Lehrerinnen funken SOS

Grundschule Lechbruck braucht Aufsichtskräfte

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Das Kollegium der Lechbrucker Grundschule braucht personelle Verstärkung bei der Aufsicht der Schüler. Die Gemeinde will nun die Einstellung eines FSJ-Absolventen prüfen.

Lechbruck – Personelle Unterstützung in Form eines FSJ-Absolventen fordern Lehrer und Elternbeirat der Lechbrucker Grundschule in einem Eilantrag an Gemeinderat. Die Ratsmitglieder lehnten den Antrag vorerst jedoch ab. Nun soll er im September noch mal auf die Tagesordnung kommen.

Anlass des Hilferufs von Rektorin, Lehrerkollegium und Elternbeirat ist, dass es an der Schule offenbar an Aufsichtspersonal fehlt. Zwar gehen die Schülerzahl in Lechbruck in den vergangenen Jahren kontinuierlich zurück. So werden im kommenden Schuljahr nur noch 62 Schüler in drei Klassen unterrichtet. Da aber die einzelnen Jahrgänge sehr schwach sind, wird nur noch in Kombiklassen unterrichtet. Das heißt: 1. und 2. Klasse, 2. und 3. Klasse und 3. und 4. Klasse. Laut Lehrerkollegium werden diese Kombiklassen in den Hauptfächer allerdings getrennt unterrichtet. In manchen Schulstunden müssen die Lehrerinnen deshalb zwischen zwei Klassenzimmer pendeln. „An manchen Tagen bin ich schweißgebadet“, sagte eine Lehrerin auf Nachfrage des Kreisbote. Aus diesem Grund bittet nun die Schulgemeinschaft die Gemeinde um Hilfe, jemanden einzustellen, der das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) absolviert und im Rahmen dessen das Kollegium bei der Aufsicht unterstützen kann.

„Dafür, dass der Staat an den Lehrern spart, dürfen unsere Kinder nicht darunter büßen müssen!“, zeigte Ratsmitglied Konrad Enzensberger Verständnis für den Hilferuf. Er könne sich vorstellen, eine solche Stelle zumindest für ein Jahr auf Probe einzurichten, erklärte er.

Nicht verpflichtet

„Die Gemeinde ist zwar nicht verpflichtet, für so eine Stelle aufzukommen, aber ich denke, es wäre im Sinne unserer Lechbrucker Kinder sehr sinnvoll“, warb auch Bürgermeister Werner Moll für die Annahme des Eilantrags. „Sie sind sonst die Leidtragenden. Die Ferienbetreuung wird ja auch von Freiwilligen gestemmt.“ Dr. Stefan Mahrla zeigte sich davon überzeugt, dass bei der Problematik einzig und allein das Schulamt zuständig ist und auch dafür gerade stehen sollte. Die beiden Gemeinderäte Enno Bremermann und Christian Hotter gaben hingegen zu bedenken, dass eine FSJ-Stelle der gesamten Gemeinde helfen könnte. „Bei diesen Stellen handelt es sich um Vollzeitstellen und darum könnte der oder die Helferin, auch anderswo in der Verwaltung, oder vielleicht auch sogar im Bauhof mithelfen“, erläuterte Bremermann.

Gemeinde ohne Einfluss

Robert Osterried fragte dagegen: „Können wir als Kommune nicht Druck auf das Schulamt ausüben, damit wir in Lechbruck mehr Lehrer oder Lehrerinnen bekommen?“ Auf die personelle Ausstattung der Schule habe die Kommune leider keinen Einfluss, erwiderte Rathauschef Moll.

Letztlich konnte sich das Gremium dennoch zu keiner Zustimmung durchringen. Stattdessen soll sich die Gemeindeverwaltung darüber informieren, wie ein FSJ-ler einsetzbar ist, ob kurzfristig überhaupt jemand dafür bereit ist und was eine FSJ-Stelle die Kommune kostet. Im September soll das Thema dann erneut im Rat auf den Tisch kommen.

Silke Zink

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