Ein etwas anderes Happy End

Halblecherin findet statt ihrer vermissten Katze einen vor 1,5 Jahren ausgebüxten Kater

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Besitzerin Liselotte Bauer aus Bad Kohlgrub mit ihrem wieder gefundenen Kater „Lenny“. Er war eineinhalb Jahre vermisst, wurde in Buching gefunden und ist ursprünglich in Bad Kohlgrub entlaufen.

Trauchgau – Seit gut drei Monaten wird sie vermisst: Die Katze „Leni“ aus Trauchgau. Ihre Besitzerin Lenka Stöhr machte sich auf die Suche nach ihrem Tier. Sie hängte Plakate auf, warf Zettel in Briefkästen und schrieb Tierheime an. Diese Bemühungen wurden belohnt – allerdings anders als gedacht.

„Wir haben alles probiert. Plakate der vermissten Katze aufgehängt, Zettel in die Briefkästen der Anwohner im Ort geworfen, auf Facebook gepostet, alle Tierheime in Bayern angeschrieben, eine Annonce in der Zeitung aufgegeben – sogar auf ebay-Kleinanzeigen haben wir es probiert – ohne Erfolg“, sagt Stöhr im Gespräch mit dem Kreisbote. Zusammen mit ihrem Lebensgefährten Jochen Heinz sitzt Lenka Stöhr auf der Eckbank in ihrer Küche und erzählt. 

„Dann kamen wir auf die Idee eine Tierkommunikatorin einzuschalten. Das hört sich komisch an…aber es war noch ein Weg bzw. Strohhalm an den wir uns klammerten. Diese meinte, die vermisste Katze in Buching geortet zu haben.“ Die Katze sollte sich dort in einem bestimmten Umkreis befinden. „Wir fuhren hin – und fanden letztendlich nicht unsere Katze, sondern einen vermissten Kater“. 

Auch in Buching verteilte Stöhr dann Flyer und hängte Plakate auf. Tagsüber, aber auch nachts, suchten sie nach der vermissten Katze, da die Tierkommunikatorin meinte, sie wäre eher nachtaktiv und würde sich in einer alten Scheune aufhalten. 

„Lenny” statt „Leni” 

„Also haben wir uns in dem eingegrenzten Raum vermehrt aufgehalten – sogar an den Haustüren haben wir geklingelt, die Anwohner gefragt und mit den Leuten geredet“, erzählt Lenka Stöhr. „Insgesamt eineinhalb Wochen haben wir dort intensiv nach Leni gesucht. Am zweiten Abend hatte ich wieder nach ihr gerufen.“ Und schließlich kam eine andere Katze maunzend auf die Halblecherin zu. „Der Gedanke als ich sie gesehen hatte war: Es ist eben eine Katze, die gehört hierher.“ Als Stöhr jedoch einen Tag später erneut vor Ort war und einen Anwohner am Gartenzaun befragte, maunzte es erneut. „Er kannte die Katze und meinte, dass sie schon seit November hier rumläuft, gefüttert wird aber keiner wüsste, wem sie wirklich gehört“, erklärt Stöhr. Aufgrund ihres „singenden Maunzens“ hatten ihr die Anwohner den Namen „Carruso“ gegeben. 

Als Stöhr erneut in der Nähe der Scheune ihre vermisste Katze suchte und deren Name rief, kam die fremde Katze, bei der es sich um einen kastrierten Kater handelte, erneut auf sie zu. Dies kam Lenka Stöhr dann doch verdächtig vor. „Mein Gefühl sagte mir, da stimmt was nicht. Ich dachte mir, jetzt mach ich mal ein Foto und gebe eine Anzeige auf, vielleicht gehört der Kater ja jemandem und dem geht es genauso wie uns“. 

Zuhause postete sie das Foto gleich auf Facebook und stellte es bei ebay-Kleinanzeigen ein. Es dauerte keine Stunde, da meldete sich eine Frau. Diese erklärte, dass es sich bei dem Kater um das seit eineinhalb Jahren vermisste Tier ihrer Mutter handeln könnte, die in Bad Kohlgrub lebt. Und so war es. 

Suche geht weiter 

Die Besitzerin Liselotte Bauer wurde kontaktiert und schon ging es zum „Fundort“ nach Buching. Dort dauerte es rund 15 Minuten bis der Kater auf Zurufe aus der Scheune kam. Die Familie Bauer konnte es zuerst gar nicht glauben – aber es war wirklich ihr vermisster Kater „Lenny“, der sich an der Scheune niedergelassen hatte. Er hatte die rund 30 Kilometer von Bad Kohlgrub nach Buching zurückgelegt – aber dann nicht mehr nach Hause zurückgefunden. Als Lenka Stöhr nun nach ihrer vermissten Katze „Leni” gerufen hatte, hatte sich der Kater animiert gefühlt und war wahrscheinlich deshalb zum Vorschein gekommen. 

Der Kater erinnerte sich aber nicht nur an seinen Namen, sondern auch an den Platz seiner Futterstelle. Zuhause angekommen lief er gleich zielstrebig darauf zu. Die Emotionen der Familie Bauer waren spätestens dann nicht mehr zu stoppen. Auch Lenka Stöhr konnte die Geschichte kaum fassen – und war überglücklich, Besitzerin und Kater wieder vereint zu haben. 

Zurück bleibt aber auch ein bitterer Beigeschmack. Schließlich bleibt Stöhrs eigene Katze „Leni“ weiter vermisst. Mit Tränen in den Augen bittet Lenka Stöhr deshalb alle Leser, Anwohner und Tierfreunde: „Sollten Sie eine Katze gesehen haben, die auf die Beschreibung passt, bitte ein Bild schießen und dies per E-Mail oder Whats App an uns weiterschicken!“ Die Katzenbesitzerin fügt hinzu: „Bitte geht mit offenen Augen durch die Welt und meldet euch solltet ihr unsere Leni gesehen haben – vielleicht haben wir ja auch so großes Glück wie die Familie aus Bad Kohlgrub.“

Beschreibung der vermissten Katze Leni

Die Grundfarbe ist getigert, grau-braun, die Vorderbeine sind weiß, der Nasenrücken ist ebenfalls weiß und der Rücken ist getigert. Sie ist gechipt. Sie hat zudem eine halbrosa und eine halb schwarze Nase, neben der Nase ist ein brauner Fleck. „Leni” ist zierlich und sieht eher wie eine junge Katze aus. „Es besteht auch die Möglichkeit, dass sie in ein Auto gestiegen ist. Sie ist zwar scheu aber neugierig“, so Lenka Stöhr.

 

Kontaktdaten: 

E-Mail:lenka713@yahoo.de

Christine Eberl

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