2200 neue Bäume für Gemeindewald

Arbeiter forsten nach Sturmtief in Halblech auf

Stephan Kleiner, Forstdirektor von der Forstverwaltung im Ostallgäu (v.l.), Halblechs Bürgermeister Johann Gschwill, Matthias Beck von der Bergwaldoffensive, die Waldfacharbeiter Leonhard Speer, Michael Strobl und Matthias Tschabi sowie Revierleiter Jörg Großer bei der Begehung der Fläche hoch über dem Hablechtal, die derzeit wieder aufgeforstet wird.
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Stephan Kleiner, Forstdirektor von der Forstverwaltung im Ostallgäu (v.l.), Halblechs Bürgermeister Johann Gschwill, Matthias Beck von der Bergwaldoffensive, die Waldfacharbeiter Leonhard Speer, Michael Strobl und Matthias Tschabi sowie Revierleiter Jörg Großer bei der Begehung der Fläche hoch über dem Hablechtal, die derzeit wieder aufgeforstet wird.

Halblech – 2200 junge Bäume pflanzt derzeit Forstunternehmer Matthias Tschabi mit seinem Team hoch über dem Halblechtal. Denn das Sturmtief „Sabine“ hatte im vergangenen Februar am Görgleck mit großer Wucht einen mittelalten Fichtenbestand von der Größe eines Fußballfeldes umgeworfen. Die Aufarbeitung des Schadholzes lief bis in den Sommer hinein. Ein Bild der Lage hat sich jetzt Halblechs Bürgermeister Johann Gschwill (CSU) gemacht. 

Für ihn ist es von großer Bedeutung, dass auf dieser Gemeindefläche schnell wieder ein funktionstüchtiger Wald entsteht. „Ein gesunder Wald liefert sowohl saubere Luft und Trinkwasser als auch Schutz vor Hochwasser oder Muren. Zudem sichert er gerade in unserer Region Arbeitsplätze im Wald und im verarbeitenden Gewerbe“, sagte Gschwill.

Forstdirektor Stephan Kleiner von der Forstverwaltung im Ostallgäu sieht jetzt auch die Chance, den Bergmischwald fit für den Klimawandel zu machen. Deshalb sollen auf den Flächen, die bisher von Fichten dominiert wurden, nun auch Weißtannen, Bergahorn, Buche und Lärche gepflanzt werden: „Ein artenreicher Bergmischwald ist stabiler und viel besser gerüstet für die Herausforderungen, die durch den Klimawandel auf unsere Wälder zukommen“, erklärte er. Denn Stürme und längere Trockenphasen werden in den kommenden Jahrzehnten weiter zunehmen, ist sich Kleiner sicher.

18.000 Euro Gesamtkosten

Die Gesamtkosten für die Wiederaufforstung betragen rund 18.000 Euro. Die Kosten für die jungen Bäume und deren Pflanzung belaufen sich demnach auf knapp die Hälfte. Doch diese bezuschusst die staatliche Waldumbauförderung. Zusätzlich müssen die neuen Pflanzen aber mit einem zwei Meter hohen Wildzaun geschützt werden, da die überhöhten Bestände an Rothirschen, Rehen und Gämsen sonst die Wiederaufforstung behindern würden. Die Kosten von ca. 9000 Euro für die Errichtung des Zauns zum Schutz gegen Wildverbiss muss der Waldbesitzer, also die Gemeinde Halblech, tragen.

Aufwendige Arbeiten

Unternehmer Tschabi erklärte, dass diese Arbeiten aufwendig und intensiv seien. So müssten die Arbeiter etwa 200 Holzpfähle zum Hang heruntertragen, diese danach mit einer Ramme in den Boden schlagen und den Zaun in dem steilen Gelände anbringen.

Da der Bereich am Görgleck bisher nur über einen steilen Erdweg erreichbar war, wird im kommenden Jahr auf der bestehenden Trasse der Rückeweg befestigt. Das Projekt setzt die gemeinde gemeinsam mit der Bergwaldoffensive (BWO), der Forstverwaltung und der Waldkörperschaft Buching-Trauchgau um.

Vernünftiges Wegenetz

Matthias Beck von der BWO erklärte, dass bei dieser Schadfläche viele Aspekte zusammenkommen. Ein vernünftiges Wegenetz sei wichtig, um den aktiven Waldumbau der Fichtenbestände in naturnahe Wälder voranzutreiben. Das sei ebenso wichtig, um Schadholz aufzuarbeiten, da sich eine Seilbahn nur bei größeren Holzmengen rechnet. Auch könnten die neu gepflanzten Flächen leichter gepflegt werden. Auch der Arten- und Naturschutz profitiert davon. Am Kamm entlang soll eine Biotopfläche entstehen, die neben dem Auerwild auch Schmetterlingen und anderen Insekten sowie Kräutern und blütenreichen Sträuchern neuen Lebensraum bietet.

Ergänzend bemerkte Revierleiter Jörg Großer, dass es im Jahr 2021 für Wegebau und Instandsetzung eine staatliche Förderung gibt, die bis zu 90 Prozent der Nettokosten abdeckt.

ms

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