Bergbahn-Eigentümer planen Großes am Reuttener Hausberg

Neues Hotel soll am Hahnenkamm gebaut werden

 Schotterparkplätze oberhalb der Talstation der Hahnenkammbahn
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Auf den Schotterparkplätzen oberhalb der Talstation der Hahnenkammbahn möchten die neuen Eigentümer ein Hotel bauen.
  • VonHans Nikolussi
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Höfen – Auf dem Hahnenkamm oberhalb der alten Talstation wollen die neuen Bahn-Eigentümer ein Hotel bauen. Dem hat jetzt der Höfener Gemeinderat zugestimmt.

Da ist der Gemeindeführung von Höfen ein Riesenstein von Herzen gefallen. Vor allem Bürgermeister Vinzenz Knapp ist froh, ein positives Ende in der „unendlichen Geschichte Hahnenkamm“ verkünden zu können. Die Pletzer Gruppe aus dem Tiroler Unterland ist bekanntlich Mehrheitseigentümer bei der Reuttener Seilbahnen GmbH & Co KG. Der Betreiber der Cilli-Hütte, Fritz Schweiger aus Füssen, ist mit seiner Firma „Profile Projektmanagement“, ebenfalls eingestiegen. Die neuen Eigentümer sehen viel Potential am Reuttener Hausberg und haben mit Revisionsarbeiten die Bahn wieder flott gemacht.

Zustande gekommen war der „Deal“ durch eine Initiative des Co-Geschäftsführers des Reuttener Architekturbüros Walch und Partner, Thomas Strele. Er als Bewunderer der Aktivitäten von Toni Pletzer hat auch über die „Tiroler Adlerrunde“, einem rührigen Netzwerk, die Kontakte zum erfolgreichen Seilbahn- und Touristikexperten Pletzer hergestellt.

Am Hahnenkamm, der berühmte in Kitzbühel, aufgewachsen, hat sich Anton Pletzer zu einer anerkannten Wirtschaftspersönlichkeit empor gearbeitet. Für seine Leistungen und für den persönlichen Einsatz für Unternehmensstandorte wurden ihm viele Auszeichnungen verliehen, darunter das Ehrenzeichen des Landes Tirol.

Nun geht das Engagement des Unterländers im Außerfern in eine weitere Phase. Geplant ist der Bau eines Hotels oberhalb der alten Talstation im Rahmen einer Zukunftsstrategie mit einer „Bergwelt Hahnenkamm“.

Höfener Gemeinderat unterstützt grundsätzlich das Projekt

Der Höfener Gemeinderat fällte jetzt einen einstimmigen Grundsatzbeschluss zur Unterstützung des Projektes. Die Gemeindegutsagrargemeinschaft Höfen hat deshalb 18.000 Quadratmeter Grund an Toni Pletzer verkauft. Umwidmungen folgen. Nicht auf der „grünen Wiese“ sondern auf den oberen Schotter-Parkplätzen soll ein „Vier-Sterne-Haus“ entstehen.

Thomas Strele als Bindeglied zu Plezter, vom wahrscheinlich planenden Büro, betont, dass die Gruppe schon mehrere Ressorts erfolgreich verwirklicht habe. Nachhaltigkeit als Philosophie würde sich überall durchziehen. So soll „Das Hahnenkamm“ völlig energieautark gebaut werden. Die Gruppe rechnet nicht in Betten, sondern Zimmern, die auch mit weit mehr als zwei Personen belegt werden können, was wiederum Verkehr sparen helfen soll. Zwischen 75 und 100 solcher „Zimmer“ sind in ersten Entwürfen vorgesehen. Die bestehende Skischule soll integriert werden. Zudem seien E-Mobilität, E-Tankstellen oder Shuttle zu Bahnhöfen und öffentlichen Verkehrsmitteln eine Selbstverständlichkeit.

Offen für alle

Ein weiteres Erkennungsmerkmal sei laut Strele die Öffnung des Hauses für die Bevölkerung. Der Wellnessbereich werde öffentlich zugänglich sein, die Einheimischen sollen mit profitieren. Ein Sportschwimmbecken im Freien scheint schon fix. Markantes Detail wird ein 25 Meter Außenbecken sein, das zum Teil ins Freie hinausragt und so den ohnehin schon einmaligen Blick auf den Talkessel weiter aufwertet. Sportler und Familien sind die künftige Hauptzielgruppe. Sportmedizinische Aktivitäten sind ebenfalls eingeplant.

Außerdem soll das unterhalb der alten Talstation gelegene Hotel „Diana“ mit einbezogen werden, der Berg soll ganzheitlich entwickelt werden. 70 bis 80 Arbeitsplätze werden im Hotel voraussichtlich entstehen. Der Zeitplan für die Umsetzung ist derzeit noch offen.

Bürgermeister Vinzenz Knapp überzeugte sich vor Vertragsabschluss von der Seriosität des Investors, besuchte mit seinem Gemeinderat eines der Ressorts des Pletzer-Gruppe und ist begeistert: „Das ist nicht nur eine Aufwertung des Skigebietes sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Entwicklung unseres Ortes. Ein Mehrwert der allen zugutekommt. Genau so etwas brauchen wir. Das ist wie Ostern und Weihnachten, ein Riesendeal für Höfen“, meinte der Gemeindechef bei einem Gespräch direkt vor Ort. Er ist überzeugt: „Wir haben hervorragende Tiroler und Allgäuer Partner gefunden. Die sprechen unsere Sprache.“ Der Hotelbau stellt eine riesige positive Entwicklung für den ganzen Talkessel dar, hört man zudem aus Tourismuskreisen.

Firmengruppe um Fritz Schweiger kauft Hotel „Diana“

Die Gemeinde hat sich ein Rückkaufsrecht ausbedungen, sollte der Hotelbau nicht zustande kommen. Es geht immerhin um 18.350 Quadratmeter Grund nahe der alten Talstation der Hahnenkammbahn, die die Gemeindegutsagrargemeinschaft Höfen an die „Hahnenkamm Hotel GmbH“ zum günstigen Preis von 15 Euro pro Quadratmeter verkauft hat. Den günstigen Kaufpreis sieht man als eine Art Wirtschaftsförderung an. Auch das unterhalb des Platzes gelegene Hotel „Diana“ hat einen neuen Besitzer gefunden. Es gehört nun der Allgäuer Firmengruppe rund um Fritz Schweiger. Dort soll schon bald eine Pizzeria eröffnen.

Touristische Aufwertung

Eine Aufwertung des touristischen Angebots sieht auch der Obmann des Tourismusverbandes Naturparkregion Reutte, Hermann Ruepp. Selbst Hotelier, zeigt er sich angetan von der Entwicklung in Höfen: „Respekt vor der Entschlussfreudigkeit des Gemeinderates in unserer Nachbargemeinde. Das ist ein Projekt, an das man glauben kann“, meint Ruepp, der den Touristiker Toni Pletzer schon kennengelernt hat.

Er sieht es positiv, dass mit dem neuen „Hahnenkamm“ das ohnehin dürftige Angebot an Qualitätszimmern in der Region gesteigert werden wird. „Aus touristischer Sicht kann man das Projekt nur begeistert annehmen und das Engagement von Pletzer nur bewundern“, meint der Tourismusfachmann.

Neue Liftanlagen sind geplant

Nicht nur im Tal, sondern auch oben auf dem Berg will man investieren. Die Bemühungen der Seilbahngesellschaft zur Verbesserung der Infrastruktur laufen. Es geht einmal darum, die Beschneiungsanlage mit einem Speicherteich und einer Technikstation oben zu erweitern. Dadurch soll die Schneesicherheit deutlich verbessert werden. Es existieren dazu noch Pläne für neue Liftanlagen am Reuttener beziehungsweise Höfener Hausberg. Auch über die Nutzung der Bergstation im Rahmen des Gesamtobjektes wird nachgedacht.

Aber nicht nur in der kleinen Gemeinde Höfen freut man sich darüber, dass mit dem geplanten Hotel ein nachhaltiges Projekt entstehen soll, das alle weiteren Vorhaben rund um den Hahnenkamm günstig beeinflussen könnte. Der Tourismus, aber auch die heimische Bevölkerung sowie die Nachbarn im Allgäu, warten schon gespannt auf die Realisierung des neuen Zukunftsprojektes „Bergwelt Hahnenkamm“.

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