Die Grundschule und die Mittelschule Füssen bekommen mehr Klassenzimmer

"Schule soll für die nächsten Jahre halten"

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Auf mehr Schüler stellt sich die Stadt Füssen vor allem bei der Grundschule ein. Sie soll nach der Sanierung Platz für 21 statt wie bisher 16 Klassen haben.

Füssen – Auf mehr Schülerinnen und Schüler an der Grund- und Mittelschule Füssen stellt sich künftig die Stadtverwaltung ein. Im Zuge der Sanierungs- und Erweiterungspläne der beiden Schulen haben sich die Stadträte vergangene Woche einstimmig für eine Erhöhung der Klassenzimmeranzahl ausgesprochen. 

So wird es in der Grundschule künftig 21 statt bisher 16 Klassen geben. Die Mittelschule wird dagegen nur um eine Klasse auf insgesamt 18 Stück anwachsen. Daneben bekommen die Schulen auch eine vollwertige Küche.

Wie viele Klassenräume eine Schule künftig bereit stellen muss, wird in der Regel durch die Schülerfortschreibung ermittelt, die die Schulleitungen mit dem Schulamt am Landratsamt Ostallgäu abstimmen. Dafür übermittelt das städtische Einwohnermeldeamt die Geburtenzahlen für die einzelnen Jahrgänge, anhand derer die künftigen Schülerzahlen und die Anzahl der Klassen berechnet werden. Dabei zeigt sich: Während sich die Grundschule auf deutlich mehr Schüler einstellen muss, werden es an der Mittelschule eher weniger. 

„Das berücksichtigt aber wohl nicht die künftige Entwicklung“, meinte Hauptamtsleiter Peter Hartl. Denn bei der Planung müsse die Kommune noch andere Aspekte beachten. Einer davon sind die Nachbarkommunen. „Schwangau wird künftig mehr Schüler haben“, erklärte der Hauptamtsleiter. Die Schwangauer Grundschule besuchen derzeit auch rund 100 Kinder aus Füssen, vorwiegend aus Hopfen und Weißensee. Wird dort die durchschnittliche Klassenstärke von 23 Kinder pro Klasse beibehalten, können künftig wohl nur noch 40 Kinder aus Füssen auf die Schwangauer Schule gehen. Das bedeutet, dass die Füssener Grundschule allein wegen dieser Entwicklung zwischen 40 und 60 Kinder mehr einplanen muss. 

Offene Fragen 

Fraglich sei zudem, wie sich künftig das Ganztagesangebot entwickelt, bzw. wie die Eltern es annehmen. „Während das gebundene Ganztagesangebot eher stagniert, steigt die Nachfrage nach dem offenen Ganztagesangebot“, heißt es von Seiten der Stadtverwaltung. Derzeit sei auch nicht abzuschätzen, wie sich die Nachfrage darstellt, wenn Bund oder Land ihre Überlegungen umsetzen, den Ausbau der Ganztagesbetreuung zu forcieren. „Die Verwaltung geht in jedem Fall davon aus, dass die Nachfrage nach den Ganztagesangeboten dann – teilweise deutlich – zunehmen wird“, heißt es in den Sitzungsunterlagen. 

Als dritten Punkt müsse die Stadt auch die demographische sowie städtebauliche Entwicklung im Blick haben, erklärte Hartl. So seien die Geburtenzahlen seit 2015 deutlich gestiegen. Der Spitzenreiter ist bisher das Jahr 2018 mit 165 Geburten. Der Demografiebericht für die Stadt Füssen zeige zudem, dass die Bevölkerung bis zum Jahr 2030 um vier Prozent ansteigen werde. 

„Füssen ist stark geprägt vom Zuzug. Das spiegelt sich aber nur bedingt in den Zahlen wieder“, erklärte Hauptamtsleiter Hartl den Stadträten außerdem. Denn hauptsächlich Ältere ziehen nach Füssen. Der Anteil der unter 27-Jährigen sei in der Lechstadt relativ gering. „Junge Familien finden hier keinen Wohnraum.“ Nicht umsonst sei Füssen im Demografie-Wegweiser dem Cluster der „besonders stark alternden Kommunen“ zugewiesen worden. Aber: „Das wollen wir ändern“, erklärte Hartl auf Nachfrage desKreisbote. „Wir sind aktiv dabei Lösungen zu finden.“ Um dafür Konzepte zu erarbeiten, wurde ein Arbeitskreis gegründet, dem unter anderem Stadträte angehören. „Das wird sich in den nächsten Jahren hoffentlich auszahlen.“ 

Derzeit ist die Stadt Füssen bereits dabei, neuen Wohnungsbau zu ermöglichen. Seit Sommer 2017 hat sie laut Stadtverwaltung einige Projekte auf den Weg gebracht. „Insgesamt geht es hier um 199 Wohnungen, von denen viele auch zumindest hinsichtlich der Größe für Familien geeignet sind.“ Daneben ist sie dabei, in den neuen Baugebieten im Weidach elf städtische Grundstücke zu erschließen. Auch im Füssener Norden soll ein größeres neues Wohn- bzw. Mischgebiet entstehen, genau wie in den ehemaligen Hanfwerken. Das alles wird Auswirkungen auf die künftigen Schülerzahlen haben. Deshalb gehe die Stadtverwaltung davon aus, dass diese weiter anwachsen werden, so Hartl. 

Lieber großzügig 

Auch die Stadträte sprachen sich in einer kurzen Diskussion dafür aus, lieber großzügiger zu planen. Gerade auch mit Blick auf die Inklusion, erklärte Dagmar Rothemund (SPD), und neue pädagogische Konzepte, so Ilona Deckwerth (SPD). „Die Schule soll für die nächsten Jahre halten“, sagte Deckwerth. „Wenn wir eng an den Zahlen bleiben, kann es sein, dass wir in ein paar Jahren ein Nebengebäude brauchen.“ Wie die beiden Schulen künftig ausschauen sollen, das wird in der Sondersitzung des Stadtrats am kommenden Dienstag, 9. Juli, vorgestellt, erklärte der Hauptamtsleiter. In diesen Entwürfen würden auch moderne pädagogische Lernansätze berücksichtigt.

kk

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