeberin des Buches „Es lebe die Freitheit – Revolution im Allgäu 1848/49.“

Auf der Lesereise, die am 1. Mai um 19 Uhr in Isny im Rathaus abgeschlossen wird, machte die Politikerin, begleitet von Autoren wie Leo Hiemer, jetzt auch Station in Füssen. In der Orangerie der Stadtbibliothek begrüßte Leiterin Sabine Frey die Mitwirkenden auf der Lesebühne und rund 80 interessierte Zuhörer. Diese konnten bei den live vorgetragenen Liedern aus der Revolutionszeit kräftig mitsingen. 

Als Koordinator des Projekts wurde Hubert Endhardt aus Rieden am Forggensee bezeichnet, der als Autor und Musiker bei der Veranstaltung auftrat. Den durchaus unterhaltsamen Einblick aus unterschiedlichen Perspektiven in die bewegte Vergangenheit eröffnete die Europa-Abgeordnete, indem sie ihre Motivation erläuterte, als „Menschenrechtspoltikerin“ dieses Buch herauszugeben. 

Wissenschaftlich fundierte Aufsätze über Persönlichkeiten jener Zeit, die Schauplätze der revolutionären Bewegung und deren Auswirkungen sind auf den 388 Seiten des Buches zu finden. Für Lochbihler ist es „immer interessant, wie Menschen in Zeiten von Umbrüchen leben“. 

Solche Zeiten, betonte Lochbihler, „bergen auch immer die Aussicht auf Veränderung, auf mehr Freiheit oder Freiheiten, sich in gesellschaftliche und poltische Belange einzumischen“. Leo Hiemer, eher bekannt als sensibler Filmemacher denn als Chronist mit spitzer Feder, nutzte seinen Auftritt, um das Publikum aufzuklären. Das sei damals kein Aufstand von ganz unten gewesen. „Gebildete Leute wollten nicht mehr die Privilegien des Adels hinnehmen“, so Hiemer auf der Bühne vor projizierten Gemälden, die damals führende Köpfe wie Carl Hirnbein porträtierten – hier vorgestellt als „Demokratenhäuptling“. 

Dem als „roten Wirt aus Brugg“ charakterisierten Alois Stadler widmet Hiemer in diesem neuen Buch ebenfalls einen reichlich bebilderten Aufsatz. Im Kapitel über die Auswanderung griff Hubert Endhardt auf Unterlagen aus dem Stadtarchiv Füssen zurück und beschreibt anschaulich die verschiedenen Aspekte des Themas „Weg in die Freiheit“. Beleuchtet wurde nicht zuletzt die Rolle der Frauen. Gertrud Kustermann (Grüne) fasste den Text „Frauen in der Revolution“ der Historikerin Ute Grau zusammen. 

Deutlich wurde in ihrem kurzen Vortrag: Neben bürgerlichen Rebellinnen gab es im einfachen Volk junge Frauen, die schworen, nie einen Mann zu heiraten, der sich nicht der revolutionären Sache zu opfern bereit sei. Zum Abschluss erhielten die Besucher aus der Hand von Lochbihler ein kostenloses Exemplar des „Freiheitsbuches“. Viel Beifall erhielt das Musiker-Trio mit Hubert Endhardt an der Gitarre, Markus Kerber an den Blasinstrumenten und Hansjörg Gehring am Bass, das Lieder aus der Revolutionszeit interpretierte.

cf

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