Auf dem Buchinger Viehmarkt wird traditionell um die besten Kühe gefeilscht

"A guter Almsommer"

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Bunt geschmückt ziehen die Kranzrinder am Montag durch Buching. Anschließend wird auf dem Viehmarkt um die Tiere gefeilscht.
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Bunt geschmückt ziehen die Kranzrinder am Montag durch Buching. Anschließend wird auf dem Viehmarkt um die Tiere gefeilscht.
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Bunt geschmückt ziehen die Kranzrinder am Montag durch Buching. Anschließend wird auf dem Viehmarkt um die Tiere gefeilscht.
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Bunt geschmückt ziehen die Kranzrinder am Montag durch Buching. Anschließend wird auf dem Viehmarkt um die Tiere gefeilscht.
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Bunt geschmückt ziehen die Kranzrinder am Montag durch Buching. Anschließend wird auf dem Viehmarkt um die Tiere gefeilscht.
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Bunt geschmückt ziehen die Kranzrinder am Montag durch Buching. Anschließend wird auf dem Viehmarkt um die Tiere gefeilscht.
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Bunt geschmückt ziehen die Kranzrinder am Montag durch Buching. Anschließend wird auf dem Viehmarkt um die Tiere gefeilscht.
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Bunt geschmückt ziehen die Kranzrinder am Montag durch Buching. Anschließend wird auf dem Viehmarkt um die Tiere gefeilscht.

Halblech – Die Weiden im Gebirge mit ihren Kräutern mögen für manche Kuh wie das Paradies erscheinen.

Doch irgendwann geht der Bergsommer zu Ende und für das Vieh heißt es jetzt scheiden, geschmückt mit Blumengebinden ziehen sie ins Tal. Auch in Buching zogen Anfang der Woche gut drei Dutzend Kühe über die mit Gästen gesäumten Straßen im Ort ein. Der Viehhändler lässt nicht locker. Die beiden Kühe, die Martin Ott mit ins Tal gebracht hat, würden ihm schon gefallen. 

Aber der Preis ist für seinen Geschmack zu hoch – er pokert. Martin Ott auch, denn eigentlich will der Alpmeister die beiden trächtigen Mutterkühe nicht verkaufen. Noch nicht. Die eine der beiden wird erst im Januar kalben, das schmeckt vielen Händlern nicht; auch, dass sie noch ihre Hörner trägt. Eigentlich stand es nicht gut um die junge Kuh, deshalb wurden bei ihr die Hörner nicht gekappt. Nun hat sie sich aber doch prächtig entwickelt, sie trägt ein Kalb und Ott will sie nicht verkaufen.

„I han des Massel, des i melken koa“, trumpft er gegenüber dem Händler auf. Die wollen, dass die Kühe schnell kalben, weil sie sie nicht durchfüttern können und weiterverkaufen wollen, erzählt Ott. Irgendwann, so gegen halb sieben Uhr in der Früh war die Nacht zu Ende. Die eine oder andere Kuh hat da wohl noch von sattgrünen Weiden und schmackhaften Kräutern geträumt.

Stattdessen bekam jedes Tier den Schmuck auf den Kopf und ein Halfter übers Maul gestreift, dann ging es hinab ins Tal – Stress nach der Sommerfrische. Dann die Musik, die den Tieren und ihren Hirten vorwegmarschiert und Massen an Menschen, die den Weg säumen und dem Spektakel zuschauen. Da können einem, besser gesagt einer Kuh, schon mal die Nerven durchgehen. Die eine rennt mit ihrem Hirten im Dauerlauf zum Scheidplatz, die andere versucht auszubüchsen oder weigert sich auch nur einen Schritt zu tun. Und die nächste ist einfach „fertig mit Gott und der Welt“ – sie kippt um. 

Vorhersehen können es die Hirten nicht, wenn eine Kuh, schon angebunden am Gatter, plötzlich daliegt. Es dauert seine Zeit. Martin Ott und seine Hirten stehen neben der Kuh und warten, bis sie sich erholt – ein Versuch sich aufzurichten. Beim zweiten steht Martin Ott hinter der Kuh, stützt sie, schließlich steht die junge Dame, die demnächst das erste Mal kalben wird, wieder auf eigenen Beinen. 

Der Almsommer war gut, erzählt Ott, es habe alles gepasst. Vor allem gab es keinen Wassermangel auf der Alm: „A guter Almsommer“. Nun hat er einige seiner Tiere hier, guter Abstammung, gesund. Aber sie werden noch einige Tage auf die Weide gehen, bis der Schnee auch die letzten Sommerfrischler ins Tal vertreiben wird. 

Bauern sind zufrieden

Nachdem im Vorjahr die Preise für die Tiere schlecht waren, haben die Bauern heuer allen Grund zur Zufriedenheit. Die Auktionen brächten bis zu 2000 Euro, erzählt Ott. Jetzt, hier am Scheidplatz, kann man die Preise vielleicht bis 1400 Euro hochtreiben. Und er beschreibt das Problem seiner Tiere. Sie sind noch kein Halfter gewöhnt. „Wir transportieren sie vor allem im Hänger.“ 

Da ist der Marsch, mit Halfter und Kopfschmuck ungewohnt, vor allem Stress für die Tiere. Gab es eben noch Rangeleien, wird die Kuh in den Hänger geführt und auf einmal ist sie wieder selig und ruhig. Und träumt vielleicht noch einmal vom Almsommer, fetten Weiden und saftigen Kräutern auf dem Weg in den heimischen Stall.

gau

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