In der Borhochstraße sollen vier Mehrfamilienhäuser gebaut werden

Mehr Mietwohnungen

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Auf der jetzt noch grünen Wiese in der Borhochstraße wollen Siedlungswerk und BSG Allgäu vier Gebäude mit insgesamt 45 Wohnungen bauen.

Füssen – Wohnungen mit sozialverträglichen Mieten sind in Füssen bekanntlich Mangelware. Deshalb haben Siedlungswerk Füssen und BSG Allgäu reagiert und wollen in ihrem geplanten Neubauprojekt in der Borhochstraße nun doch 12 statt zehn Mietwohnungen anbieten.

Das teilte Siedlungswerk-Vorstand Karl-Heinz Elsner am Dienstagabend im Stadtrat mit. Das Stadtparlament beschloss im Anschluss einstimmig die Aufstellung des Bebauungsplans „W64 – Borhochstraße“.

Auf die Planungen für das Neubauprojekt von Siedlungswerk und der BSG Allgäu aus Kempten hat das leichte Plus an sozialverträglichen Mietwohnungen indes wenig Auswirkungen. Wie bereits im März vorgestellt, sollen auf der Freifläche im Füssener Westen auf einer Fläche von etwa 6100 Quadratmeter vier Gebäude mit insgesamt 45 Wohnungen gebaut werden – je Gebäudekomplex also etwa elf bis 13 Wohnungen. Drei der geplanten Gebäude sollen dreigeschossig, das östliche viergeschossig gebaut werden.

Entgegen den bisherigen Planungen und entsprechend den Forderungen einiger Stadträte sollen nun aber 12 statt zehn Wohnungen zu sozialverträglichen Mieten von 7,50 Euro/Quadratmeter angeboten werden, wie Vorstand Elsner den Stadträten erläuterte. Vorgesehen seien diese Wohnungen für Mitglieder des Siedlungswerkes. Darauf habe man sich in „interessanten Verhandlungen“ mit der Stadtverwaltung und Bürgermeister Paul Iacob (SPD) erst Anfang des Monats geeinigt. Im Gegenzug erhoffe er sich nun von der Füssener Stadtverwaltung „ein zügiges Genehmigungsverfahren“.

Gemeinsame Tiefgarage

Die übrigen 33 Wohnungen sollen als Eigentumswohnungen in den freien Verkauf gehen. Durch diese Mischung aus Eigentums- und günstigen Mietwohnungen solle eine „Ghettoisierung“ der Gegend vermieden werden, wie BSG-Chef Mario Dalla Torre erläuterte. Den hohen Anteil an Eigentumswohnungen mit Preisen von etwa 12 Euro/Quadratmeter erklärte er damit, dass günstige Mietwohnungen ansonsten nicht wirtschaftlich zu bauen sein. Kritik an Dachformen Die Erschließung des Wohnkomplexes soll Architekt Martin Hofmann (Irsee) zufolge über eine Privatstraße an der Nordseite erfolgen. Von den 95 erforderlichen Stellplätzen sollen lediglich 30 oberirdisch ausgewiesen werden. Der Rest kommt in eine gemeinsame Tiefgarage.

Der Geltungsbereich des Bebauungsplans wird demnach als allgemeines Wohngebiet ausgewiesen werden, in dem beispielsweise Spielotheken, Gartenbaumärkte oder Tankstellen ausgeschlossen sind.

Auf Einwand von CSU-Stadtrat Peter Hartung soll außerdem geregelt werden, dass keine der Eigentumswohnungen später einmal als Ferienwohnung missbraucht wird. Seine beiden Fraktionskollegen Andreas Eggensberger und Uschi Lax wunderten sich hingegen darüber, dass die Dächer so geplant werden, dass eigentlich kein sinnvoller Betrieb von Solaranlagen auf ihnen möglich ist. „Ich kann nicht verstehen, dass man neu baut und keine Solarflächen einplant“, sagte Eggensberger. Uschi Lax kritisierte: „Das ist einfach nicht zeitgemäß!“ Solaranlagen seien in der Region Füssen die einzige Möglichkeit alternativen Strom zu erzeugen, so die CSU-Stadträtin weiter.

Sinkende Bedeutung?

Bürgermeister Paul Iacob (SPD) und Bauamtsleiter Armin Angeringer wiesen darauf hin, dass steilere Dächer die Nachbarn in den umliegenden Gebäuden beeinträchtigen würden. Außerdem würde so die nutzbare Fläche eingeschränkt. „Wir könnten dann bei gleichbleibender Höhe ein Geschoss nicht nutzen“, sagte Iacob. SPD-Stadtrat Georg Waldmann ergänzte: „Die Bedeutung der Solaranlagen geht zurück, da sie sich nicht mehr lohnen.“ Einstimmig sprachen sich die Ratsmitglieder für die Aufstellung des Bebauungsplans unter den genannten Bedingungen aus.

Diese sollen in einem städtebaulichen Vertrag mit dem Projektträger fixiert werden. Ebenso einstimmig billigte das Gremium den vorgestellten Vorentwurf des Bebauungsplans. Nun muss die Verwaltung die Öffentlichkeit, Behörden und sonstige Träger öffentlicher Belange durch die Auslegung des Vorentwurfs informieren.

Matthias Matz

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