Peter Däxle sagt "adieu"

Beifall von OStD Peter Däxle an seinen „Lehrerchor“, der ihm den Rat „Probier‘s mal mit Gemütlichkeit“ mit auf den Weg gesungen hatte. Foto: nis

Hohenschwangau – Eigentlich wollte er gar kein Lehrer werden, und wurde doch Pädagoge und schließlich sogar Schulleiter. Mit Ende des Schuljahres 2012/13 ging Oberstudiendirektor Peter Däxle, Schulleiter des Gymnasiums Hohenschwangau, in die selbstgewählte Altersteilzeit.

Zur Verabschiedung versammelten sich vergangenen Montag die „Hogauer“ Schüler und Schülerinnen auf dem Schulhof, um sich von ihrem Direktor zu verabschieden. Wenig später fand die offizielle und feierliche Verabschiedung in der Turnhalle statt. Alle Reden und Grußworte zeigten Bedauern über den frühen Weggang und wünschten doch alles Gute. Ltd. OStD Hubert Lepperdinger, Ministerialbeauftragter für die Gymnasien in Schwaben, blickte in seiner Verabschiedungsrede in die Vita des Direktors, der 1970 in „Hogau“ sein Abitur gemacht hatte und Schulsprecher war.

Nach dem Studium an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München war das Moosacher Gymnasium in der Landeshauptstadt Däxles erster Einsatzort. Trotz der Herausforderungen an diesem Gymnasium – Schüler aus sozial schwachen Stadtteilen prallten auf Schüler aus gut situierten Familien - wollte Peter Däxle aus familiären Gründen „Hoim“ ins Allgäu und ersuchte um Versetzung. Weil ein „Hogauer“ Kollege mit den gleichen Unterrichtsfächern Biologie, Geografie und Sport damals nach Afrika ging, kam Peter Däxle 1989/90 zurück an „sein“ Gymnasium. 

Hier war Däxle Verbindungslehrer, Fachleiter, arbeitete im Direktorat, war Stellvertretender Schulleiter, bevor er 2009 Schulleiter wurde. Als solcher war Oberstudiendirektor Däxle auch Dienstherr für das Internat, mit 100 Schülern aus verschiedenen Ländern. „Das bedeutet, in Hogau leben Schüler praktische Integration.“ Und eine besondere Verantwortung für die Internatsschüler hätten die Pädagogen ohnehin, weil alles was in der Öffentlichkeit passiere, direkt an das Internat/die Schule herangetragen werde. „Hogau“ sei dann Ansprechpartner für alle offiziellen Stellen. „Man ist eben ganz für die Schüler verantwortlich und nicht erst wieder am nächsten Tag ab Unterrichtsbeginn.“ 

Der viel zitierte „Geist von Ho’gau“, „...den man aber nicht zu sehr strapazieren sollte“, wie Däxle warnte, sei kein Schlossgespenst von Neuschwanstein, sondern die pädagogische Überzeugung, junge Menschen reifen zu lassen, besondere Begabungen gemeinsam mit Lehrern und Eltern herauszufinden und zu fördern. Dabei seien die künstlerische Bildung und der Sport wichtige Bausteine. Das Gymnasium - Partnerschule des Wintersports – gibt Talentierten die Möglichkeit zu notwendigen Trainingszeiten plus schulische Unterstützung, um das Abitur in der Regelzeit ablegen zu können. 

Nicht nur Peter Däxle ging „mit ein wenig Wehmut“. Lehrerkollegium, Schülervertretung und Schulband brachten mit Sketchen und musikalischer Aufführung, unter anderem mit „The Winner takes it all“ und „The Show must go on“, zum Ausdruck, dass der Abschied nicht leicht fällt. Bevor die Schülervertretung eine weiße Abitur-Rose dem scheiden Direktor übergab, rief Schülersprecher Thomas Heer ihm zu: „Herr Däxle, Sie waren für uns der Burner!“ jl

Meistgelesen

"Wichtiger als der Karneval"
"Wichtiger als der Karneval"
Derblecken auf hohem Niveau
Derblecken auf hohem Niveau
Rückzug mit Ansage
Rückzug mit Ansage
Betroffene sollen mitbestimmen
Betroffene sollen mitbestimmen

Kommentare